| 20:08 Uhr

Seniorenkino
Filmisches Meisterwerk über die magische Kraft der Literatur

Szene aus „Das Labyrinth der Wörter“, zu sehen in der Kinowerkstatt: Francine (Claude Maurane) und Germain (Gérard Depardieu) kommen sich näher.
Szene aus „Das Labyrinth der Wörter“, zu sehen in der Kinowerkstatt: Francine (Claude Maurane) und Germain (Gérard Depardieu) kommen sich näher. FOTO: Peripher
St. Ingbert. St. Ingberter Kinowerkstatt setzt heute beim Seniorenkino auf französischen Charme. red

Im Seniorenkino der Kinowerkstatt St. Ingbert in der Pfarrgasse läuft am heutigen Mittwoch um 16 Uhr „Das Labyrinth der Wörter“ von Jean Becker nach dem gleichnamigen Roman von Marine-Sabine Roger mit Gérard Depardieu und Geneviève Casadesus. Der Film handelt von zwei ungleichen Menschen, die sich durch die Literatur näherkommen. Margueritte – ‚mit zwei „t“ – ist 95 Jahre alt und eine gebildete „Leseratte“, die im Laufe ihres Lebens sehr viel gelesen hat und viele Bücher besitzt.


Germain, 45, ist nahezu ein Analphabet und verliefe sich regelmäßig und gründlich im „Labyrinth der Wörter“, verfügte er nicht über ein besonders gutes auditives Gedächtnis. Das hat Germain jedoch nicht davor bewahrt, zeitlebens für einen Trottel gehalten zu werden. Seine Freunde lachen ihn regelmäßig aus, auch wenn sie versuchen, ihn vor größeren sprachlichen Dummheiten zu bewahren.

Im Gegensatz zu Margueritte ist er ein Nichtleser und sein Vokabular ist entsprechend eingeschränkt: eher vulgär als gebildet. Doch als die beiden sich im Park begegnen und feststellen, dass sie einander gut verstehen, beginnt Margueritte ihn in die Welt der Bücher einzuführen, indem sie ihm bei ihren Treffen aus verschiedenen Romanen vorliest und ihm den Roman „Die Pest“ und ein Wörterbuch schenkt. Dadurch beginnt Germain, sich für Literatur und Wörter zu interessieren. Es öffnet sich für Germain. Auf einmal die Welt der Literatur, was ihn zwar nicht vor Widerständen aus seiner Umgebung bewahrt, ihn andererseits aber zu einem bisher nie gekannten Selbstbewusstsein führt: Germain emanzipiert sich.