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Spende für Luca
Feierabendradler spenden Geld für Luca

Die Dienstagsfahrer sind gemeinsam mit ihrem Sponsor und den Organisatoren des Adventsmarktes auf dem Rabenstein stolz darauf, einem verunglückten Sportler wenigstens finanziell mit einer Spende helfen zu können.
Die Dienstagsfahrer sind gemeinsam mit ihrem Sponsor und den Organisatoren des Adventsmarktes auf dem Rabenstein stolz darauf, einem verunglückten Sportler wenigstens finanziell mit einer Spende helfen zu können. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. 2000 Euro haben die St. Ingberter Dienstagsfahrer und die Initiatoren eines Adventsmarktes der Aktion „Bewegung für Luca“ übergeben. Von Cornelia Jung

 In St. Ingbert gibt es schon seit längerer Zeit eine sehr rege Mountainbike-Gemeinde. Mehrere Gruppen und Vereine frönen dem Radfahren bergauf und bergab. „Eigentlich kannst du hier jeden Abend in einer Gruppe Rad fahren, wenn du das willst“, sagt Gero Bieg. Viele treibe dabei der Ehrgeiz, schwierige Passagen möglichst elegant zu meistern und vor den anderen nicht zu kneifen. Schließlich wolle man sich auch mit anderen vergleichen, sagt er. „Das Kräftemessen ist ein männerspezifisches Phänomen. Ich fahre in einer Montagsgruppe, da lieferst du nach der Arbeit noch fast einen Wettkampf ab“, so der St. Ingberter.



Da kamen ihm die Dienstagsfahrer gerade Recht, bei denen es statt ums Workout eher um ein Cool down ging. Das tue körperlich richtig gut, so Bieg. Auch die zwei Urväter der Dienstagsfahrer, Axel und Frank, fahren sonst in anderen Konstellationen und sehnten sich nach dem Genuss beim Radfahren. Und so habe man vor rund einem halben Jahr zu zweit diese Truppe aus der Taufe gehoben. Man einigte sich als Termin auf den Dienstag, weshalb der Name „Dienstagsfahrer“ zustande kam. Ziel war es, so manche „stressfreie lockere Feierabendrunde“ zu drehen, wie Frank Sailer erzählt. „Wie, ihr fahrt mit dem Mountainbike entspannt durch den Wald?“, sei man ihnen am Anfang ungläubig begegnet.

Mittlerweile finden 20 Sportler von Ende Dreißig bis Mitte Fünfzig Gefallen an dieser Radfahr-Philosophie und schmieden schon eifrig Pläne für immer neue Touren. „Das ist das größte Erfolgsmodell aller Fahrradgruppen“, sagt Gero Bieg und spricht damit indirekt aus, wie wohl er sich in dieser Runde fühlt. Doch das gemeinsame Hobby wollten sie auch äußerlich dokumentieren. „Ich bin immer dafür, dass man als Gruppe erkennbar ist“, erläutert Sailer, wie die Idee mit den optisch auffälligen, einheitlichen Hosen und Shirts entstand, „wir wollten unsere Stadt mit einem Emblem auf dem Trikot präsentieren.“

Und aus einer Bierlaune heraus sei dann nach dem ersten Stubbi schnell klar gewesen, dass es das Logo von Becker-Bier auf braun gelbem Untergrund sein solle. Harald Philipp legt Wert auf die Tatsache, dass das optisch sehr gelungene Shirt mit den Vornamen am Kragen und den drei Apotheken des Sponsors auf der Brust, eine Gemeinschaftsarbeit war. Seit zwei Wochen haben sie das Outfit, „mit dem wir aussehen wie die Profis von der Tour de France“. Als Gruppe entschieden sie auch, dass sie dem im Juni bei der Ausübung seines Hobbys verunglückten, saarländischen Mountainbiker Luca Biwer helfen wollten. Dessen Freunde gründeten die Spendenplattform „Bewegung für Luca“, da die Pflege und der Umbau zum behindertengerechten Haus enorme Summen kostet. Den Dienstagsfahrern ging sein Schicksal sehr nahe. Vom Sponsoring und dem Trikotkauf habe man noch Geld übrig gehabt, das man ursprünglich in einem Restaurant ausgeben wollte.

Doch die 1145 Euro seien für Luca besser angelegt. „Leider können wir nicht mehr tun als in dieser finanziellen Form“, bedauert Harald Philipp. Sein Mountainbike-Kollege Olli Reiter, Mitinitiator des „Adventsmarktes auf dem Rabenstein“ schlug dort in einer Sitzung vor, die Einnahmen der Märkte 2015 und 2016, immerhin 855 Euro, ebenfalls für diesen Zweck zu spenden. Und so können beide Gruppen dem querschnittsgelähmten 21-Jährigen Luca eine gemeinsame Spende von 2000 Euro zukommen lassen.