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Fauxpas beim Baumfällen hatte ansehnliche Folgen

Umweltminister Reinhold Jost (Zweiter von links) hat am Samstag eine Sitzgruppe am Kreuz in der Reichenbrunner Straße übergeben. Foto: Jung
Umweltminister Reinhold Jost (Zweiter von links) hat am Samstag eine Sitzgruppe am Kreuz in der Reichenbrunner Straße übergeben. Foto: Jung FOTO: Jung
Oberwürzbach. Ein „großer Schaden“ bei Forstarbeiten ist in Oberwürzbach großzügig ausgeglichen. Im Beisein des Umweltministers wurde eine Sitzgruppe eingeweiht, die den Platz beim Wegekreuz in der Reichenbrunner Straße schmückt. Cornelia Jung

. Im September 2014 trauten die Oberwürzbacher ihren Augen nicht. Das fünf Jahre zuvor liebevoll restaurierte Wegekreuz an der Reichenbrunner Straße, das an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erinnerte, war bei Baumfällarbeiten des Saarforst Landesbetriebes am Hang zerstört worden. Der traurige Anblick sollte aber nicht von Dauer sein, deshalb wurde das Kreuz im April letzten Jahres in einigen Teilen von einem Bildhauer erneuert und nahm wieder seinen angestammten Platz ein. Der Oberwürzbacher Alfons Bubel, der zuvor schon den Korpus am Kreuz repariert hatte, nahm sich der Pflege der Grünanlage rund um das Kreuz an. Gemeinsam mit der Stadt wurde 2015 eine Sandsteinmauer gezogen, der Hang im unteren Bereich abgeflacht, Blumen und Sträucher gepflanzt. Bereits bei der Übergabe dieses optisch aufgewerteten Platzes sagte Bubel: "Und das wird noch schöner." Er sollte Recht behalten, denn Anfang Juli wurde von Umweltminister Reinhold Jost in Beisein von Landtagspräsident Klaus Meiser eine Bank übergeben.


Am Samstag wurde die Sitzgelegenheit durch eine zweite Bank sowie einen Tisch ergänzt. "Als wir vor vier Wochen das letzte Mal hier waren, haben wir bereits gesagt, dass eine Bank alleine keinen Sinn macht", so Jost. Es habe sich eine Art Neckwettbewerb zwischen ihm und dem Saarforst entwickelt, dass für einen so "großen Schaden" auch eine etwas größer dimensionierte Sitzgruppe geschaffen werden müsse. Herausgekommen ist eine nahezu unverwüstliche Bank-Tisch-Kombination, die von Saarforst-Azubis gefertigt wurde. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand war zu hören, dass die Zerstörung vor zwei Jahren auch ein neuer Anfang war und der Platz schöner sei als je zuvor. Das helle Kreuz vor dem nun beräumten roten Sandstein kommt erst nach der Fällung der Bäume und der Befreiung des Hanges vom Strauchwerk richtig zur Geltung. "Früher hat man das gar nicht wahrgenommen", sagt Alfons Bubel, der sich auch freut, dass sich das derzeit lila blühende Heidekraut noch einmal seinen angestammten Platz im Fels zurückerobert hat. Nun würde der ehemals "Heidehübel" genannte Abschnitt der Sandsteinwand seinem Namen wieder alle Ehre machen. Der Umweltminister sprach den engagierten Oberwürzbachern sein Kompliment und Lob für die dort geleistete Arbeit aus. Da das Kreuz auch Ausgangspunkt vieler Wanderungen ist, sollen nahe der Sitzgruppe noch eine Wanderkarte und Erläuterungstafeln für Fauna und Flora folgen.