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Parkplatzsituation in St. Ingbert und Umgebung
Fast überall darf man umsonst parken

Das Woolworth-Parkhaus, das wieder einen neuen Besitzer hat, soll ab Frühling saniert werden. Ein Teil der Parkplätze sei laut Architekt Gerlando Giarrizzo für Mieter des neuen Gebäudes in der Poststraße vorgesehen.
Das Woolworth-Parkhaus, das wieder einen neuen Besitzer hat, soll ab Frühling saniert werden. Ein Teil der Parkplätze sei laut Architekt Gerlando Giarrizzo für Mieter des neuen Gebäudes in der Poststraße vorgesehen. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. In St. Ingbert gibt es rund 2000 Parkplätze, die meisten davon kostenlos. Neuer Besitzer beim Woolworth-Parkhaus.

Saarbrücken kann sich von St. Ingbert eine große Scheibe abschneiden. Die saarländische Hauptstadt hat die teuersten Parkplätze von allen deutschen Großstädten. Parken in St. Ingbert ist hingegen ein Schnäppchen.


Insgesamt stehen Autofahrern in der Mittelstadt 2134 Stellplätze zur Verfügung, knapp die Hälfte davon (1248) auf öffentlichen Parkplätzen. Die größten Parkflächen sind der Parkplatz Großbach am Rathaus (142) und die als „Schmelzerparkplatz“ bekannte Fläche in der Poststraße mit 126 Parkmöglichkeiten. An den Fahrbahnrändern gibt es 433 Parkplätze, allen voran in der Rickerstraße (67). Nicht zu vergessen, die zwar wenigen, aber in direkter Anbindung an die Fußgängerzone gelegenen Parkmöglichkeiten in der Kirchen- und Pfarrgasse (20) oder auf dem Parkdeck Hobels (70).

Die Anzahl der Parkplätze auf privaten Grundstücken hat sich durch die Schließung des Woolworth-Parkhauses in diesem Jahr von 584 auf 453 reduziert. Das Gebäude befindet sich inzwischen im Besitz einer Gesellschaft des St. Ingberter Architekten Gerlando Giarrizzo. Er erklärt auf Nachfrage, dass das Parkhaus ab diesem Frühling saniert werde, was sechs bis acht Monate in Anspruch nehme. Hintergrund, warum Giarrizzo das Gebäude erwarb, ist der geplante Neubau eines Büro-und Geschätfskomplexes in der Poststraße, am Standort des ehemaligen Zebra-Marktes (wir berichteten). So sollen im Woolworth-Parkhaus Stellplätze für Mieter des neuen Gebäudes bereit gestellt werden. Die weiteren Parkflächen im Parkhaus sollen dann „später sukzessive vermarktet werden“, so Giarrizzo.



1787 Parkplätze in der Innenstadt sind kostenfrei. Auf 956 von diesen ist es sogar möglich ohne eine zeitliche Begrenzung das Auto abzustellen. Bis zu zwei Stunden kann man 589 Stellflächen umsonst nutzen, auf 200 Parkplätzen kann bis zu einer Stunde geparkt werden. Nutzen Autofahrer einen der 328 kostenpflichtigen Parkplätze, muss zwar der Geldbeutel gezückt, aber nicht tief in die Tasche werden. Parken auf dem Schmelzerparkplatz kostet ab einer halben Stunde 50 Cent jede weitere volle Stunde. Die Höchstparkdauer beträgt hier vier Stunden für 3,50 Euro. Auf dem Parkplatz am Rewe ist immerhin die erste Stunde umsonst, 90 Minuten kosten einen Euro, jede weitere halbe Stunde 50 Cent. Besonders günstig ist das SAP-Parkhaus am Bahnhof. Hier zahlt man für zwei Stunden einen Euro, der ganze Tag kostet lediglich 1,50 Euro. Das macht diesen Parkplatz besonders attraktiv für Pendler. Die Stellplätze können aber auch eine Woche (10,50 Euro) oder auch einen Monat (15 Euro) durchgehend genutzt werden. Letztlich gibt es noch 53 Behindertenparkplätze und acht Parkbuchten speziell für Familien.

Vergleichsweise günstig kann man auch in Homburg parken. Dort gibt es ebenfalls rund 2000 Parkplätze. 1500 von ihnen können umsonst genutzt werden, teilweise aber mit einer begrenzten Parkdauer von einer bis zwei Stunden. 600 Parkflächen sind hingegen kostenpflichtig. So zum Beispiel in dem von der Homburger Parkhaus- und Stadtbus GmbH (HPS) betriebenen Parkhaus im Talzentrum. Eine Stunde Parken ist hier umsonst, die zweite Stunde kostet 50 Cent, jede weitere einen Euro. Der Tageshöchstsatz liegt hier aber nur bei relativ günstigen acht Euro, im Gegensatz zu Saarbrücken, wo man schnell sogar zehn Euro für eine geringere Parkdauer los ist. Noch immer ist nicht entschieden, ob auf dem Enklerplatz, wo es momentan rund 400 Parkplätze gibt, ein Einkaufszentrum entsteht. Während der Bauphase würden diese natürlich wegfallen. Aus diesem Grund habe die Stadt aber, so Homburgs Pressesprecher Jürgen Kruthoff, schon „im Vorfeld unter anderem 60 neue, kostenlose Plätze auf dem Gelände der Alten Feuerwache errichtet“.

In St. Wendel stehen Autofahrern rund 1230 Parkplätze zur Verfügung, 280 sind komplett kostenfrei. 319 sind ebenfalls umsonst, allerdings mit einer begrenzten Parkdauer zwischen einer halben und drei Stunden. In der Tiefgarage „Mott“ gibt es 480 Stellplätze. Dort zahlt man 50 Cent für eine halbe Stunde, der Tageshöchstsatz liegt bei acht Euro. Monatskarten gibt es für 35 Euro (Parken während den Öffnungszeiten) und 45 Euro (Parken rund um die Uhr).

Der Architekt
 Gerlando
 Giarrizzo.
Der Architekt Gerlando Giarrizzo. FOTO: Manfred Schetting