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Ex-Kaufhaus hat Weisgerber im Sortiment

St Ingbert. Anlässlich des 100. Todestages von Albert Weisgerber hängen einige seiner Werke im Original im Saarlandmuseum. St. Ingbert präsentiert im Weisgerber-Haus, dem ehemaligen Sinn-Kaufhaus, Schülerarbeiten zum Thema Weisgerber und einige seiner Arbeiten. Demnächst gibt es dort Kreativ-Angebote. Cornelia Jung

. Die Alte Baumwollspinnerei ist noch nicht fertig, um Albert Weisgerbers Werke im 100. Jahr seines Todes zu zeigen, aber ein anderes Gebäude in zentraler Lage stand leer. Und so entstand die Idee, im ehemaligen Sinn-Kaufhaus ein temporäres Weisgerber-Haus einzurichten, in dem einige seiner Arbeiten, wenn auch nicht im Original, seit gestern zu sehen sind. Da traf es sich gut, dass der ehemalige Kunsterzieher Hartmut Köhl über 40 Jahre Arbeiten seiner Schüler sammelte, die sich alle um den Maler Albert Weisgerber ranken. Diese Arbeiten von Schülern der 5. bis 13. Klassen sind neben einer Arbeit von Sabine Franke, die ein verschollenes Weisgerber-Porträt in Acryl nachmalte, die einzigen Originale der Ausstellung. Erstmals sah Köhl Bilder Weisgerbers vor fast 60 Jahren im heutigen Kulturhaus, wo ihm besonders ein Gemälde "eines dünnen Mannes mit Hemd" im Gedächtnis haften geblieben ist. "Seitdem hat mich Weisgerber nicht mehr losgelassen", so der ehemalige Lehrer, "ich habe mich mit den Jugendlichen mal ein ganzes Jahr intensiv mit Weisgerber beschäftigt. Da war mir auch der Lehrplan egal." Heute fungiert er mit den "Schularbeiten" als Leihgeber der Ausstellung, in die neben den St. Ingberter Bürgern vor allem Schüler "gelockt" werden sollen, um sich mit dem Künstler vertraut zu machen.

Dort wird es Kreativ-Angebote und Projekte für alle Klassenstufen geben, die von Kunstpädagogen des Museums betreut werden. Wie aus einer Skizze ein Bild wird, kann man bei "Stadtansichten oder wie man sich die Welt erlebt" lernen, bei "Liebe Grüße von Albert Weisgerber " beschäftigen sich die Kinder mit Postkarten, die nach Weisgerber-Motiven gestaltet wurden, und lernen selbst, mit Tusche und Feder umzugehen. Dass es nie zu früh ist, sich mit Kunst und Weisgerber im Speziellen zu beschäftigen, bewiesen die Vorschulkinder der Kita Luitpoldschule, die gestern zur Ausstellungseröffnung ins Weisgerber-Veranstaltungshaus gekommen waren. Ihr Lesepate Johannes Becher hat sich eine Phantasiegeschichte zum St. Ingberter Maler ausgedacht, bei der die Kleinen automatisch die Frage stellten, wer denn dieser Weisgerber überhaupt sei. Das erklärten ihnen nun anhand der umfangreichen Schau Andrea Fischer , die Kuratorin der Weisgerber-Stiftung, Marika Flierl, Leiterin des Geschäftsbereiches Kultur, Bildung und Familie der Stadt St. Ingbert , und ihre Erzieherin Ursula Schuster. Zuerst suchten sie dort ein Selbstbildnis Weisgerbers, das sie schon aus ihrer Kita kannten, um sich dann von Andrea Fischer eine Fotografie des Künstlers zeigen zu lassen. "Das ist in schwarz-weiß, weil es zu der Zeit, als der Maler gelebt hat, noch keine Farbfotografie gab", erklärte sie den Kindern, um ihnen gleich daneben ein Gemälde zu zeigen, auf dem Weisgerber seine Frau darstellte. "Wie heißt die, Margarete?", so ein Knirps, "ein komischer Name." Ganz nebenbei tauchen die Kinder durch die Erklärungen der Erwachsenen in diese Zeit ein.


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Auf einen BlickDas Weisgerber-Haus in der Kaiserstraße 21 hat dienstags bis freitags von neun bis 17 Uhr und samstags von zehn bis 14 Uhr geöffnet. Alle Veranstaltungen 2015 finden sich im Internet unter www.albert-weisgerber-stiftung.de . con