| 22:09 Uhr

"Eine zeitgemäße Infrastruktur"

Banddurchschnitt im Blieskasteler Kreisel zur Einweihung der neuen Verkehrsführung an der B 423 mit dem saarländischen Verkehrsminister Heiko Maas (Dritter von links) und Ministerialdirigent Stefan Krause vom Bundesverkehrsministerium (Fünfter von links). Foto: Fredi Brabänder
Banddurchschnitt im Blieskasteler Kreisel zur Einweihung der neuen Verkehrsführung an der B 423 mit dem saarländischen Verkehrsminister Heiko Maas (Dritter von links) und Ministerialdirigent Stefan Krause vom Bundesverkehrsministerium (Fünfter von links). Foto: Fredi Brabänder
Blieskastel. Dichtes Gedränge herrschte gestern Morgen kurz vor 11 Uhr an und in der Alten Markthalle im Blieskasteler Rathaus: Zahlreiche Politiker, aber auch Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um nach rund fünfjähriger Bauzeit und Bundes-Investitionen von 15,2 Millionen Euro die Verkehrsader neue Bundesstraße 423 offiziell einzuweihen Von SZ-Redakteur Joachim Schickert

Blieskastel. Dichtes Gedränge herrschte gestern Morgen kurz vor 11 Uhr an und in der Alten Markthalle im Blieskasteler Rathaus: Zahlreiche Politiker, aber auch Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um nach rund fünfjähriger Bauzeit und Bundes-Investitionen von 15,2 Millionen Euro die Verkehrsader neue Bundesstraße 423 offiziell einzuweihen. Zwischen Rathaus und dem neuen Kreisel war ein Rednerpult aufgebaut, an dem nach der Begrüßung von Werner Schmitt, Leiter der Obersten Straßenbaubehörde im saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr in Saarbrücken, Ministerialdirigent Stefan Krause vom Bundesverkehrsministerium, der saarländische Verkehrsminister Heiko Maas und der Direktor des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), Michael Hoppstädter, ans Mikrofon traten. Sie alle betonten die Wichtigkeit der Baumaßnahmen, die die teilweise Verlegung der B 423, zwei neue Brückenbauten sowie den Verkehrskreisel vor den Toren Blieskastels umfassten.



Lebensqualität wird gesteigert

Minister Maas erklärte vor den rund 200 saarländischen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern und Bürgern, dass der Umbau der B 423 für mehr Lebensqualität in Blieskastel sorge und die wirtschaftliche und touristische Entwicklung vor Ort gestärkt werde. "Ein zukunftsfähiges Land wie das Saarland braucht auch moderne Mobilitätskonzepte und eine zeitgemäße Infrastruktur", so Minister Heiko Maas. Die neue Trasse der B 423 leite den Verkehr nun am Stadtkern vorbei und sorge für einen reibungslosen Verkehrsfluss.

Internationale Verbindung

Zuvor hatte Ministerialdirigent Stefan Krause vom Bundesverkehrsministerium betont, dass die B 423 auch eine "internationale Verbindung nach Frankreich" sei. Mit mehr als durchschnittlich 15 000 Pkw und Lkw pro Tag liege die B 423 im Verkehrsaufkommen deutlich über dem Bundesschnitt der Bundesstraßen. Er freue sich, dass in Blieskastel auch eine neue Brücke gebaut wurde, da in vielen Teilen der Bundesrepublik Deutschland die Brückenbauten in die Jahre gekommen seien und deshalb Sorgen bereiteten. Hier gebe es viel Sanierungsbedarf. Der Direktor des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen, Michael Hoppstädter, erklärte, dass auf der B 423 in Blieskastel in Spitzenzeiten sogar 19 000 Pkw und Lkw registriert würden - mit steigender Tendenz. Mit den beiden Kreiseln in Blieskastel und dem kleineren Kreisel bei Webenheim, der bereits im Oktober 2009 eröffnet worden war, sei man jetzt gut aufgestellt.

Ein weiterer Kreisel in der Barockstadt ist derzeit an der Blickweilerstraße im Bau, wo nach dessen Fertigstellung der Busbahnhof vor der Bliesgaufesthalle entstehen soll.

Meinung

Eine teure, aber runde Sache

Von SZ-Redakteur

Joachim Schickert

Man muss es ja nicht gleich wie die Blieskasteler Stadtverwaltung sehen, die den neuen Kreisel als ein "Meisterwerk der Ingenieure und Bauarbeiter und Jahrhundertwerk für Blieskastel" ansieht. Aber mit der gestern offiziell eröffneten neuen B 423 und dem Kreisel ist man in der Barockstadt glänzend aufgestellt. Wer an die Staus in den vergangenen Jahren denkt und als Autofahrer darin stand, weiß das neue Bauwerk zu schätzen. Seit Mai vergangenen Jahres, als die neue Brücke und der (noch nicht ganz fertig gestellte) Kreisel freigegeben wurden, lief der Verkehr bereits rund. Staus und Beeinträchtigungen durch Baustellen gab es natürlich auch - allerdings waren diese weitgehend dem Bau des neuen Kreisels an der Blickweilerstraße geschuldet. Und während man in der Mittelstadt St. Ingbert mit der Ingobertusstatue im Kreisel an der Ensheimer Straße in der Bevölkerung einen Skandal provozierte, wurde das Tor vom ehemaligen Finanzamt, das mitten im Blieskasteler Kreisel steht, von der Bevölkerung als "Tor zur Stadt" und neues Wahrzeichen der Barockstadt gefeiert. Gut 15 Millionen Euro an Steuergeldern hat die neue Verkehrsführung in Blieskastel gekostet. Doch wer will ernsthaft behaupten, dass das rausgeschmissenes Geld ist?

Hintergrund

Die Bundesstraße 423 stellt eine überregionale Verbindung im südöstlichen Saarland dar. Sie führt von der Bundesgrenze zu Frankreich bei Habkirchen über die Mittelzentren Blieskastel und Homburg zur Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bei Waldmohr. In diesem Verlauf ist sie an der Anschlussstelle Homburg-Einöd mit der Autobahn 8 und an der Anschlussstelle Homburg mit der Autobahn 6 verknüpft. Daneben hat sie eine große Bedeutung für den regionalen Pendlerverkehr. Die Verkehrsbelastung der B 423 an der Querspange Blieskastel/Webenheim beträgt rund 15 000 Kraftfahrzeuge pro Tag. ert