| 20:07 Uhr

Leibniz Vocal Group
Eine Reise durch die Epochen der Chormusik

Timo Uhrig und die leibniz|vocal|group bei ihrem Konzert in der St. Ingberter Christuskirche.
Timo Uhrig und die leibniz|vocal|group bei ihrem Konzert in der St. Ingberter Christuskirche. FOTO: Jörg Martin / Jörg Martin
St. Ingbert. Von Jörg Martin

„…denn es will Abend werden“ hatte die Leibniz Vocal Group ihr Konzert am Sonntagnachmittag in der Christuskirche genannt. In Anlehnung an die Kirchenkantate für den zweiten Osterfesttag von Johann Sebastian Bach gab der junge Schulchor „Internationale Chormusik verschiedener Epochen“ unter der Leitung von Timo Uhrig zum Besten. Die Zahl der Besucher war beim ersten eigenen Konzert des jungen Vokalensembles noch überschaubar gewesen. Bislang waren die rund zehn Schülerinnen, am Sonntag sangen sieben von ihnen, meist mit anderen Chören und Formationen aufgetreten. Uhrig hat das Ensemble der Mittel- und Oberstufe des St. Ingberter Leibniz-Gymnasiums im November 2015 neu gegründet. Er ist seit März diesen Jahres als einer von drei Kantoren am Hohen Dom zu Trier für die vier Chöre der Dommusik zuständig.



Die Sängerinnen zählen am Leibnizgymnasium zu den Musikgruppen und haben ein mehr als breit gefächertes Repertoire. Davon konnten die Besucher des Konzertes, welches am Vorabend bereits mit dem gleichen Programm in der Ormesheimer Pfarrkirche St. Mauritius stattfand, einen Eindruck gewinnen. Den Auftakt machte, mehr als passend für die hohen Stimmen, „Gabriellas Song“ (Stefan Nilsson), welches vor 13 Jahren als Filmmusik des Kinofilms „Wie im Himmel“ populär wurde. Einen Block an Titeln mit Schwerpunkt England, Irland und Schottland hatte Timo Uhrig, der den Chor auch am Klavier begleitete, in seiner Moderation angekündigt. Darunter Lieder wie „A Song of Thanksgiving“ und das schottische „Greensleeves“, welches für die hellen Stimmen wie geschaffen schien. Beim irischen „An Irish Blessing“ versprühten die Jugendlichen enorm viel Lebensfreude und Optimismus.

Englischer Barock pur hieß es, als „Let us wander“ und „Sound the Trumpet“, beide von Henry Purcell, in der Kirche erklangen. Das kam an, wie sich am recht langen Applaus kurz danach zeigte. Auch das kurze und zugleich persönliche Kyrie (Malcolm Archer) des geistlichen Konzertteils war für die weiblichen Stimmen wie geschaffen. Ums Zuhören und Hören - in der heutzutage hektischen Zeit etwas Besonderes - ging es bei „Listen“. Ein wohl ausgesuchtes Thema, welches die Erwartungen des Publikums zu treffen schien. Auch das Titel-Stück des Konzerts, der Kanon „…denn es will Abend werden“, den die Sängerinnen als Chorimprovisation umsetzten, erhielt großen Beifall.

Mit „Stay“ von Rihanna hatte man nicht zwangsläufig gerechnet. In der Interpretation überzeugte auch dieser Titel. Ebenso wie der Klassiker „Mister Sandman“ und das Medley aus dem Kinofilm „Sister Act“. Letzterer vor allem wegen „I will follow him“.

Kurzweilig waren auch die Gesangspausen. In diesen gaben Timo Uhrig etwa eine Gavotte oder das Präludium in G-Dur, op. 37,2, von Felix Mendelssohn Bartholdy auf der Orgel spielte oder Charlotte Edelmann und Katharina Meyer zu Tittingdorf das Duetto I, Allegro, op. 75,2, von François Devienne auf der Querflöte zum Besten. Die im Anschluss folgende Zugabe überraschte da nicht.

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