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Tourismus
Eine eigene Hinweistafel für St. Ingbert

Wenn alle beteiligten Behörden zustimmen, könnte schon bald eine touristische Hinweistafel an der Autobahn für St. Ingbert werben. Das von der Verwaltung bevorzugte Motiv wäre das Ensemble der Alten Schmelz .
Wenn alle beteiligten Behörden zustimmen, könnte schon bald eine touristische Hinweistafel an der Autobahn für St. Ingbert werben. Das von der Verwaltung bevorzugte Motiv wäre das Ensemble der Alten Schmelz . FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Die Mittelstadt will auch an der Autobahn für sich werben. Bevorzugtes Motiv der Stadtverwaltung ist die Alte Schmelz.

Blieskastel hat eins, ebenso Bexbach und Homburg – die charakteristischen großen braunen Hinweistafeln an der Autobahn, die Touristen und Auswärtige zu einem Besuch der jeweiligen Stadt animieren sollen. Und auch St. Ingbert soll solch eine touristische Infotafel bekommen, wenn es nach dem zuständigen Ausschuss des Stadtrates geht. Die Stadtverwaltung unterstützt dies.


Doch bevor ein Natur- oder ein Industriedenkmal für die Biosphärenstadt wirbt, müssen noch einige Hürden genommen werden. Der Antrag kann formlos mit einem entsprechenden Motivvorschlag beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) eingereicht werden, bevor fachkundige Stellen wie Ministerien und Staatskanzlei angehört werden. Stehen diese dem Anbringen der Tafeln positiv gegenüber, ordnet der LfS deren Aufstellung an und es wird mit dieser Behörde ein straßenrechtlicher Gestattungsvertrag geschlossen.

Die Finanzierung liegt beim Antragsteller und umfasst Planung, Beschaffung, das Aufstellen und die Unterhaltung der Beschilderung. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, liegen die Kosten für ein solches Schild mit Fundament, Aufstellvorrichtung und die Verkehrssicherung zu Zeiten der Aufbauarbeiten zwischen 5000 und 7000 Euro. Wie es in der Sitzungsvorlage des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Biosphäre hieß, habe das Bundesverkehrsministerium die Länder zum „sparsamen Einsatz touristischer Hinweise angehalten“. Daher würden Anträge grundsätzlich dahingehend geprüft, ob die besondere überregionale Bedeutung sowie die im Motivvorschlag bildlich wiedergegebenen Sehenswürdigkeiten oder Landschaften einen entsprechenden Hinweis an einer für den Fremdenverkehr bedeutsamen Bundesautobahn rechtfertigt.

Obwohl die Möglichkeiten zur Aufstellung einer Hinweistafel sehr eingeschränkt sind, weil es schon andere Schilder und nur wenige Standorte gibt, wurden in der Sitzung schon einmal Motive diskutiert – vom Stiefel bis zum Rischbachstollen. „Es besteht die Schwierigkeit, das richtige Motiv zu finden“, sagte Sven Meier (SPD), „die Baumwollspinnerei wäre ideal.“ Sie wäre das Aushängeschild von St. Ingbert und würde, wäre sie denn fertig, alles von der Industriekultur übers Heimatmuseum bis zur Kunst abbilden. St. Ingberts Stadtverwaltung schlägt die Alte Schmelz als Motiv vor, da sie den ebenfalls geforderten Kriterien wie befestigte Zufahrtsstraße, ganzjährige öffentliche Zugänglichkeit und genügend Parkraum am nächsten komme. Bereits jetzt sei die Verwaltung im Gespräch und Erfahrungsaustausch mit dem Biosphärenzweckverband, der Erfahrung mit solchen Genehmigungsverfahren habe. Der Beteiligung der Bürger bei der Motivsuche stehe man zwar bei der Stadt grundsätzlich positiv gegenüber, werde aber auf einen Motivsuche-Wettbewerb verzichten, da er durch den Kriterienkatalog, der die Auflistung der Sehenswürdigkeiten sehr minimiere, nicht zielführend sei. Eine Agentur für die Gestaltung werde man nicht beauftragen, da die Verwaltung wegen der detaillierten Vorgaben selbst in der Lage sei, die Planung und Umsetzung der Hinweistafeln vorzunehmen.