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Eine andere Sicht auf die Kirchen und ihre Geschichten

Ein sonniger Blick auf einen Teil der protestantischen Kirche in Limbach. Foto: bam
Ein sonniger Blick auf einen Teil der protestantischen Kirche in Limbach. Foto: bam FOTO: bam
Saarpfalz-Kreis. Kirchenbesucher sollen die Geschichte und Bauweise der Kirchenräume besser erfahren und verstehen können. Deswegen werden haupt- und ehrenamtliche Kirchenführer aus der Saarpfalz und der Pfalz ausgebildet. red/jkn

"Eine Kirche ist nicht nur ein Ort der Spiritualität, sie ist auch immer ein Ort der Geschichte", berichtet Gerhard Döring, seit 2013 Kirchenführer im pfälzischen Edenkoben. Und tatsächlich, wer einen Kirchenraum betritt, der kann einige Entdeckungen machen. Viele Bedeutungen und Hintergründe bleiben jedoch im Verborgenen. Damit Kirchenbesucher die Kirchenräume in Zukunft besser erfahren und verstehen können, bilden das Institut für kirchliche Fortbildung und die Evangelische Arbeitsstelle für Bildung und Gesellschaft über das Projekt "Kirchenräume lebendig machen" haupt- und ehrenamtliche Kirchenführer aus der ganzen Pfalz aus. Ein gutes Beispiel für ein solches ehrenamtliches Tun war zuletzt auch bei der Nacht der Kirchen in der Apostelkirche in Einöd. Dort erklärte der Ehrenpresbyter Karl Heiner die Geschichte der Kirche, die durch Glockengeläut begleitet wurde. Auch in Limbach, Altstadt oder im Bliestal und in der Karls- und Alexanderkirche in Zweibrücken gibt es Kirchenführungen, für die sich man vor Ort anmelden kann. Die Kirchenführer erklären auf ihre Weise vor Ort Geschichte und Besonderheiten ihrer Gemeindekirchen, um so die geschichtliche und kulturelle Bedeutung dieser Orte angemessen zur Geltung zu bringen.

Für Gerhard Döring ist die protestantische Kirche in Edenkoben schon immer ein faszinierender Ort gewesen. Durch Zufall hat er dann von der Ausbildung zum Kirchenführer erfahren. "An der Ausbildung zum Kirchenführer hat mir besonders die große Vielfalt der unterschiedlichen Kirchen gefallen", so Döring. "Ich hoffe, dass nun viele Menschen an Führungen teilnehmen." Die protestantische Kirche Edenkoben feiert nächstes Jahr ihr 275-jähriges Bestehen.

Auch Peter Heitel aus Deidesheim gehört zu den Kirchenführern, die 2013 ihr Zertifikat erhalten haben. Das Besondere: Peter Heitel ist Katholik, der bisher einzige, der an der Schulung der Evangelischen Arbeitsstelle teilgenommen hat. Schon zuvor hat er, in seiner Funktion als Kultur-und Weinbotschafter Pfalz, verschiedene Stadtführungen durch Deidesheim und Umgebung organisiert. Von dem Ausbildungsprogramm hat er bei einem Besuch der Stiftskirche in Neustadt erfahren. Das Projekt der protestantischen Landeskirche habe ihm sehr gefallen, meint Heitel. Er hofft, dass andere seinem Beispiel folgen und sich in Zukunft auch mehr Menschen anderer Konfessionen anmelden.

Neben Gerhard Döring und Peter Heitel gibt es in der Saarpfalz und der Pfalz auch zahlreiche andere Kirchenführer. Bisher wurden 43 Kirchenführer ausgebildet, neun davon haben den Kurs Anfang des Jahres absolviert.

Die Verantwortlichen sind Birgit Weindl vom Institut für kirchliche Fortbildung und Annekatrin Schwarz von der Arbeitsstelle für Bildung und Gesellschaft. Die Ausbildung zum Kirchenführer dauert über zwei Jahre mit insgesamt 120 Unterrichtsstunden. Das Gelernte konzentriert sich vor allem auf die Aspekte Kirchenbau, Kirchenpädagogik, Glauben und Theologie. Die nächste Fortbildung für interessierte Frauen und Männer aus der Saarpfalz und der Pfalz startet im Herbst 2014.

Ansprechpartnerinnen sind Birgit Weindl vom Institut für Fortbildung, Telefon (04 634 41) 55 468 05 70; E-Mail: birgit.weindl@institut-kirchliche-fortbildung.de und Annekatrin Schwarz von der Evangelischen Arbeitsstelle, Telefon: (06 31) 3 464 21 06; E-Mail: Annekatrin.Schwarz@evkirchepfalz.de.