| 00:00 Uhr

Ein Spaziergang über die unsichtbare Grenze

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wanderte von Bliesschweyen nach Bliesransbach über die Grenze. Foto: Becker&Bredel
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wanderte von Bliesschweyen nach Bliesransbach über die Grenze. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Bliesmengen-Bolchen. Anlässlich des Frankreichjahrs hatte Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer zu einer Wanderung eingeladen. Gewandert wurde auf der deutsch-französischen Grenze bei Bliesmengen-Bolchen. bub

Rund 100 Wanderer waren gekommen und folgten der Einladung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu einer gemeinsamen Tour vom französischen Grenzörtchen Bliesschweyen über Bliesmengen-Bolchen zum Hartungshof nach Bliesransbach. Wandern über die Grenze war das Motto, das die Ministerpräsidentin so beschrieb: "Diese Aktion resultiert aus dem Frankreichjahr, und wir erfahren bei dieser Wanderung, dass man die Grenze gar nicht mehr sieht." In der Tat führt die Grenze durch die Flussmitte der Blies, verbunden durch eine Brücke wandert man von Bliesschweyen nach Bliesmengen-Bolchen und sieht keinen Schlagbaum und kein Grenzschild. Was man sieht, ist eine Tafel mit zwei Landesflaggen, doch die hat ein Privatmann aufgestellt, sagt Bürgermeister Roland Roth vom Regionalverband Saargemünd. "Nach einer Hexennacht war das Schild da und zeigt in jeder Richtung auf den Weg ins Paradies." Französische und deutsche Kommunalpolitiker beteiligten sich an der Wanderung, aber auch viele Bürger. Kramp-Karrenbauer kam in Wanderstiefeln mit Schiebermütze und Dreiviertelhose. Mitzuwandern sei ihr ein Anliegen, sagte sie und will als Beauftragte der Bundesregierung für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen die Funktion des Saarlandes als Brücke zu Frankreich weiter stärken.

Stolz sei man auf die Ansiedlung des deutsch-französischen Kulturrats. Neben der deutsch-französischen Hochschule und dem Sekretariat für den beruflichen Austausch seien damit drei zentrale Einrichtungen in Saarbrücken. Das deutsch-französische Jugendwerk eröffne eine Dependance. Insofern sei das Saarland auch weiterhin das französischste Bundesland. Mit weiterem Augenmerk auf den Sprachunterricht soll es das auch bleiben. Die Wanderung in Bliesmengen-Bolchen führte über die Bliesgauanhöhen zum Hartungshof nach Bliesransbach über den 322 Meter hohen Sommerberg. Da kamen die Wanderer bei hochsommerlichen Temperaturen ins Schwitzen. Das DRK bot Verpflegung auf halber Strecke, der Musikverein Bliesmengen-Bolchen spielte zum Start.