| 20:49 Uhr

Handball
Ein schmerzhaftes Unentschieden

Niederwürzbachs Trainer Christian Schöller (rechts) ist derzeit zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.
Niederwürzbachs Trainer Christian Schöller (rechts) ist derzeit zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. FOTO: Klos Horst / Horst Klos (Klosfoto)
Niederwürzbach. Der TV Niederwürzbach und die HSG Dudweiler/Fischbach trennen sich mit einem Unentschieden. Auf beiden Seiten gibt es verletzungsbedingte Ausfälle und einen besonders erfolgreichen Torjäger. Von Lucas Jost

Gleich zwei Spieler hatte der TV Niederwürzbach für sein Heimspiel am vergangenen Samstag gegen die HSG Dudweiler/Fischbach reaktiviert. Mit dem Einsatz von Ex-Kapitän David Leffer (Rückraum Mitte) und Linkshänder Thorsten Bas (Rechtsaußen) reagierte der Verein auf seine aktuelle Verletzungsproblematik, die aber vorerst keine Rolle spielen sollte. Denn vom Anpfiff an lief es gut für die Gastgeber. Vor allem ein dominierte die Anfangsphase: Maximilian Bölke. Über 3:0 führte er seine Mannschaft zur 8:4-Führung. Nach nur 13 Minuten hatten die Würfe des Co-Kapitäns schon fünf Mal den Weg ins Tornetz gefunden.


Die Gäste mussten indes nach zehn Minuten einen kleinen Schock verdauen, als sich Spielmacher Luca Forchner mit Kreislaufproblemen auswechseln lassen musste. Es dauerte, bis sich die Gäste ihren Weg ins Spiel fanden. 24 Minuten waren vergangen, ehe ihr rechter Rückraum Mike Finkler den verdienten 10:10-Ausgleich erzielen konnte. Mit 13:13 ging es in die Pause, in der es für die Wikinger noch blöder kommen sollte. Kreisläufer Johannes Schu beklagte in der Kabine Seh-Probleme und Schwindelgefühle, nachdem er zum Ende des ersten Durchgangs einen Ball mit dem Gesicht geblockt hatte. Auch für ihn war die Partie vorzeitig beendet. Auf der anderen Seite erwischte es nach rund 40 Minuten den linken Rückraum Maximilian Junius – Verdacht auf Kreuzbandriss.

Diese Verletzungsmisere überstanden die Hausherren erst einmal besser, so dass Linkshänder Bas nach 43 Minuten das 21:18 erzielte. „Wir konnten die Distanz aber nicht halten“, meinte TVN-Trainer Christian Schöller. Es folgte die Aufholjagd der HSG. „Wir hatten den TVN zeitweise sehr gut im Griff und konnten ihn öfter zum Zeitspiel und dementsprechend zu einem Abschluss zwingen, der dann in dieser Phase glücklicherweise nicht im Tor gelandet ist“, beschrieb Nonnweiler, der selbst entscheidenden Anteil an der Aufholjagd seiner Mannschaft hatte. Mit seinen Toren sieben (19:21) und acht (22:21) brachte er die Gäste in Führung. Von da an war das Spiel wahnsinnig eng und umkämpft. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, über 22:22, 23:23, 24:24, 25:25 und 26:26 fiel die Entscheidung erst in der letzten Minute. Finkler hatte die Gäste in Führung gebracht (27:26). Die HSG war sogar in Ballbesitz, spielte dem TVN den Ball aber in die Hände, der nach einem Foul im Gegenstoß einen Strafwurf zugesprochen bekam. Mit seinem 13. Treffer konnte Bölke 30 Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielen. Der letzte Angriff des Aufsteigers brachte keinen Erfolg.



„Im Vorfeld hätten wir gesagt: Super, einen Punkt gewonnen“, meinte Nonnweiler, der aber einräumte: „Wenn man allerdings die letzten Minuten angesehen hat, dann hätten wir den Sieg nicht mehr aus der Hand geben dürfen und da sieht das Ganze eher wie ein verlorener Punkt aus.“ Christian Schöller meinte zufrieden: „Wenn man die komplette Spielzeit betrachtet, ist das Unentschieden gerecht.“ Der Trainer lobte seine junge Mannschaft für ihre Moral: „Die Jungen müssen erstmal die Erfahrung sammeln und in solchen schwierigen Situationen zurückkommen. Das war charakterstark, dass sie sich da reingekniet und nicht aufgegeben haben.“

Tore für den TV Niederwürzbach: Maximilian Bölke (13/3), Thorsten Bas (4), Nils Lauer (4), Maximilian Junius (2), Philipp Leffer (2), Alexander Deckarm (1), Yannick Pressmann (1)