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Ein Park zeigt sein Potenzial

Auch Charlie Chaplin alias Klaus Riefer besuchte das Parkfest in St. Ingbert und trieb nicht nur Schabernack mit den Besuchern, sondern fertigte Karikaturen und hatte zwischendurch auch mal ein paar Minuten Zeit für einen Cocktail. Fotos: Cornelia Jung
Auch Charlie Chaplin alias Klaus Riefer besuchte das Parkfest in St. Ingbert und trieb nicht nur Schabernack mit den Besuchern, sondern fertigte Karikaturen und hatte zwischendurch auch mal ein paar Minuten Zeit für einen Cocktail. Fotos: Cornelia Jung
St Ingbert. Gerade von der Weitläufigkeit der Gustav-Clauss-Anlage waren viele Besucher des Parkfestes angetan. Auf der grünen Feiermeile wurde an den drei Festtagen aber auch viel geboten: Musik, Kunst, Kino, Theater und gutes Essen. Diese Mischung kam gut an. Cornelia Jung

. Schon früher gab es ein Fest im Stadtpark, das wieder eingeschlafen war. Vor zwei Jahren dann machten Arbeiterwohlfahrt und Ortsrat mit einem Mehrgenerationenfest an eben jener Stelle einen Neuanfang, das 2015 wiederholt wurde. Da ging noch mehr, sagte man sich und so wurde aus einer "größeren" Idee, die bereits vor drei Jahren geboren wurde, am vergangenen Freitag Realität. Da begann das erste Parkfest über drei Tage.


Wie Oberbürgermeister Hans Wagner sagte, wolle man damit die Gustav-Clauss-Anlage "aus ihrem Dornröschenschlaf wecken" und wieder ins Bewusstsein der Bürger rücken. Einen verschlafenen Eindruck machte sie am frühen Freitagabend nicht, denn da spielte "Hugo's Corner" Rock und Pop. Die St. Ingberter, die es sich an den Bierzeltgarnituren gemütlich gemacht hatten, genossen das spätsommerliche Wetter. Obwohl erst am Samstag die ganze Anlage rings um den kleinen Weiher bespielt wurde, war das Fest bei vielen Liebe auf den ersten Blick.

"Wozu ein Stadtfest, das hier hat viel mehr Potenzial", meinte jemand, dem das Ambiente auf der grünen Wiese gut gefiel. Dankbar wurde auch das Essensangebot jenseits von Schwenker und Würstchen angenommen. "Hier gibt es Essen aus der Türkei, Syrien und der Gehnbach", verwies Wirtschaftsförderer Thomas Debrand auf Kebap, süße Spezialitäten und das Spanferkel. Auch die Burger aus dem Truck schmeckten und die flüssigen Spezialitäten vom Coffee-Bike. Cocktails gab's vom Soho und lecker Eis am Samstag von Charlottes Eismanufaktur. Am Freitagabend zeigte die Kinowerkstatt "Lissy und der wilde Kaiser". Ganze Familien kamen mit Klappstühlen und wärmenden Decken und nur die aufziehende Kälte war wohl der Hauptgrund, dass dann doch einige das "Wiesenkino" vorzeitig verließen.



Am Samstag zogen sich die Aktivitäten durch den ganzen Park. Gerade diese Weitläufigkeit war es, die den meisten Besuchern im Gegensatz zum Gedränge des Stadtfestes gefiel. Neben der "Kunstwiese" mit Ständen, an denen Selbstgefertigtes angeboten wurde, gab es hinter dem Parkteich die Familienwiese. Hier hatten die Pfadfinder, die auch die Nachtwache übernahmen, ihre Zelte aufgebaut. Ganz aus dem Häuschen zeigte sich am Samstag ein kleiner Junge, der die DRK-Hüpfburg in Form eines Krankenwagens cool fand. Da war er nicht der einzige junge Besucher. Die Innungskrankenkasse bot Torwandschießen, Glücksrad, Kinderschminken an und hatte Charlie Chaplin alias Klaus Riefer mitgebracht. Der fertigte Karikaturen der Besucher und trieb so manchen Schabernack, wenn er die Gustav-Clauss-Anlage mit Stöckchen und Melone durchquerte.

Am äußersten Zipfel der Familienwiese hörte man die Kunst und es war keine Musik , wie sie im vorderen Teil mit Zünftigem oder auch vom Nachwuchs aus der Musikschule geboten wurde. Denn dort kreischten zwei Kettensägen, die Holzstämme in allerlei Getier verwandelten. Was die Passanten freute, verlangte den Anwohnern ein gehöriges Maß an Toleranz ab, denn vor dem tollen Skulpturen-Endergebnis stand die Arbeit und eben die Geräuschkulisse. Am Samstagabend gab "Schams", die integrative Musik- und Theatergruppe, einen Vorgeschmack auf ihr Stück "Nie wieder Hass", das Ende Oktober seine St. Ingberter Premiere hat. Obwohl an den beiden ersten Tagen schon alle Altersstufen vertreten waren, gab es am gestrigen Sonntag den abschließenden "Tag der Generationen".

Die Kettensägenkünstler Bernhard Neises und Andreas Müller (hier im Bild) zeigten, was man alles aus Holz machen kann.
Die Kettensägenkünstler Bernhard Neises und Andreas Müller (hier im Bild) zeigten, was man alles aus Holz machen kann.