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Alois Ohsiek
Ein Mann mit besonders langem Atem

Alois Ohsiek (links) bekam für sein vielfältiges Engagement die Bundesverdienstmedaille am Bande von Finanzstaatssekretär Ulli Meyer.
Alois Ohsiek (links) bekam für sein vielfältiges Engagement die Bundesverdienstmedaille am Bande von Finanzstaatssekretär Ulli Meyer. FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach. Der Oberwürzbacher Alois Ohsiek wurde für sein Engagement mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Am Mittwoch wurde Alois Ohsiek aus Oberwürzbach im dortigen alten Rathaus die Bundesverdienstmedaille am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Finanzstaatssekretär Ulli Meyer übergab sie im Namen des Bundespräsidenten auf Vorschlag der früheren saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Alois Ohsiek hat die Gemeinschaft und was er für diese und für andere Menschen tun kann, stets in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt. Er hat mit seinem jahrelangen ehrenamtlichen Engagement in diversen Vereinen und Vereinigungen gezeigt, dass Mitmenschlichkeit sowie Bürgersinn in unserer Gesellschaft lebendig, notwendig und schützenswerte Güter sind. Wir brauchen Bürger wie Alois Ohsiek, die mit Mut, Tatkraft und Engagement den Herausforderungen der Zukunft entgegen treten“, stellte Meyer im Rahmen der Verleihung besonders heraus. Vier Jahrzehnte lang war der heute 78-jährige Ohsiek im Stadtrat, fünf Legislaturperioden war er Sprecher der CDU-Fraktion im Umweltausschuss des Rates. Von Anfang an machte er sich für die Anerkennung der Region als Biosphärenreservat stark, wo er seit 2010 als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer selbst auf unzähligen thematischen Wanderungen den Menschen seine Heimat und ihre Entwicklung nahebringt. Das Interesse des ehemaligen Grundschullehrers für die Historie fand unter anderem Ausdruck in dem im Jahr 2000 gegründeten Heimatverein Oberwürzbach, in dem er sich, auch bei der Konzipierung von außerhalb Oberwürzbachs gezeigten Ausstellungen, engagiert. Meyer erinnerte sich an gemeinsame Erlebnisse mit Ohsiek beim Wandern, der dem Jüngeren „meist davon lief“. Der begeisterte Marathonläufer und Radfahrer Ohsiek habe extra für ihn langsam gemacht. Diese Fairness rechne Meyer ihm hoch an und bei wiederholten Begegnungen bei Touren und Veranstaltungen habe er den Geehrten kennengelernt als jemanden mit „einer hohen Affinität zu unserer Heimat und Natur, deren Erhaltung ihm immer ein Anliegen war, und als einen leidenschaftlichen Läufer und hilfsbereiten Menschen“. Ortsvorsteherin Lydia Schaar, deren Stellvertreter Ohsiek ist, würdigte ebenfalls seine 50-jährige Arbeit im Politik- und Vereinsbereich und meinte: „Dein Antrieb ist ein Vorbild“. 1960 trat Ohsiek in die Oberwürzbacher CDU ein, 24 Jahre war er deren Vorsitzender. Sein Engagement sei aber nicht nur auf den Ort beschränkt gewesen, denn er war auch eine Legislaturperiode im Kreistag vertreten. Vielen Vereinen vor Ort drückte er seinen Stempel auf. In wie vielen er Mitglied ist, konnte er so spontan gar nicht beantworten. In seiner Dankesrede betonte er, dass er trotz einiger Schwierigkeiten alles genauso wieder machen würde. „Du scheinst gar nicht anders leben zu können, als du es getan hast“, sagte Markus Schaller, Beigeordneter im Kreistag, „du hast dein Engagement in den Dienst anderer gestellt. Du warst immer da, auch in Vertretung. Da hat sich der Dauerläufer bemerkbar gemacht. In dieser kurzen Zeit hast du die Fraktion bereichert und viele Ideen eingebracht.“


Auch sein Vereinskollege im Heimatverein, ehemaliger Kollege in der Schule in Lautzkirchen und langjähriger Weggefährte Alfons Wirtz dankte Ohsiek. „Viele Etappen des Lebens sind wir gemeinsam gegangen, mal nebeneinander, mal hintereinander“, so der Vorsitzende des Heimatvereins, „in all diesen Etappen gibt es Gründe, dir zu danken, für deine Nachhaltigkeit und deine Ausdauer.“