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Konzert am AMG
Ein Benefizkonzert statt Schulnoten

Fünf Bands (im Hintergrund „Lightsight“) und das Team des AMG sorgten auf dem Schulhof bei „Bands for Benefit“ für Stimmung und dafür, dass sich alle Gäste wohlfühlen.
Fünf Bands (im Hintergrund „Lightsight“) und das Team des AMG sorgten auf dem Schulhof bei „Bands for Benefit“ für Stimmung und dafür, dass sich alle Gäste wohlfühlen. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Der Kurs „Musik, Mensch & Management“ am Albertus-Magnus-Gymnasium organisierte ein Konzert auf dem Schulhof. Von Cornelia Jung

So eine Premiere wie am vergangenen Freitag hatte es am Albertus-Magnus-Gymnasium bisher noch nicht gegeben. Zwar finden dort immer mal wieder Musikaufführungen statt, aber solch eine große wie „Bands for Benefit“ mit fünf Bands noch nie. Und noch etwas war besonders an diesem Event mit einer Bühne mitten auf dem Schulhof. Organisatoren des Ganzen waren Schüler des Seminarfaches „Musik, Mensch und Management“ und ihr Lehrer Frank Hahnhaußen.


In Seminarfächern unterschiedlichen Inhalts an den weiterführenden Schulen geht es vor allem darum, die jungen Erwachsenen an eine selbstständige Arbeitsweise im Studium heranzuführen. Oft werden Referate zu einem Thema gehalten, bei dem sich die Schüler in freier Rede vor Publikum üben, nachdem sie sich über Wochen auf ein Fachgebiet fokussiert und recherchiert haben. Dass effektives Arbeiten als Unterrichtsinhalt noch weit über die Schule hinausstrahlen kann, zeigte das Konzert, das den Kinder-Hospizdienst Saar als Benefizzweck aussuchte.

Bereits Anfang des vergangenen Schuljahres hatte Hahnhaußen nach dem amerikanischen Vorbild des sogenannten „Service Learning“ die Idee zu solch einer Veranstaltung, denn was eignet sich besser zum Ausprobieren, ob der Unterricht fruchtet, als die Theorie in die Praxis umzusetzen. Ab Januar dieses Jahres wurde es konkret. Die Musik, die ein Drittel des Kursnamens ausmacht, war mit den saarländischen Bands KORE, rebelsoul, Lightsight, Dauerbrenner und Shooting Butterflies schnell gefunden. Hier half die saarländische Lösung, bei der einer jemanden kennt „Die spielen alle kostenlos. Das war auch die Bedingung für das Konzert. Sonst hätten wir uns das nicht leisten können“, so der Musiklehrer, „und wir hatten so viele Interessenten, dass wir drei Abende mit Musik hätten füllen können.“



Zweiter Teil des Kursinhaltes gilt dem Management, das bei der Organisation des Events eine große Rolle spielte. Frühzeitig wurden Listen gemacht, nichts dem Zufall überlassen. Essen und Getränke mussten besorgt und der schuleigene Sanitätsdienst verpflichtet werden, sowie eine Security-Firma. An einem Service-Point konnten sich die Besucher über die Veranstaltung informieren. Es gab einen Merchandising- und einen Candy-Stand, einen Kameramann, der alles für die Ewigkeit festhielt, und natürlich Technikverantwortliche, ohne die die Sängerinnen und Sänger sowie die anderen Musiker weitestgehend stumm und im Dunkeln geblieben wären. An sie ging ein besonderer Dank des Orga-Teams. Und natürlich an die vielen, der Schule verbundenen Sponsoren sowie den Verein zur Förderung der sozialen und kulturellen Belange in St. Ingbert, der die Bühne kostenlos stellte.

Trotz aller Vorbereitung gab es kleine Pannen. Als beispielsweise das Wechselgeld ausging, die Technik kurz schlapp machte oder Kleine „Helferlein“ wie Kabelbinder gebraucht wurden. Auch der Umgang damit will gelernt sein. Katja Dittgen und Victoria Schmidt sind zwei von 18 Schülern, die mit ihrem Kurs das Konzert auf die Beine stellten. „Das Schwierigste war, einzuschätzen, wie viele Leute kommen“, fand Katja. Die Angst, dass etwas nicht klappen könnte, und die Freude auf das selbst initiierte Musikereignis hätten nah beieinander gelegen, sagen die beiden Zwölftklässler. „Sehr viel Arbeit“, sei das alles gewesen. „Es ist aber für einen guten Zweck und da macht es noch mehr Spaß“, so Victoria. Der Erlös geht an den Ambulanten Kinder-Hospizdienst Saar. Dieser hat am Konzertabend einen Info-Stand. Christina Scheffler-Düpre, früher selbst einmal Schülerin am AMG, engagiert sich beim Kinder-Hospizdienst und findet diese besondere Aktion gut und wichtig. Denn immer noch sei das Thema Sterben ein Tabuthema – vor allem, wenn es um Kinder ginge. Erst recht in der Schule.

Da sich der Verein ausschließlich über Spenden finanziere, sei jede Unterstützung willkommen. Vor allem werden die Gelder für die Musiktherapie und die tiergestützte Therapie verwendet, für die Trauergruppen, Ausflüge oder auch mal für von den lebensverkürzenden Krankheiten ablenkende Feste und Feiern. Den beiden Frauen des Hospizdienstes gefiel die Musik und die Atmosphäre und auch die Schüler, Lehrer, die Bandmitglieder und das Publikum werden sich noch lange an dieses besondere Konzertereignis erinnern.