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Leibniz-Gymnasium
Ehemalige Leibniz-Schülerin erzählte über ihre Zeit in Ruanda

Ida Arend bei ihrem Vortrag am Leibniz-Gymnasium.
Ida Arend bei ihrem Vortrag am Leibniz-Gymnasium. FOTO: Margitte Roth-Reiplinger
St. Ingbert. Abitur in der Tasche – aber was nun? Viele junge Menschen in dieser Situation möchten zunächst einmal etwas ganz anderes machen, als sich sofort um einen Studien- oder Ausbildungsplatz zu bemühen, denn dort geht es in der Regel mit dem Lernen ja direkt weiter. red

Vielleicht weiß der eine oder andere aber auch noch nicht so genau, wie es denn nun eigentlich weitergehen soll und braucht noch etwas Zeit oder auch Anregungen. Da ist es sicher eine gute Idee, wenn man von fast Gleichaltrigen erfahren kann, was sie in dieser Situation gemacht haben. Deshalb lädt das Leibniz-Gymnasium immer wieder ehemalige Schülerinnen und Schüler ein, über ihre Erfahrungen und Aktivitäten nach dem Abitur zu berichten, sei es nun während eines Auslandsjahres oder während eines Auslands-Semesters im Rahmen ihres Studiums.


Zuletzt war Ida Arend zu Besuch, die 2017 am Leibniz-Gymnasium St Ingbert Abitur gemacht hat. Im Anschluss hat sie sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem ungewöhnlichen Land entschieden: nämlich für den afrikanischen Staat Ruanda, in dem sie unter anderem mit Schulkindern arbeitete. Über diese Arbeit und ihre Zeit in Ruanda hat sie nun einigen Schülerinnen und Schülern der elften und zwölften Klassen berichtet. Über die Organisation „weltwärts“, die vom Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit unterstützt wird, kam Ida nach Musanze, einer etwas größeren Stadt in Ruanda, in der sie während ihres Aufenthaltes überwiegend lebte. Sie hatte für ihren Vortrag viele interessante Bilder von ihrem Aufenthalt in dem afrikanischen Land mitgebracht – und auch viele interessante Informationen. So erfuhren die überraschten Schülerinnen und Schüler unter anderem, dass der „Equal-pay-day“ – er zeigt an, wie lange eine Frau länger arbeiten muss, um so viel zu verdienen wie ein Mann in einem Jahr – in Ruanda im Januar liegt und in Deutschland im März. In Ruanda sitzen mehr Frauen im Parlament als in Schweden, ein Sachverhalt, den man in einem so genannten „Entwicklungsland“ nicht vermuten würde.

Aber Ida äußerte sich auch durchaus kritisch über ihre Tätigkeit. So sagte sie, dass nicht so sehr das Gastgeberland selbst von solchen Freiwilligendiensten profitiere als vielmehr der Freiwillige selbst. Sie hält es deshalb auch nicht für sinnvoll, einen kürzeren Aufenthalt zu planen, weil man dann, kaum dass man sich eingewöhnt und eingearbeitet hat, schon wieder gehen müsse. Abschließend stellte Ida fest, dass sie sich in Musanze/Ruanda sehr wohl und auch sehr sicher gefühlt hat. Insgesamt würde sie jedem, der sich einem solchen Aufenthalt gewachsen sieht, eine solche Zeit empfehlen, aber man sollte selbst genau prüfen, ob und was zu einem passt. Und natürlich sollte man sehr viel Sorgfalt auf die Auswahl der Organisation verwenden, an die man sich wenden möchte. Und für Schülerinnen und Schüler, die jetzt einen Auslandsaufenthalt planen, ist es natürlich besonders vorteilhaft, wenn sie von den bereits gemachten persönlichen Erfahrungen anderer profitieren können.