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DRK-Kreisverband
DRK-Helfer sind in vielen Bereichen im Einsatz

Auf der Kreisversammlung wurde das neue Präsidium des DRK-Kreisverbandes für 2017 bis 2019 gewählt, das sich kaum vom „alten“ unterscheidet. Zu Gast war auch die stellvertretende Landesvorsitzende des DRK, Margarete Schäfer-Wolf (links mit roter Weste).
Auf der Kreisversammlung wurde das neue Präsidium des DRK-Kreisverbandes für 2017 bis 2019 gewählt, das sich kaum vom „alten“ unterscheidet. Zu Gast war auch die stellvertretende Landesvorsitzende des DRK, Margarete Schäfer-Wolf (links mit roter Weste). FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aktivitäten gab es bei der Jahresversammlung des DRK-Kreisverbandes.

Die alle drei Jahre stattfindende Versammlung des DRK-Kreisverbandes ist einer der „Höhepunkte im Geschehen der Rot-Kreuz-Organisation“, wie der DRK-Kreisvorsitzende bei der jüngsten Zusammenkunft im St. Ingberter Rotkreuz-Zentrum sagte. Er verwies auf die politischen Brennpunkte der Welt, an denen das Rote Kreuz mit vielfältigen Aufgaben im Einsatz ist, um Not und Elend der dort lebenden Bevölkerung zu lindern. „Die Hoffnung auf das DRK dürfen wir nicht enttäuschen“, sagte Günter Becker und verwies gleichzeitig auf die Arbeit, die die 20 Ortsverbände auch hierzulande jeden Tag leisten, „wir sind in fast allen Dörfern vertreten, haben eine bürgernahe Organisationsstruktur mit über 500 ehrenamtlichen Helfern.“ Aus dem Leistungsbericht für die Jahre 2014 bis 2016, der den Mitgliedern der Kreisversammlung vorlag, ersehe man, dass der Kreisverband auf einem soliden und gesunden Fundament stehe. „Da brauchen wir unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen“, so Becker.


Leider gehe die Zahl der aktiven Helfer stetig zurück. „Der Wille zu helfen ist in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht mehr so ausgeprägt wie früher“, schlussfolgerte er. Trotzdem gebe es eine Fülle ehrenamtlichen Engagements, das sich im Geschäftsbericht der betreffenden Jahre niederschlage, wie Roland Engel bemerkte. „Wir haben eine hohe Verantwortung und helfen dort, wo andere an ihre Grenzen kommen“, so der DRK-Kreisgeschäftsführer.

Derzeit gebe es beim Kreisverband 68 Mitarbeiter in Vollzeit, 72 in Teilzeit, 14 nebenamtliche Mitarbeiter, neun Auszubildende und elf im Freiwilligen Sozialen Jahr. 80 Fahrzeuge seien im Auftrag des DRK unterwegs. Der Schwerpunkt des Einsatzes habe sich hin zur Behindertenarbeit entwickelt. Hier gehe es um die Integration, wobei einigen Kindern mit Hilfe von DRK-Mitarbeitern der Weg in die Sonderschule erspart bleibe, und man sei auch Anbieter der Eingliederungshilfe. Ein Großteil der Arbeit werde in der Seniorenberatung und im ambulanten Pflegedienst mit zehn Mitarbeitern geleistet. Auch das Interesse am betreuten Reisen sei ungebrochen. „Wir bieten jedes Jahr drei Monate Urlaub an. Die älteste unserer Teilnehmerinnen ist immerhin 95 Jahre alt“, so Engel. Er ging auch auf die Besonderheit der DRK-Seniorenresidenz in Gersheim ein, die einen Teil des immer größer werdenden Marktes in der Altenhilfe abdecke und eine hohe Auslastung aufweise.



Mit dem Angebot der Krebsnachsorge, des Blutspendedienstes mit knapp 6000 Spendern bei 114 Terminen und 418 durchgeführten Erste-Hilfe-Lehrgängen mit über 5000 Teilnehmern erwähnte er nur einen kleinen Teil dessen, was der DRK-Kreisverband leistet.

Bei der Kleidersammlung habe die Bevölkerung dem DRK die Treue gehalten, doch die Ergebnisse der Haus- und Straßensammlungen, eine unverzichtbare Einnahmequelle des DRK, seien zurück gegangen. „Das DRK wird in der Bevölkerung als etwas wahrgenommen, was es schon immer gab, gibt und immer geben wird“, sagte Roland Engel, „doch das ist ein Irrtum. Es ist in hohem Maße darauf angewisen, dass es Menschen unterstützen.“

Von Jahr zu Jahr nimmt allerdings eine Zahl zu, nämlich die Einsätze des Rettungsdienstes. Waren es 2014 noch 19 961 Fahrten, wurden die DRK-Helfer zwei Jahre später schon zu 21 948 Patienten gerufen, die von den Rettungswachen Blieskastel, Gersheim, Mandelbachtal und St. Ingbert betreut wurden. „St. Ingbert muss auch eine leistungsfähige Rettungswache erhalten“, lautete der Wunsch des Kreisgeschäftsführers, „wir kämpfen mit der Stadt noch um eine Baugenehmigung.“

Von einer guten Zusammenarbeit der Ortsverbände und des Kreisverbandes zeuge der Neubau der Rotkreuz-Häuser in Niederwürzbach und Bliesmengen-Bolchen. Auch die Gemeinde Mandelbachtal solle ein solches bekommen.

Ein wichtiger Faktor der Arbeit des Roten Kreuzes sei das Jugendrotkreuz. Die Herausforderungen für die Zukunft seien, den Fachkräftemangel in Pflege- und Rettungsdienst sowie die Folgen des demografischen Wandels zu meistern sowie sich gegenüber den privaten Anbietern behaupten zu können. Finanziell sei der Kreisverband gut aufgestellt. Man habe mit knapp 90 Prozent eine hohe Eigenfinanzierung, wie Kreisschatzmeister Alfred Lindecke betonte.

Als Fazit des Gehörten sagte die als Gast anwesende stellvertretende Vorsitzende des DRK-Landesverbandes, Margarete Schäfer-Wolf abschließend: „Aus reiner Rettungsdienstarbeit ist auch viel soziale Arbeit geworden.“