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Kinowerkstatt
Dramatik mit Witz und Sprachgewalt

Auge in Auge: Miltred Hayes (Frances McDormand) und Officer Jason Dixon (Sam Rockwell) in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ – zu sehen am Samstag und Sonntag in der Kinowerkstatt St. Ingbert.
Auge in Auge: Miltred Hayes (Frances McDormand) und Officer Jason Dixon (Sam Rockwell) in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ – zu sehen am Samstag und Sonntag in der Kinowerkstatt St. Ingbert. FOTO: Fox
St. Ingbert. Die St. Ingberter Kinowerkstatt setzt für ihr Wochenendprogramm ganz auf das Drama. Dabei ist auch ein Oscar-Gewinner zu sehen. red

Am Freitag, 29. Juni, und am Montag, 2. Juli, jeweils um 20 Uhr zeigt die Kinowerkstatt noch einmal „In den Gängen“ (D 2018) von Thomas Stuber, Drehbuch: Clemens Meyer, Thomas Stuber nach einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer mit Sandra Hüller, Franz Rogowski, Peter Kurth, Andreas Leupold. Premiere hatte „In den Gängen“ bei der diesjährigen Berlinale. Thomas Stubers Drama „In den Gängen“ erzählt die Geschichte von Christian, der im Supermarkt anfängt und sich dort in eine Kollegin verliebt – zunächst ohne Hoffnung, dass aus dieser Liebe etwas werden kann. Verliebt ist er in Marion (Sandra Hüller), die beides durchscheinen lässt: Die Abgeklärtheit einer Frau, die mit nichts mehr im Leben rechnet und die Verletzlichkeit einer zarten Seele, die noch Träume hat. Der kraftvolle Pol dazwischen ist Peter Kurth, dessen Figur Bruno auf ganz authentische Weise auch die Lebenswirklichkeit eines Teils unserer Gesellschaft vermittelt Und auch das übrige Ensemble überzeugt, Jeder der dargestellten Menschen hat eine Geschichte, die angedeutet, aber nie komplette auserzählt wird. Als Zuschauer geht man einen Teil des Weges mit ihnen. Doch am Ende bewahrt jede Figur auch ihr eigenes Schicksal für sich: „In den Gängen“ von Thomas Stuber ist ein leiser, zarter und warmherziger Film über die kleinen und großen Momente des Lebens.


Die Kinowerkstatt zeigt den Oscarpreisträger „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (USA 2017), Regie:Martin McDonagh mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell am Samstag, den 30. Juni, und am Sonntag, 1. Juli, jeweils um 20 Uhr. Im Rahmen der Golden Tomato Awards des Jahres 2017 ging der Film als Zweitplatzierter in der Kategorie „Beste Filmkomödie“ hervor. Mit sieben Nominierungen, unter anderem als bester Film, erhielt der Film bei der Oscarverleihung 2018 zwei Oscars: Frances McDormand wurde als beste Hauptdarstellerin und Sam Rockwell als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Der Filmtitel „Three Billboards Outside...“ bezieht sich auf drei großformatige Plakatwände (englisch „Billboards“), die Mildred Hayes (Frances McDormand) an einer Landstraße in der Nähe der beschaulichen Gemeinde Ebbing an der Landstraße außerhalb der fiktiven Gemeinde in Missouri für ein Jahr anmietet. Ein Jahr sollen die Plakate dort kleben bleiben; mit dem verantwortlichen Werbungsverkäufer Red Welby hat sie dafür 5000 Dollar monatlich vereinbart. Mildreds Tochter Angela war sieben Monate zuvor nahe ihrem Elternhaus vergewaltigt, ermordet und anschließend verbrannt worden.

Der Täter wurde nicht gefasst. Sheriff Bill Willoughby und Officer Jason Dixon von der örtlichen Polizei verwenden nach Mildreds Meinung zu wenig Mühe darauf, den Fall aufzuklären; sie diskriminierten lieber die afroamerikanische Bevölkerung ihrer Heimatstadt. Mildred Hayes ist eine einfache Frau, die knallharte Dinge mit Witz und Sprachgewalt sagen kann, ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Sie wird von Frances McDormand gespielt, für deren einzigartige Raubein-Qualitäten schon einige Paraderollen geschrieben wurden. Mit der Plakataktion will Mildred die Polizei zum Handeln zwingen. Auch ein Fernsehsender berichtet über die Aktion. Schon in den ersten Minuten stellt sich die Frage: Ist es eine Komödie, ist es eine Tragödie? Die klare Antwort: Es ist beides.