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Glashütter Weiher
Der Glashütter Weiher bleibt im Fokus

Die Brücke am Glashütter Weiher kann nicht mehr saniert werden. Wie es jetzt mit der Wegeführung weitergeht, werden die der derzeit laufenden Haushaltsberatungen für St. Ingbert „entscheiden“.
Die Brücke am Glashütter Weiher kann nicht mehr saniert werden. Wie es jetzt mit der Wegeführung weitergeht, werden die der derzeit laufenden Haushaltsberatungen für St. Ingbert „entscheiden“. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Die Ereignisse der „Badesaison 2018“ am Weiher sorgten für reichlich Verdruss. Es werden weiterhin Möglichkeiten gesucht, die geltenden Verordnungen durchzusetzen. Von Cornelia Jung

Das Verhalten einiger Besucher des Naherholungsgebietes Glashütter Weiher birgt viel Diskussionsstoff, was sich auch in der Tagesordnung jeder Ortsratssitzung in Rohrbach niederschlägt. Nacktbader, Wildgriller und das Auftauchen von Exhibitionisten in jüngster Zeit (wir berichteten) sind nur einige der Themen, die den Ortsrat beschäftigen. An insgesamt 20 heißen Tagen hatte das Ordnungsamt dort Mitarbeiter zur Kontrolle eingesetzt, die Besucher um Verständnis gebeten, auf die geltende Polizeiverordnung verwiesen und diese den Besuchern des Weihers in Kopie ausgehändigt. Auch auf das Badeverbot wurde wiederholt aufmerksam gemacht. Mit mäßigem Erfolg.


Eine Uferbepflanzung mit Hecken, die im Herbst 2017 erfolgte, hatte nicht viel gebracht. Wie es in der Einschätzung des Nutzens einer derartigen Bepflanzung von Seiten der Stadtverwaltung heißt „suchen und finden badewillige Besucher nach wie vor Zugang zum Wasser und lassen sich auch nicht von einer Uferbepflanzung abhalten“. Eine Kalkulation der Materialkosten für das Einbringen von Wasserbausteinen auf den ersten Metern des von Wasser bedeckten Uferbereichs, die durch ihre unregelmäßige Oberfläche potentielle „Wasserratten“ vom Rohrbacher Nass fernhalten sollten, erbrachte 10000 Euro Materialkosten. Der Angelsportverein warnte in der Ortsratssitzung im September vor einem weiteren Schnellschuss wie mit den Hecken und davor, bei den Wasserbausteinen den erstbesten Anbieter auszuwählen. Vereinsmitglieder waren bei ihren Recherchen nämlich auf ein Angebot von 6000 Euro gestoßen. Noch im Herbst sollte ein Begehung mit den Angelsportlern, der Stadt und dem Ortsrat erfolgen, um das weitere Verfahren zu erörtern.

Doch wie der Diskussion des Rates mit Christian Lambert zu entnehmen war, wird dieser Termin wohl ausfallen. Denn bei einem Vor-Ort-Termin mit einem Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz signalisierte dieser, seine Zustimmung zu den Steinen zu verweigern, weil er an der Sinnhaftígkeit der Maßnahme zweifle. „Man braucht, wenn man dort baden will, nur die Steine auf den ersten Metern entfernen und dann kann man auch problemlos ins Wasser einsteigen“, sagte Lambert.



Da die Stadt selbst nicht Eigentümer des Geländes ist – die Fläche sei von der RAG gepachtet und werde an den Angelsportverein weiter verpachtet – habe sie dort auch keine weiteren Handhabe. „Was haben wir denn sonst noch für Möglichkeiten, dem Ganzen dort Einhalt zu gebieten?“, fragte Ortsvorsteher Roland Weber die Ratsmitglieder, „Polizei und Ordnungsamt kriegen das nicht hin.“ Naherholungsgebiets- und Polizeiverordnung müssten konsequenter umgesetzt werden, schätzte Christian Lambert die Situation ein: „Solange alle Bemühungen dort keine Konsequenzen nach sich ziehen, lachen uns die Leute aus.“

Es gab aber auch Positives zum Umfeld des Weihers in der jüngsten Ortsratssitzung zu berichten. Steine für eine neue Stützmauer am Lindenbrunnen liegen bereits im Bauhof, konnten aber wegen Personalengpässen nicht zeitnah eingebaut werden. Es soll aber nicht mehr lange dauern, bis die Mauer am Kneipp-Becken errichtet wird.

Etwas länger könnte es mit einem Ersatzbau für die unterhalb des Beckens gelegene, derzeit gesperrte Brücke dauern. Laut Gutachter und Statiker sei eine wirtschaftliche Sanierung der alten, morschen Holzkonstruktion nicht vertretbar. „Die Brücke liegt mir auch am Herzen“, so Lambert. „Bei einem Neubau sollte aber die bisherige Bauart geändert werden.“ Dann solle wegen der längeren Haltbarkeit die tragende Konstruktion aus Stahl und nicht mehr aus Holz bestehen.

Vor weiteren Planungen gelte es aber wegen der dafür letztendlich benötigten Geldmittel erst einmal, die derzeit laufenden Haushaltsberatungen abzuwarten. Sollte in nächster Zeit aus finanziellen Gründen eine Erneuerung nicht zur Debatte stehen, werde aus dem Trampelpfad zum Lindenbrunnen als Ersatz für die Brücke ein „ordentlicher Weg“ gemacht, damit auch Familien mit Kinderwagen diesen Umweg nehmen können. In der Sitzung beschloss der Rat außerdem, dass sich die Stadtverwaltung der Toilettenanlage annehmen solle.