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Biosphäre
Die lokale „Agenda 21“ war Wegbereiter

Beigeordneter Adam Schmitt (Bündnis 90/Die Grünen).
Beigeordneter Adam Schmitt (Bündnis 90/Die Grünen). FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Adam Schmitt erinnert an die oftmals ehrenamtlichen Anfänge nachhaltiger Ideen in St. Ingbert.

Die Biosphärenstadt gehört zu den Top 3 der nachhaltigsten Städte mittlerer Größe in Deutschland. Dank alltagstauglich erlebbarer Nachhaltigkeit und innovativer Maßnahmen. Dazu zählten aber nicht nur die aktuellen Aktionen aus dem Jahr der Bienen mit Blühwiesen oder dem Wettbewerb zum bienenfreundlichsten Garten, sondern auch Initiativen, die bereits vor vielen Jahren ins Leben gerufen wurden, wie der Beigeordnete Adam Schmitt betont. Wirksam waren damals vielseitige Arbeitskreise, wie Schmitt zu berichten weiß. „Seit 1998 gab es immer wieder fraktionsübergreifend Projekte, die vor allem ohne den großen ehrenamtlichen Einsatz nie zustande gekommen wären“, erinnert er sich. „Leider gerät das heute mehr und mehr in Vergessenheit.“


Den Grundstein habe die lokale „Agenda 21“ gelegt. Eine lebenswerte Zukunft war es, die sie sich zum Ziel setzte. In St. Ingbert entstanden daraus fünf Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenfeldern: Stadtentwicklung, Verkehr, Wasser-Engergie-Abfall, Soziales-Frauen-Jugend und kommunale Wirtschaftspolitik im Aufbau.

In den folgenden Jahren hätte sie sich für neue Ideen stark gemacht, an denen zusammen gearbeitet und gefeilt wurde, bis sie schließlich auf der Tagesordnung landeten.

Dazu gehöre als erster großer Erfolg etwa der Stadtbus Ingo, genau wie das hydraulische und intelligent vernetzte Abwassersystem und das Abfallwiegesystem sowie die Solarstadt St. Ingbert, die Nutzung der Alten Schmelz oder das Biomasseheitzwerk, das inzwischen die Feuerwehr, das Rathaus und weitere kommunale Gebäude versorgt. Die Liste ist lang. Auch dass die Mittelstadt in ihrer Gesamtheit der Biosphäre angehört, sei diesem Engagement zu verdanken, so Schmitt.

„Natürlich hat nicht immer alles geklappt“, räumt er ein. „Manches hat nicht funktioniert oder kam zum Erliegen.“ So zum Beispiel der Krämerpark, bei dem die Stadtverwaltung und Saarstahl noch nicht übereingekommen seien. Und obwohl es in der Vergangenheit Uneinigkeiten gab, sei in den letzten 20 Jahren in St. Ingbert viel bewegt worden, meint Schmitt.



„Die Dinge brauchen oft ihre Zeit“, weiß er. Inzwischen vermisse er jedoch das gemeinschaftliche Arbeiten von damals. Momentan würde zu viel diskutiert und gestritten, statt gemeinsam eine Einigung zu finden und dann an einem Strang zu ziehen. So blieben oft Ergebnisse auf der Strecke. „Wichtig ist, im Vorfeld Ziele zu stecken und das Ehrenamt weiter in die Diskussion einzubinden.“ Der Erfolg der Stadt gründe auf einem vielschichtigen Netz aus unterschiedlichen Personen, von dem alle profitieren könnten, das aber auch gepflegt werden müsse, um es vorm Auseinanderreißen zu bewahren. „Gemeinsam statt einsam!“, solle das Motto lauten, findet der Beigeordnete. All die, die sich für die Biosphärenstadt St. Ingbert einsetzen und eingesetzt haben, sollten nicht vergessen werden.

Auch die Idee zum Stadtbus Ingo, hier ein Archivbild, schreibt Adam Schmitt der lokalen „Agenda 21“ zu.
Auch die Idee zum Stadtbus Ingo, hier ein Archivbild, schreibt Adam Schmitt der lokalen „Agenda 21“ zu. FOTO: Pasquale D'Angiolillo