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Lebenshilfe Saarpfalz
„Es ist normal, verschieden zu sein“

Die Ehrenträger und der Vorstand feierten am Samstag nach der Mitgliederversammlung gemeinsam.
Die Ehrenträger und der Vorstand feierten am Samstag nach der Mitgliederversammlung gemeinsam. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Die Lebenshilfe Saarpfalz veranstaltete ihre jüngste Mitgliederversammlung mit Neuwahlen und Ehrungen langjähriger Mitglieder. Von Selina Carolin Summer

Jeder Verein kennt sie: die Mitgliederversammlungen. Bei der Lebenshilfe fand die diesjährige Versammlung vergangenen Samstag im gemütlichen Kreis im Ilse-de-Giuli-Haus statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Markus Gestier und der Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung gedachten die Anwesenden den verstorbenen Mitgliedern.


In den folgenden Tagesordnungspunkten gab Vorsitzender Markus Gestier seinen Bericht über das vergangene Jahr ab. Dabei stellte er besonders die Zukunftspläne der Lebenshilfe in den Fokus. Dazu gehört neben der Schaffung neuen Wohnraums und neuer Arbeitsplätze auch die Einrichtung eines eigenen Pflegedienstes, um die Klienten auch im hohen Alter optimal unterstützen zu können. „Wir möchten keine Konkurrenz zu bestehenden Pflegediensten darstellen“, betonte Geschäftsführer Michael Immig. „Ein kleiner und feiner Dienst für unsere Klienten.“ Auch die aktuellen Probleme beim Thema Frühförderung kamen zur Sprache. Behinderung werde inzwischen strenger beurteilt, Entwicklungsunterschiede seien nicht mehr groß genug und die ersten Ablehnungen lägen bereits vor. Immig sieht die Lage kritisch.

In seinem Bericht, zu dem auch der Kassenbericht gehört, gab er außerdem den Überblick über die aktuellen Zahlen der Lebenshilfe Saarpfalz. Dem Verein gehe es gut, insgesamt gab es 2017 1359 Klienten und 519 Mitarbeiter bei der Lebenshilfe. Es wurde ein Plus von 32 000 Euro erwirtschaftet, was Mehreinnahmen von zwei Prozent entspreche. Die Kostenreduzierung betrage fünf Prozent, so Immig. Sein Fazit: „Der Verein ist trotz Investitionen nicht überschuldet und finanziell gesund.“ Die Stellungnahme zum Kassenbericht erfolgte vom Steuerberatungsbüro Schulz und Sommer. Der folgende Antrag auf Entlastung des Vorstandes erfolgte ohne Beanstandungen. Die anschließenden Wahlen für die kommenden drei Jahre erfolgten alle einstimmig per Handzeichen und die meisten Amtsträger übernahmen ihre Aufgaben ein weiteres Mal.



Markus Gestier bleibt der erste Vorsitzende, seine Stellvertreter wurden erneut Gisela Sell und Christian Gläser. Peter Hafner übernahm den Schriftführerposten.

Der Höhepunkt des Abends bestand in den Ehrungen der langjährigen Mitglieder. Für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft bekamen Peter und Carola Grimm die Ehrennadel, ganze 40 Jahre sind Christel Molter und Kurt Schubert bereits bei der Lebenshilfe. „Es ist normal, verschieden zu sein“, titelten die Urkunden. Ein Motto, das auch Peter Möhrle viele Jahre lebte. Der dienstälteste Mitarbeiter geht in diesem Jahr in den Ruhestand. In seiner Zeit bei der Lebenshilfe hat er viele Menschen betreut und in den Bereichen Erziehung, Krankenpflege und Gruppenleitung jede Menge geleistet. Auch die Ferienmaßnahmen müssen nun ohne ihn auskommen, wenn er auch versprach, ab und an noch helfen zu kommen. „Es war eine schöne Zeit“, fasst Möhrle zusammen. Der perfekte Schlusssatz für diese Mitgliederversammlung, die mit gemeinsamem Essen ausklang.