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Die Tafel Homburg ist geschlossen bis Januar
Die Homburger Tafel macht Pause

Besonders beliebt bei den Bedürftigen sind Frischwaren, Obst und Milchprodukte, so die Erfahrung der ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.
Besonders beliebt bei den Bedürftigen sind Frischwaren, Obst und Milchprodukte, so die Erfahrung der ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. FOTO: Daniel Karmann / picture alliance / Daniel Karman
St. Ingbert/Homburg. Vor der Weihnachtspause gab es noch Überraschungen für die Kunden, gespendet von Schulen und Kitas im Kreis.

Die Weihnachtsgeschenke dürften inzwischen verpackt und bis Heiligabend gut versteckt sein. Aber wie sieht es mit dem Essen aus? Da sollten die Zutaten möglichst frisch sein, so dass man die Lebensmitteleinkäufe meist an den beiden letzten Tage vor dem Fest erledigt. Die Homburger Tafel ist als Anlaufstelle vor Weihnachten allerdings nicht mehr dabei, denn sie hat seit Anfang der Woche geschlossen. Roland Best, der die Tafel leitet, betont, dass die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ihre Weihnachtspause redlich verdient haben. Doch die Schließung bedeute natürlich nicht, dass man keine Weihnachtsüberraschungen für die Kunden vorbereitet hatte. Vergangene Woche sind diese Lebensmittel verteilt worden.



Zu verdanken hatte man die Weihnachtsüberraschungen vor allem den Kindern, die zuvor in 52 Kitas und Grundschulen im ganzen Saarpfalz-Kreis für die Tafel gesammelt hatten. Unter dem Motto „Teilen wie St. Martin“ waren in den Kitas und Schulen Körbe aufgestellt worden, die die Kinder mit ihren Spenden — oder vielmehr mit den Spenden, die ihre Eltern gekauft hatten — befüllen konnten. Es sei viel Arbeit gewesen, täglich die Körbe abzuholen, alles zu ordnen und umzuverteilen, „aber am Ende hatten wir viele schöne Sachen, die wir als kleine Extras an die Bedürftigen verteilen konnten“, sagt Roland Best, „die Leute haben sich sehr gefreut“.

Vor allem hatten die Eltern oder Großeltern Lebensmittel für die Tafel gekauft, die vor allem Kinder gerne essen, zum Beispiel Nuss-Nougat-Cremes, Naschereien, Schokolade oder Gebäck. „Das kommt immer besonders gut an“, so Best.

Vor einem Jahr hatten die Mitarbeiter der Tafel fertige Tüten im Wert von je zehn Euro gepackt, die aber nicht immer das enthielten, was sich die jeweiligen Empfänger gewünscht hätten. „So haben wir es in diesem Jahr anders gemacht und ließen die Leute aussuchen. Zwei Personen bekamen vier Teile, ein Neun-Personen-Haushalt durfte 18 Teile mitnehmen.“ Der Aufwand für die Verteilungsaktion sei groß gewesen, „zum Glück halfen uns die Bierbacher Bastelfrauen, die Jusos aus Blieskastel, zwei syrische Helfer und unser italienisches Original Cristoforo Sorce“, betont Roland Best. Mit den Weihnachtsspenden der Kitas und Schulen habe man 220 Bedürftige in St. Ingbert und 290 Bedürftige in Homburg beschenkt. Best multipliziert diese Summe erfahrungsgemäß mit Dreieinhalb, was etwa der Anzahl der Personen entspricht, die von den weihnachtlichen Essenspaketen profitieren konnten, „also über 1700 Personen“.

Die Situation der Ausgabe, die in diesem Jahr einige Engpässe verkraften musste, habe man entschärft, indem man vor einigen Monaten angefangen habe, die Ausgabeart zu ändern, erklärt Best. Die Leute können nur noch einmal pro Woche Lebensmittel bekommen. Konkret sieht das so aus: Die Tafel verteilt in der Inastraße in Homburg montags- und freitagsnachmittags Ware. Jeder darf an einem der beiden Tage kommen, an welchem, ist genau festgelegt. Der Tag richtet sich nach der letzten Nummer auf dem Tafelausweis. Zweimal im Jahr würden diese Tage dann getauscht, erklärt Best. Schon deswegen, da es jeweils ein etwas anderes Angebot gebe und sich am Ende niemand beschweren müsse, das es immer an den Tagen gut sei, an denen man gerade nicht auf der Liste stehe.

Auch in St. Ingbert wurde dieses Prinzip angewendet. Da es dort allerdings nur einen Ausgabetag gebe, könnten die Menschen hier nur noch alle 14 Tage Brot, Gemüse und Konserven abholen – die einen in den geraden, die anderen in den ungeraden Wochen. Auch hier ist die Endnummer des Ausweises maßgeblich. Durch diese Regel sei jedem ein bisschen geholfen. Es sei, macht Best klar, auch nicht der Anspruch der Tafel, Bedürftige rund um die Uhr zu versorgen. Denn im Prinzip sehe sie sich eher als einen Verteiler: Einerseits gebe es ein Zuviel an Lebensmittel, andererseits Menschen, die es nötig bräuchten. Aber Spezialwünsche könne die Tafel nicht erfüllen. Wenn zum Beispiel keine Milchprodukte dabei seien, dann erklärt Best auch schon mal: „Sie haben jetzt mit Hilfe der Tafel etwas Geld gespart. Das haben Sie jetzt übrig, um sich Joghurt zu kaufen.“

Grundsätzlich erhalten bei den Tafeln nur diejenigen Lebensmittel, die auch Sozialhilfe bekommen, also Grundsicherung, Wohngeld, Hartz IV oder eine Aufstockungsleistung. Sehr viele Kunden sind Flüchtlinge.

Spenden sind willkommen: Gabriele Hinschberger und Renate Guth vom Zonta Club Saarpfalz mit Roland Best von der Tafel Homburg.
Spenden sind willkommen: Gabriele Hinschberger und Renate Guth vom Zonta Club Saarpfalz mit Roland Best von der Tafel Homburg. FOTO: Roland Best