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Leserbrief
Die Bürger werden zu „Parkwächtern“

Zum Thema Parken red

Bürger werden zu „Parkwächtern“:



Es gibt keinen Zweifel daran, dass auf Gehwegen nicht geparkt werden darf. Es gibt auch keinen Zweifel daran, dass das Ordnungsamt insbesondere dann tätig werden muss, wenn Bürger das nicht ordnungsgemäße Parken monieren und beim Ordnungsamt diesbezüglich Anzeige erstatten. Auch in der Jakob-Stoltz-Straße im Stadtteil Rohrbach hat das Ordnungsamt auf Grund der Beschwerde eines Bürgers über unzulässiges Parken Anfang Dezember vergangenen Jahres tätig werden müssen und Bußgelder in Höhe von 30 Euro von Anliegern erhoben. Übrigens zum ersten Mal nach dem Straßenbau und dem verkehrswidrigen Parken seit über 30 Jahren. Niemand hat sich je daran gestört.

Ärgerlich wird es allerdings dann, wenn Bürger, die noch nicht einmal Anlieger sind, glauben, als „Parkwächter“ tätig werden zu müssen, insbesondere auch dann, wenn keine Gefährdung der Fußgänger gegeben ist. In unserer Straße, einer Sackgasse, nutzt kein Fußgänger die Gehwege, sondern generell die Fahrbahn. Die Kinder spielen auf dieser Straße, zum Beispiel auch unsere Enkelkinder, ohne dass Angst bestünde, durch den Anwohner- und Zulieferverkehr gefährdet zu werden. Den Bürgern, die auf Grund ihres Pflichtgefühls glauben, sich als Hilfspolizisten aufspielen zu müssen, empfehle ich, auch einmal zu überlegen, ob ein ordnungsgemäßes Parken nicht zu einer Gefährdung führen könnte.

Wenn in unserer Straße vorschriftsmäßig geparkt wird, das heißt auf der Fahrbahn, ist nicht nur Slalomfahren angesagt. Versorgungs-, Entsorgungs- und Zulieferfahrzeuge werden behindert. Nicht auszudenken, wenn im Notfall auch Löschfahrzeuge oder Krankenwagen den Einsatzort wegen korrekten Parkens nicht erreichen könnten. Das Ordnungsamt habe ich Mitte Dezember auf die Situation hingewiesen und auch Vorschläge unterbreitet, wie gegebenenfalls den pflichtbewussten Bürgern die Anzeigenerstattung erspart werden könnte.