| 20:08 Uhr

Neueröffnung
Die Botschaft immer auf der Brust

Die „Get it, don‘t copy“-Crew hat das Gefühl etwas tun zu müssen, dass die Individualisierung nicht verloren geht: (von links) Alexander Usner, Alinor Werner, Marco Düthorn und Marco Müller (vorne).
Die „Get it, don‘t copy“-Crew hat das Gefühl etwas tun zu müssen, dass die Individualisierung nicht verloren geht: (von links) Alexander Usner, Alinor Werner, Marco Düthorn und Marco Müller (vorne). FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. „Get it, don‘t Copy“ heißt ein neues Unternehmen in St. Ingbert, das Botschaften auf Kleidungsstücken verkauft.

„Get it, don‘t Copy“: Kapieren, nicht kopieren: Die Philosophie des frisch gegründeten St. Ingberter Unternehmens klingt einfach. Dahinter steckt jedoch eine Menge mehr: Ein Projekt voller Selbstverwirklichung, Individualismus und Inspiration.


Zwei kreative Köpfe, ein Plan und Durchsetzungsvermögen. So fing es vor fast zwei Jahren an. Mit der Idee für einen T-Shirt-Aufdruck. Die beiden St. Ingberter Marco Müller und Alexander Usner wussten schnell, dass daraus mehr werden sollte. „Unsere Generation muss etwas tun“, sagt Müller. „In Zeiten der sozialen Medien wird nur noch nachgeeifert und kopiert. Der Individualismus geht vollkommen verloren.“ Dabei sei es so viel wichtiger, Konzepte zu verstehen und sie nicht einfach nur nachzuahmen. „Man sollte niemals die eigene Persönlichkeit in den Schatten stellen. Jeder sollte sein Ding durchziehen, denn wichtig ist, dass man glücklich wird.“

Voll und ganz für das stehen können, was man tut. Für Müller war lange klar, dass er selbstständig sein wollte. Auch Usner ließ sich von der Idee die Sache groß aufzuziehen nicht abbringen. Schnell haben sie zwei weitere Freunde ins Boot geholt. Müller studiert neben der Unternehmensgründung weiter und strebt sogar den Doktortitel an. Auch die übrigen Gesellschafter der OHG sind arbeitstätig. IT-Kaufmann, Industriemechaniker und Versicherungskauffrau sind die Berufe der Crew-Mitglieder. Dazu gehören neben Usner und Müller Marco Düthorn und Alinor Werner.

In diesem Monat eröffnete „Get it, don‘t copy“ ein Lager in der Kohlenstraße. Der Leitspruch und Firmenname ist gleichzeitig das Motiv auf ihren Produkten. Aktuell stehen Shirts für Damen und Herren, Kapuzenpullover und Bags, einfache, robuste Beutel, die wie Rucksäcke getragen werden können, in ihrem Onlineshop zur Verfügung. Alle Artikel sind in schwarz und weiß erhältlich. Das besondere an den Textilien: sie sind fair gehandelt. Denn Nachhaltigkeit ist den vier Jungunternehmern wichtig. Sie haben sich ausschließlich Kooperationspartner ausgesucht, die ihre Werte teilen. Fairness, Toleranz und Respekt. So steht „GIDC“ auch für eine Einstellung gegen Rassismus und Unterdrückung. Alle Textilien sind von der FairWare Foundation zertifiziert, eine Organisation, die profitfrei mit Marken, Fabrikationsstätten, Gewerkschaften und Nicht-Regierungs-Organisationen zusammenarbeitet, um Arbeitsbedingungen in verschiedenen Produktionsländern in Asien, Europa und Afrika zu überprüfen und zu verbessern. Aktuell beziehen sie umweltfreundlich hergestellte Kleidung aus Berlin, die in einer der ersten Druckereien mit dem umweltverträglichen Global Organic Textile Standard bedruckt wird.

Auch die Verpackung ist komplett kompostierbar und zu einhundert Prozent plastikfrei, wodurch die Müllvermeidung gefördert wird. Stattdessen werden nachwachsende Rohstoffe verwendet. Das Basic-Sortiment steht, das Lager ist gefüllt, der Verkauf läuft.



Damit soll aber noch lange nicht Schluss sein. Für die kommenden Monate ist bereits jede Menge geplant. Kleidung aus Recycling-Material, wie Shirts aus Plastikflaschen oder Schuhe aus alten Isomatten sind eine Idee. Dafür soll mit unterschiedlichen Künstlern aus dem Saarland zusammengearbeitet werden. Vielfältige Kollektionen in Zusammenarbeit mit anderen Freigeistern erstellen lautet der Plan. Egal ob Musiker, Schmuckdesigner oder eine sonstige Kunstform. „Get it, don‘t copy“ hat sich nicht nur Fairness auf die Fahnen geschrieben, sondern auch soziales Engagement. Vernetzung und Arbeit für einen guten Zweck. Was vom Gewinn nicht in weitere fair gehandelte Produkte investiert wird, geht regelmäßig in Form von Spenden an gemeinnützige und wohltätige Organisationen. Darunter an Größen wie „Viva con Agua“ und „Dr. Schales“.

Die Vision auf der Website des Onlineshops fasst es zusammen: „Hört auf zu kopieren. Kapiert, was Menschen die euch Inspirieren tun und baut darauf eure eigenen Werte, Ideen und Projekte auf. Teilt was ihr habt mit Menschen die weniger haben als ihr. Engagiert euch, setzt euch ein für das was euch bewegt und bewegt damit selbst etwas.“ Vergangenen Samstag fand im Lager in der Kohlenstraße ein Tag der offenen Tür mit Lagerpräsentation statt.

In der Zeit von 12 bis 18 Uhr konnte man einen Einblick in die Arbeit der Crew gewinnen, sich über die Produkte und Spendenaktionen informieren und selbst gebackene Kuchen und allerlei Getränke genießen. Neben jeder Menge Infomaterial über die Projekte, die „Get it, don‘t copy“ mit ihrem Verkauf unterstützen, waren auch Vertreter der Organisationen vor Ort. Außerdem standen zwei Spendenboxen für die Aktionen Viva con Agua und Dr. Schales bereit.