| 20:19 Uhr

Handball
Der TVN dominiert das Derby

Niederwürzbachs Christian Schöller (Dritter von rechts) war sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft im Derby gegen St. Ingbert.
Niederwürzbachs Christian Schöller (Dritter von rechts) war sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft im Derby gegen St. Ingbert. FOTO: Klos Horst / Horst Klos (Klosfoto)
St. Ingbert. Nicht knapp und nicht allzu spannend: Vor 200 Zuschauern gewinnen die Niederwürzbacher Handballer am Samstag deutlich mit 32:25 gegen den Lokalivalen aus St. Ingbert. Von Lucas Jost

Der TV Niederwürzbach hat sich für die 28:29-Niederlage im Hinspiel revanchiert und die SGH St. Ingbert am Samstag im Lokal-Derby verdient mit 32:25 (15:10) besiegt. Die Erwartungen an den Derby-Charakter konnte das Spiel über weite Strecken allerdings nicht erfüllen. Dafür leistete sich St. Ingbert in der Anfangsphase zu viele unnötige Ballverluste. „Wir haben am Anfang zu viel verworfen und zu viel technische Fehler gemacht“, monierte der zukünftige Trainer Sven-Malte Hoffmann.


16 Stück zählte er über die gesamte Partie. Zu viel, um gegen die routinierten Niederwürzbacher zu bestehen. Die machten sich die Geschenke der SGH zunutze, trugen vor 200 Zuschauern in der Würzbachhalle konsequent ihren überfallartigen Gegenstoß-Handball vor und setzten sich über 3:3 auf 8:4 ab. Sie hatten sogar die Chance, mit 10:4 in Führung zu gehen, warfen aber bei zwei Gegenstößen in Folge das Spielgerät weg. St. Ingbert konnte durch einen Doppelpack des starken slowakischen Kreisläufers Filip Dujcak wieder verkürzen. Der Aufschwung blieb aber nur von kurzer Dauer.

Insgesamt hatte der TVN-Mittelblock um Marcus Eschenbaum zu leichtes Spiel, die häufig durchsichtigen Anspiele an den Kreis zu verhindern. „Am Anfang haben wir das schon gut gemacht. Sie haben vor allem den Kreis gesucht. Und Michael Bauer ist nicht ins Spiel gekommen“, lobte Eschenbaum die Abwehrarbeit seiner Heimmannschaft. SGH-Rückraumspieler Bauer, normalerweise ein Garant für einige Tore, erwischte am Samstag einen gebrauchten Tag und blieb zu Beginn mit seinen Würfen häufig im Block hängen oder scheiterte an Torwart Björn Feit. Der krankheitsbedingte Ausfall von Niklas Eberhard schwächte die Gäste zusätzlich – Wechseloptionen auf dem Rückraum waren knapp. Die logische Konsequenz: St. Ingbert geriet mehr und mehr ins Hintertreffen. Philip Forster verkürzte mit der Halbzeitsirene immerhin auf 10:15.

„Ich hab das Gefühl gehabt, dass nicht jeder richtig gebrannt hat“, kritisierte SGH-Linkshänder Lars Schirra, der bemängelte, dass seine Mannschaft es den Gastgebern mit einfachen Fehlern phasenweise zu leicht gemacht habe. „Gerade, weil Niederwürzbach sehr gut die Gegenstöße läuft.“ Immerhin, er bekam Lob von Hoffmann: „Das war sehr schwer für ihn gegen Maximilian Bölke. Aber er hat das richtig gut gemacht.“ Bölke, Torschütze zum 17:10 und mit zehn Toren gemeinsam mit Dawid Biskup bester Werfer der Partie, war ein Garant für den Erfolg des Dritten der Saarlandliga. Er führte seine Mannschaft mit seinem siebten Tor zum 21:13 (40. Minute) zu einem Acht-Tore-Vorsprung. Noch waren die Gäste aber nicht geschlagen. Geführt vom starken Biskup knabberten sie den Vorsprung des TVN nach und nach ab (24:20, 50. Minute). TVN-Trainer Christian Schöller gefiel das nicht: „Ich bin nie zufrieden. Wir haben in Halbzeit zwei zu viele Gegentore bekommen“, prangerte er an, gestand aber ein: „Wir haben das Derby gewonnen, soweit ist alles okay. Die zehn Tore in der ersten Halbzeit, das ist die Grundlage.“

Näher als vier Tore kam St. Ingbert nicht mehr heran. Zu routiniert, zu abgezockt agierte Würzbach im Angriff. Auch eine doppelte Manndeckung gegen Bölke und Johannes Leffer erzielte nicht den gewünschten Erfolg. Spätestens, als David Leffer völlig unbedrängt aus sechs Metern zum 29:22 abschließen konnte, war das Derby gelaufen. „Wenn es knapp wird, gibt es am Schluss noch was auf die Knochen. Das war gut so“, sagt Eschenbaum, der mit Blick auf das 30. Tor von Julian Ternette lachend hinterherschiebt: „Das gibt einen Kasten Bier.“ Einen Kasten, den sich der TV N nach dem Sieg über den Lokal-Rivalen verdient hat.



Tore für den TVN: Maximilian Bölke (10/4), Johannes Leffer (6), Thorsten Bas (4), David Leffer (4), Julian Ternette (3), Fabian Germann (2), Maximilian Junius (2), Tobias Seiler (1).
Tore für die SGH: Dawid Biskup (10/3), Filip Dujcak (5), Lars Schirra (3), Philip Forster (2), Darius Kopp (2), Karsten Roser (2), Michael Bauer (1)