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Fußball
Kämpferisch ins Kirmesspiel

Die Rohrbacher Mike-Michael Becker (l.) und Benjamin Schlicker gratulieren sich.
Die Rohrbacher Mike-Michael Becker (l.) und Benjamin Schlicker gratulieren sich. FOTO: B&K / Bonenberger/
ROHRBACH. Der SV Rohrbach empfängt am Sonntag um 15 Uhr in den Königswiesen den VfL Primstal. Und hofft auf eine starke kämpferische Leistung von Benjamin Schlicker. Von Stefan Holzhauser

Am Sonntag empfangen die Saarlandliga-Fußballer des SV Rohrbach an der heimischen Kerb um 15 Uhr in den Königswiesen den VfL Primstal. Beide Mannschaften haben nach mittlerweile neun absolvierten Spieltagen jeweils zehn Punkte auf dem Konto. Es ist das Aufeinandertreffen des Tabellen-15. gegen den 13. Der Verlierer dieser Partie rutscht mitten in die Abstiegszone hinein, der Gewinner hält den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld.


Der Rohrbacher Trainer Rüdiger „Rü“ Pfeifer setzt auch in diesem Heimspiel auf seinen „Kämpfer vor dem Herrn“, Benjamin Schlicker. Der 30-Jährige kommt im Defensiv­bereich zum Einsatz und geht keinem Zweikampf aus dem Weg. „Ich bin mit Sicherheit kein Edeltechniker, kämpfe aber um jeden Ball – egal, wie lange noch zu spielen ist und egal, wie es steht“, beschreibt der Rohrbacher seine Vorzüge. Bis im Sommer 2016 hatte Schlicker ausschließlich für seinen Heimatverein SV St. Ingbert die Fußballschuhe geschnürt, wo sein Vater Markus Schlicker 2. Vorsitzender ist. Da es dort mit dem Spielbetrieb nicht weiter ging, suchte Schlicker damals eine neue Herausforderung. Seine Wahl fiel dann auf den SV Rohrbach. „Ich wohne und arbeite in Rohrbach und kann zum Sportplatz laufen“, berichtet der Fan des FC Bayern München. Seine Familie betreibt einen Getränkehandel. Trotz teilweise langer Arbeitszeiten bleibt noch genügend Zeit für Fußball. Später sollen sein Bruder Daniel Schlicker (Borussia Neunkirchen) und er den Betrieb übernehmen. Benjamin Schlicker ist bei Ehefrau Lara in festen Händen.

„Ich habe im Fußball bereits viele schöne Dinge erlebt. Einmal musste ich einen Kreuzbandriss auskurieren. Das war natürlich weniger schön“, meint Schlicker und ergänzt: „Mit dem SV St. Ingbert war ich von der Kreisliga A Höcherberg an bis in die Verbandsliga aufgestiegen. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Es ging dann aber dort nicht mehr so weiter wie gewünscht. Nun fühle ich mich auch in Rohrbach pudelwohl. Der Aufstieg in die Saarlandliga war natürlich überragend.“ Man lebe beim Aufsteiger vom starken Kollektiv und der klasse Kameradschaft. Jeder Spieler reiße sich sprichwörtlich den Allerwertesten dafür auf, den Ligaverbleib zu realisieren.



„Ich bin mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, was man natürlich in unserer insgesamt sehr jungen Mannschaft noch mehr merkt“, sagt Schlicker laut lachend. So wäre er früher bei seinem Mitspieler Jonas Sailer (22) Babysitter gewesen. Es wäre sehr schön, zum Ende seiner Aktivenlaufbahn hin einmal mit seinem Bruder Daniel zusammen in einer Mannschaft spielen zu können. Am vergangenen Samstag hatten die Beiden im Ellenfeldstadion die Klingen gekreuzt. Da die Rohrbacher verloren, muss Benjamin seinem Bruder nun den versprochenen Wetteinsatz, ein Essen, bezahlen. „Er ist drei Jahre und drei Monate jünger als ich. Leider haben wir noch nie zusammen in einer Mannschaft gespielt“, bedauert Benjamin Schlicker.