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Kreiskrankenhaus
Der Krankenhausstandort St. Ingbert ist sicher

Bei der Diskussion über die Zukunft des Kreiskrankenhauses (von links): Ortsvorsteher Ulli Meyer, der Staatssekretär für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Stephan Kolling, der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Thorsten Eich, die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang (CDU) sowie Kreistagsmitglied Kai Fries (CDU).
Bei der Diskussion über die Zukunft des Kreiskrankenhauses (von links): Ortsvorsteher Ulli Meyer, der Staatssekretär für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Stephan Kolling, der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Thorsten Eich, die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang (CDU) sowie Kreistagsmitglied Kai Fries (CDU). FOTO: Christa Strobel / Pascal Rambaud
St. Ingbert. Das Land lobt die Verantwortlichen des Kreiskrankenhauses in der Mittelstadt. Der Seniorenbeirat kritisiert den Parkplatzmangel. red

Sie hat den Nerv der Bürger getroffen: Die Frage, ob der Krankenhausstandort St. Ingbert sicher ist. Mit der Informations- und Diskussions-Veranstaltung „Für eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in der Region – das Kreiskrankenhaus St. Ingbert heute und in Zukunft“ hatte der CDU-Stadtverband St. Ingbert ein Thema angesprochen, das parteiübergreifend brennend interessierte. Denn seit der Schließung des Krankenhauses in Wadern herrscht zumindest eine gewisse Unsicherheit. Zumal Alfons Vogtel, der Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, vergangenes Jahr gegenüber unserer Zeitung erklärte, dass die Schließung des Krankenhauses in Wadern nur die Spitze des Eisbergs sei.


Wie die CDU in einer Mitteilung erklärte, standen am Dienstag der Staatssekretär des saarländischen Gesundheitsministeriums, Stephan Kolling, der Ministerin Monika Bachmann vertrat, der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses St. Ingbert, Thorsten Eich, Ortsvorsteher Ulli Meyer und Kai Fries (Mitglied im Kreistag und Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses), Rede und Antwort im Podium. CDU-Landtagsmitglied Jutta Schmitt-Lang moderierte die Veranstaltung.

Kolling betonte bezüglich des saarländischen Krankenhausplans: „Wir wollen Einrichtungen mit einem attraktiven Leistungsspektrum, moderner Infrastruktur und guter personeller Ausstattung fördern, um eine hochwertige Versorgung sicherzustellen.“ Mehr Personal bedeute mehr Geld und Verhandlungen mit den Krankenkassen, bedeute auch eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Bundesmittel bedeuten auch Eingriffe in die Struktur der Krankenhäuser, die man vielleicht nicht wolle. Eine wichtige Aussage in Richtung Sicherung des Kreiskrankenhauses St. Ing­bert war sein Satz: „Das Land will den Kreis nicht alleine lassen“.



Kolling lobte Geschäftsführer Eich und seine Truppe, denn St. Ingbert sei gut aufgestellt und habe im Bereich der Ausbildungskapazitäten in Kooperation mit der SHG (duales Studium und Gesundheitsberufe) schon wichtige Schritte unternommen. Pflegeberufe müssten attraktiver werden durch gute Bezahlung und eine höhere Wertschätzung.

Geschäftsführer Thorsten Eich stellte die Bereiche der Spezialisierung der Krankenhaus GmbH vor: Die Geriatrie mit Akutgeriatrie, die HNO-Abteillung, die Implantierung künstlicher Gelenke (von Dr. Josef Mischo, Präsident der Ärztekammer, eingeleitet) sowie die allgemeine und Viszeralchirurgie (Bauchraum). Neben den Spezialisierungen sei aber auch durch die Kooperation mit dem Winterbergklinikum ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Kreiskrankenhauses in St. Ingbert vollzogen worden. Des Weiteren sei im Oktober die Ansiedlung einer Facharztpraxis für Radiologie geplant. Auch Anlaufstellen seien vorgesehen, da sich im südlichen Saarpfalz-Kreis ein Ärztemangel abzeichne. Das Defizit sei seit 2015 ständig verringert worden, nicht durch Einsparungen am Personal, sondern unter anderem im Energiebereich durch den Anschluss an ein Blockheizwerk.

In der Fragerunde wurde vom Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Hans Bur, die prekäre Parkplatzsituation angesprochen. Dass ein Kreisel zur Verbesserung der Verkehrssituation sowie ein Parkhaus geplant seien, entschärfe das Problem, so Eich. Rainer Tobae (DGB) legte den Fokus auf ausreichend Pflegekräfte und verwies auf das gestellte Ultimatum im Bereich der Intensivstation. Alfred Lindecke sprach das Problem der Personaluntergrenzen an, das nicht für alle Fachabteilungen gleich sein könne wie etwa für die Geriatrie oder die Psychiatrie. Die meisten äußerten ihre Zufriedenheit mit dem St. Ingberter Krankenhaus und vor allem der Nachricht, dass der Standort gesichert sei.

Ortsvorsteher Ulli Meyer betonte, dass ihm die Sicherung des Gesundheitsstandortes St. Ingbert und die Planungssicherheit wichtig sei, verbunden mit der Frage, wie man die Qualität verbessern könne. Dazu seien die personelle Kontinuität, Stabilisierung und Weiterbildung des ärztlichen Personals sowie eine stärkere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten notwendig. Weiter betonte er, dass die Vernetzung von ambulant und stationär stimmen müsse. Wichtige Maßnahmen seien jedoch schon mit der Kooperation mit der Winterberg-Klinik und der Spezialisierung in die Wege geleitet. Kai Fries ging auf die finanzielle Situation des Krankenhauses ein und betonte, dass das medizinische Versorgungszentrum keine Konkurrenz zu den niedergelassenen Ärzten sein solle. Besonders erfreut zeigte sich Pascal Rambaud über die klare Aussage von Staatssekretär Stefan Kolling, der den Verantwortlichen eine gute Arbeit bescheinigte und den Zuhörern versicherte, dass seitens seines Ministeriums der Standort als sicher eingestuft werde.

Zahlreiche Zuhörer folgten der Diskussion.
Zahlreiche Zuhörer folgten der Diskussion. FOTO: Pascal Rambaud