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Ministrantenseelsorge
Der Glaube hat auch heute noch Anziehungskraft

Pfarrer Ralph Feix.
Pfarrer Ralph Feix. FOTO: Markus Herr
Pfarrer Ralf Feix vom Referat Ministrantenseelsorge organisiert die internationale Rom-Wallfahrt der Ministranten. red

Am 27. Juli startet die große Ministrantenwallfahrt nach Rom. Wie viele Jugendliche aus dem Bistum Speyer werden dabei sein?


RALF FEIX: Wir werden uns mit insgesamt gut 1000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf den Weg nach Rom aufmachen. Mitfahren können alle Minis ab 13 Jahren. Es freut uns, dass ein großer Teil der Teilnehmer zwischen 13 und 15 Jahren ist.

Wie wird die Wallfahrt konkret ablaufen?

FEIX: Am Freitagabend geht es von 20 Abfahrtsorten in unserer Diözese Richtung Rom los. Vier Doppeldeckerbusse sind auch am Start. Samstagmittag werden wir, hoffentlich nicht zu gerädert von der Nacht, in Rom ankommen, wo uns ein Mittagessen erwarten wird. Danach kann sich jeder erstmal ausruhen oder auch in der Gruppe Rom auf eigene Faust erkunden. Am Sonntagvormittag starten wir dann mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann und einer Messfeier offiziell unsere gemeinsame Wallfahrt.

Was werden die Höhepunkte der Wallfahrt sein?



FEIX: Persönlich hoffe ich, dass jede und jeder für sich ganz eigene Höhepunkte in dieser Zeit erlebt. Sei es die Gemeinschaft untereinander, diese grandiose Stadt oder einfach die Gewissheit: Wir sind ja echt viele, die den Ministrantendienst ausüben. Es wird eigene Angebote für die Gruppen geben. Es geht in die Katakomben, die vatikanischen Gärten, an verborgene Orte Roms und es werden Stadtführungen mit eigenen Schwerpunkten angeboten. Wenn am Dienstag zur Papstaudienz dann der ganze Petersplatz mit jungen Menschen geflutet sein wird – das wird bestimmt ein Erlebnis!

Welche Botschaft verbindet der Papst mit der Einladung der Ministrantinnen und Ministranten nach Rom?

FEIX: Die Wallfahrt steht ja unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach“. Darauf wird der Papst natürlich eingehen. Da Franziskus für Überraschungen gut ist, dürfen wir gespannt sein, was er den jungen Pilgerinnen und Pilger mit auf ihren Lebensweg geben wird.

Wie viele Ministrantinnen und Ministranten werden denn insgesamt in Rom sein?

FEIX: Dieses Mal wird es ja wieder eine internationale Ministrantenwallfahrt sein. Insgesamt haben sich etwa 60 000 Minis angemeldet. Etwa 50 000 aus Deutschland und etwa 10 000 aus anderen europäischen Ländern. Dazu werden noch Gruppen stoßen, die privat in dieser Zeit in Rom sein werden. Auch hier können wir auf die endgültige Zahl gespannt sein.

Was können die Jugendlichen von einer solchen Reise nach Rom mitnehmen? Worin liegt die Bedeutung eines solchen Treffens aus ihrer Sicht?

FEIX: Die Jugendlichen werden in einer solchen Stadt, die für mich persönlich fast nur aus Superlativen besteht, nicht nur große kulturelle Erfahrungen machen, sondern erleben können, wie sich Glaube über die Jahrhunderte hinweg gerade in Rom verdichtet hat und bis heute nichts von seiner Anziehung verloren hat. Den jungen Christinnen und Christen wird sicher nicht selten der Mund vor Stauen offenstehen.

Wie viele Ministranten gibt es im Bistum Speyer? Geht es dabei nur um den Dienst als Messdiener oder um mehr?

FEIX: Im Jahr 2015 führten wir eine bundesweite Ministrantenzählung auf Diözesanebene durch. Das Ergebnis waren damals circa 6.800 Ministrantinnen und Ministranten. Schon eine starke Zahl, wenngleich es eine große Verantwortung mit sich bringt. Als Messdiener – wie es das Wort schon sagt – diene ich zuerst bei der Heiligen Messe, aber natürlich werden über den Altar hinaus verschiedene Aktivitäten angeboten. Da gibt es Ausflüge, Zeltlager, Spieleabende und vieles mehr. So schön das ist, braucht es hier natürlich auch Organisation und Begleitung, viel women- und manpower. In vielen Gemeinden sind hier auch erwachsene Ehrenamtliche engagiert – oft seit vielen Jahren. Wenn ich zu Aushilfen in den Gemeinden unterwegs bin und verschiedene Messdienergruppen dabei treffe, ist es oft schön zu sehen, wie gewachsene Strukturen in der Begleitung tragen und daraus eine solide Messdienerarbeit erwächst.

Die Fragen stellte Markus Herr.