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Buchstützen
Der Beckerturm hilft jetzt auch Bücher abzustützen

Die Buchstützen mit der Silhouette des Beckerturms sind vielfältig einsetzbar.
Die Buchstützen mit der Silhouette des Beckerturms sind vielfältig einsetzbar. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. „Einen Beckerturm to go“ bitte, so könnte es ab sofort in St. Ingberts Buchhandlungen heißen, wenn die neueste Idee des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV), die mit den Buchstützen in Beckerturm-Optik Gestalt angenommen hat, von den Kunden (nicht nur) als Weihnachtsgeschenk gewünscht wird.

Ute Strullmeier von der Buchhandlung Friedrich hatte, noch bevor die Stützen aus zwei Millimeter starkem Edelstahl vom Verein offiziell präsentiert wurden, jede Menge Vorbestellungen. Es scheint also ein Präsent zu sein, das den Nerv der Zeit und vor allem der nostalgischen St. Ingberter trifft. Denn das Beckerturm-Ensemble hat ein wichtiges Detail, das es erst komplett macht und wie man es heute nicht mehr sehen kann, denn der Schornstein ist wieder da. „Der musste schon dabei sein“, sagte Ulli Meyer bei der Präsentation im Sudhaus, die musikalisch vom Becker-Chor umrahmt wurde. „Der Schornstein musste hin, sonst sind die Stützen so einseitig“, sagte Konrad Weisgerber mit dem Schalk im Nacken. Doch er verwies etwas ernster vor allem darauf, dass der Schlot vor seinem Abriss nicht nur eine Landmarke, sondern vor allem ein gemauertes Bauwerk gewesen sei, das sich durch eine große Handwerkskunst auszeichnete. „Da haben sich früher die Leute viel Arbeit gemacht, damit er gerade stand und auch noch nach oben hin konisch zulief“, so der Vorsitzende des HVV. Die Idee für die Buchstützen hatte Meyer, der von seiner in Schweden lebenden Schwester welche mit den Umrissen des Stockholmer Rathauses geschenkt bekam. Er ging mit der Idee, so etwas Ähnliches für St. Ingbert aus der Taufe zu heben, nicht lange schwanger. Bei einem Besuch der Firma Creative Marketing & Consulting GmbH (C.M.C.) erzählte er deren Geschäftsführer Karl Peter Uhle von Suche nach Sponsoren für dieses Projekt. Uhle überlegte nicht lange und sagte seine Unterstützung zu. „Wir haben uns vor über 20 Jahren zwischen München, Hongkong und St. Ingbert für einen Wohnort entscheiden müssen. Nun sind wir schon so lange hier und haben die Wahl nie bereut. Seit 2007 haben wir auch unsere Firma hier, wir fühlen uns wohl und deshalb habe ich gerne geholfen“, so Uhle, dessen auf dem DNA-Gelände gelegenes Unternehmen weiter expandiert und weltweit unterwegs ist. Die in einer limitierten Auflage von 300 Stück gefertigten, attraktiven Buchstützen, für die Weisgerber den Entwurf fertigte, schenkte er dem HVV, der sich und den Dengmertern mit dem Erlös von 15 Euro pro Paar einen anderen Wunsch erfüllen will. „Wir wollen Geschichte bewahren, indem wir die Moritat von Matz und Greth (wir berichteten) bebildern lassen und so an folgende Generationen weitergeben“, sagte Weisgerber. Man wolle dafür den Illustrator der Saar-Legenden Bernd Kissel gewinnen und mit der Dengmerter Story Eingang in die Literatur finden. Doch zurück zur Buchstütze. „Gerade in der heutigen Zeit ist Lesen wichtiger denn je“, findet Konrad Weisgerber, der gleichzeitig darauf verwies, was man noch alles mit der zu Stahl gewordenen Silhouette des Becker-Turms anstellen könnte. So lobte er den „Schattenwurf“, den man an der Wand erreiche, wenn man ein Teelicht auf die kleine Metallplatte stelle, was er gleich demonstrierte. Die Stützen könnten aber auch als Notizzettel- und Bierdeckelhalter genutzt werden, oder als Standort für ein Stubbi durchgehen. Dem Ideenreichtum der Käufer sind keine Grenzen gesetzt, doch die Mitglieder des HVV hoffen, dass das Bekenntnis zur Heimat in vielen Wohnzimmern einen würdigen Platz finden möge. Bürgermeister Pascal Rambaud lobte die Teamarbeit und sprach seinen Dank aus: „Gut, dass es Vereine gibt, die die Traditionen lebendig halten. Und was mir besonders gefällt ist die Tatsache, dass das Projekt von einer St. Ingberter Firma unterstützt wurde.“