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St. Ingberter Pfanne
Der Abo-Ticket-Vorverkauf für die „St. Ingberter Pfanne“ beginnt

Nektarios Vlachopoulos.
Nektarios Vlachopoulos. FOTO: Marvin Ruppert
Der Wettbewerb um den Kleinkunst-Preis findet vom 1. bis 7. September in der Stadthalle statt. red

Am vergangenen Montag, 2. Juli, startete der Vorverkauf die Abonnements für den Kabarett-Wettbewerb „St. Ingberter Pfanne“. Einzelkarten sind ab dem 6. August erhältlich. Und das Programm sieht vielversprechend aus.


Los geht es am Samstag, 1. September mit Rosemie Warth und „Sonst nix“. Die Kabarettistin gibt eine Kunstfigur der ganz besonderen Art. Als herrlich verklemmte Schwäbin präsentiert sie dem Publikum auf unscheinbare Weise ihre „wahren Talente“. Salim Samatou folgt mit seinem Programm „Inder Tat“ als zweiter Künstler am Abend. Er ist ein Improvisationsgenie mit einem unglaublichen Reaktionsvermögen. Die Präsenz und Authentizität, die von ihm ausgeht, wirkt für viele Beobachter außergewöhnlich. Der Abschluss des ersten Abends macht Nektarios Vlachopoulos. Der Slampoet, Humorist und ehemaliger Deutschlehrer beklagt sich in seinem Programm äußerst schnell, präzise und mit absurdem Humor, dass niemand weiß, wie man ihn schreibt.

Bereits am nächsten Tag, Sonntag 2. September, geht es mit „Artgerechte Spaltung“ weiter. Michael Feindler, der lyrische Kabarettist, betrachtet zwischen Stühlen sitzend die Abgründe, die sich zwischen Menschen auftun. Dabei ist die Sprache seine Waffe und die Gesellschaft der Schleifstein, an dem er sie schärft. „Rollt bei mir“ ist bei dem nächsten Künstler sprichwörtlich Programm. Tan Caglar bringt in klassischer Stand-Up-Comedy-Manier seine besondere Geschichte auf die Bühne. Getreu nach seinem Motto: „Inklusion ist, wenn ein Rollstuhl in der Gesellschaft dieselbe Akzeptanz erreicht hat wie ein Selfie-Stick“. „Was glaub ich, wer ich bin?!“ versucht Liza Kos am Ende des zweiten Abends herauszufinden. Die Frau, die zwar keinen Kindergarten, dafür aber schon recht früh die Musikschule schwänzte, versucht durch eine unterhaltsame Mischung aus Persiflage, Parodie und Liedern ihr wahres Ich zu finden.



Montag ist bekanntlich Pfannenpause und weiter geht es am Dienstag, 4. September, mit „BlöZinger“. Das Duo aus Österreich geht mit vertraut blitzschnellen, präzisen Rollenwechseln und aberwitzigen Wendungen der Frage nach dem Älterwerden auf den Grund, welche Träume, Sehnsüchte, Ängste aber auch Freuden damit verbunden sind. Und gleich das nächste Duo wird für vollkommene „Eskalatiooon!“ sorgen. Die Damen von „Suchtpotenzial“ sorgen mit ihrer Musik-Comedy für heftige Konflikte zwischen Veganern und Fleisch-Fanatikern, fastenden Frauen im Detox-Wahn, der partywütigen Dorfjugend im Großstadt-Techno-Tempel. Das Publikum wird dazu eingeladen, gemeinsam zu eskalieren, statt gemeinsam zu resignieren. Den dritten Wettbewerbsabend beendet Thomas Schreckenberger. Ganz treffend fragt er in die Runde „Ene, mene, Muh, wem traust du?“ Denn Misstrauen ist angesagt in Zeiten, in denen der amerikanische Geheimdienst Dinge über uns weiß, die früher nur die neugierige Nachbarin wusste. Und am Ende kann man noch nicht mal mehr der Werbung trauen. Aber Thomas Schreckenberger bringt Licht ins Dunkel auf der Suche nach irgendjemandem, dem man noch trauen kann.

Den letzten Wettbewerbstag am Mittwoch, 5. September, eröffnen die „Goldfarb-Zwillinge“. Sie sind „klein und gemein“, sie beleuchten beide Seiten einer Medaille und entlarven, wie oft sich rechts und links, reich und arm, progressiv und konservativ ähneln wie ein Zwilling dem anderen. Das Duo hat ein enormes Tempo, überraschende Wendungen, abrupte Rollenwechsel und hohe Dynamik in ihrem Spiel. Jochen Prang, der nächste Künstler auf der Pfannenbühne ist gebürtiger Saarbrücker und Stand-Up-Comedian durch und durch. In seinem wahnwitzigen Ritt durch das Programm „#verantwortungsbewusstlos“ wird alles auseinandergenommen, was die Menschheit so treibt. Aber keine Sorge, er holt hier nicht den moralischen Zeigefinger raus. Es ist eher ein souveräner Mittelfinger. Gerne auch mal gegen sich selbst. Die Gruppe „Gankino Circus“ beendet mit „Irsinn & Idyll“ die Wettbewerbstage. Vier virtuose Musiker, begnadete Geschichtenerzähler und kauzige Charakterköpfe wehren sich gegen biedere Pop-Sternchen und einfallslose Comedians.

Wer gewonnen hat, erfährt das Publikum am Freitag, 7. September. Dort werden nicht nur zwei Jurypreise, sondern auch ein Publikumspreis und der Preis der Jugendjury verliehen. Zudem treten die Gewinner erneut vor das Publikum.

Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

Das Duo BlöZinger aus Österreich.
Das Duo BlöZinger aus Österreich. FOTO: Otto Reiter
Das Damen-Duo „Suchtpotenzial“.
Das Damen-Duo „Suchtpotenzial“. FOTO: Torsten Golz / Torsten Goltz
Die „Goldfarb-Zwillinge“.
Die „Goldfarb-Zwillinge“. FOTO: Tobias Goldfarb
Jochen Prang.
Jochen Prang. FOTO: Emma Simbeck
Liza Kos.
Liza Kos. FOTO: Michel Kitenge
Michael Feindler.
Michael Feindler. FOTO: Andreas Tobias
Rosemie Warth.
Rosemie Warth. FOTO: Marc Theis
Salim Samatou.
Salim Samatou. FOTO: Nadine Dilly
Tan Caglar.
Tan Caglar. FOTO: Angela Wulf
Thomas Schreckenberger.
Thomas Schreckenberger. FOTO: Martina Bogdan