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Jetzt regieren die Narren
„Dengmert first“ sind seit Samstag nur noch die Fastnachter

Hans Wagner als Trump von der Saar fühlte sich zwar „firster“, er hatte aber gegen die geballte Narrenmacht keine Chance und musste den Rathausschlüssel abgeben.  Foto: Cornelia Jung
Hans Wagner als Trump von der Saar fühlte sich zwar „firster“, er hatte aber gegen die geballte Narrenmacht keine Chance und musste den Rathausschlüssel abgeben. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach/St. Ingbert. Der Elferrat der Oberwürzbacher „Maulesel“ hat es bei seinem Rathaussturm zunehmend schwer. Nicht, dass die Ortsverwaltungsstelle unstürmbar verbarrikadiert wäre oder sich keiner finden würde, der zum Sturm auf die Ortsspitze bläst. Das macht der Musikverein mit Bravour und es sind immer, wie am Samstag auch, genügend närrische Zaungäste da, um das Spektakel zu verfolgen „Die Harmonie ist bei uns einfach groß“, war aus dem Elferrat zu hören. Damit falle es auch schwer, entsprechende Verfehlungen zu finden, die man Ortsvorsteherin Lydia Schaar und ihrem Rat „ankreiden“ könne. Von Cornelia Jung

(con) Der Elferrat der Oberwürzbacher „Maulesel“hat es bei seinem Rathaussturm zunehmend schwer. Nicht, dass die Ortsverwaltungsstelle unstürmbar verbarrikadiert wäre oder sich keiner finden würde, der zum Sturm auf die Ortsspitze bläst. Das macht der Musikverein mit Bravour und es sind immer, wie am Samstag auch, genügend närrische Zaungäste da, um das Spektakel zu verfolgen „Die Harmonie ist bei uns einfach groß“, war aus dem Elferrat zu hören. Damit falle es auch schwer, entsprechende Verfehlungen zu finden, die man Ortsvorsteherin Lydia Schaar und ihrem Rat „ankreiden“ könne.


„Immerhin bewehe mer noch die Masse, lauter Werzbacher Leit, es halwe Dorf, un die sinn einfach klasse“, fand Annette Matheis vom Karnevalsverein. Sie kommentierte das Ortsgeschehen, auch die verbotene Trikotwerbung des SV Oberwürzbach für eine Porno-Darstellerin. Über die war weltweit berichtet worden. Mittlerweile werben die Fußballer für einen Metzger. „SV-Pornosternchen ist tabu, da schlägt dann halt der Metzger zu“, reimte Matheis. Und über die Lokalpolitik: In Werzbach gehe die Politprominenz ein und aus, das sehe man nicht nur in Sachen Dorfgemeinschaftshaus. Ortsvorsteherin Schaar wurde gefesselt abgeführt.

König Hans, „der Mann vom Fach“, beschwerte sich einige Stunden später in St. Ingbert über Lärm an seinem Arbeitsplatz: „Im Rathaus schaffe immerhin e Haufe Beamte, die brauche, wie ich, ihr Ruh on net so e närrische Bande.“ Holzhauers Heike protestierte: „Der unn vom Fach, da musste lache (…) Wieviel Johr willsche jetzt schon e Offzuch baue, iwwerloss das doch eenfach moh uns Fraue!“ Die Lösung sei einfach: Der Markt werde angehoben.



„Oberbollemäschder“ Hans drohte den Narren an, ihnen zu zeigen, wo der Hammer hängt, dabei hätt‘ fast ein Staatskommissar dessen Amtsgeschäfte gelenkt, wie der DNZ-Chef Hans Wagner einen Stock höher entgegnete. „Das iss mir doch egal, was die im Stadtrat beschließe, mir duhn die domit die Laune net vemiese! Bei denne leh ich mich ganz scheen ins Zeich, mache platt siewwe Fraktione off eener Streich! (...) Ehr reeche mich all off, die im Stadtrat ah, deshalb bin ich grad emoh e paar Dah noh Griecheland gefahr“, thematisierte Wagner seine Reise in den sonnigen Süden. „Dengmert first“ unn ich noch firster, so die Rathausmacht, die online ist Tag und Nacht. „Unn wenn ich irgendwann saan muss Rathaus ade, werre ich Chef vom Biosphäre-Reparatur-Café!“, hat der OB schon einen Plan B. Doch zuvor wurde er von Narren des Rathausschlüssels beraubt und zum Feiern in die Stadthalle entführt.

Ortsvorsteherin Lydia Schaar konnte als Hexe nicht mit Zauberkünsten überzeugen – auch sie wurde ihres Amtssitzes beraubt. Foto: Cornelia Jung
Ortsvorsteherin Lydia Schaar konnte als Hexe nicht mit Zauberkünsten überzeugen – auch sie wurde ihres Amtssitzes beraubt. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung