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Das Warten auf die Umgehungsstraße

Vor weiteren Plänen für eine Umgehungsstraße wollen die Verantwortlichen unter anderem den Probebetrieb des neuen EVS-Pumpwerks (links) in der Rorbacher Mühlstraße abwarten. Foto: Manfred Schetting
Vor weiteren Plänen für eine Umgehungsstraße wollen die Verantwortlichen unter anderem den Probebetrieb des neuen EVS-Pumpwerks (links) in der Rorbacher Mühlstraße abwarten. Foto: Manfred Schetting FOTO: Manfred Schetting
Rohrbach. Eine Umgehungsstraße, die im Bereich Mühl- und Industriestraße in Rohrbach vorgesehen ist, ist schon lange ein Thema. Denn das Projekt macht allenfalls zähe Fortschritte. Das bewies sich wieder im Ortsrat. Stefan Bohlander

Die geplante Umgehungsstraße Mühlstraße/Industriestraße lässt den Rohrbacher Ortsrat nicht los. Nachdem das Gremium das Thema bereits im Mai 2013 auf die Tagesordnung gesetzt und ein knappes halbes Jahr später nochmals behandelt hatte, war es jetzt erneut präsent. Bereits vor mehr als anderthalb Jahren hatte der Ortsrat einstimmig beschlossen, die Verwaltung aufzufordern, Pläne vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) anzufordern und vorzulegen. Dies war seinerzeit nicht geschehen - und in der jüngsten Sitzung ebenfalls nicht. Nun fordern die Ortsräte die Verwaltung dazu auf, endlich eine Bürgerbesprechung zur Umgehung anzusetzen.

Wie die Verwaltung mitteilte, können zurzeit keine weiteren Baumaßnahmen umgesetzt werden, da dort der Entsorgungsverband Saar (EVS) das Pumpwerk Mühlstraße im Probebetrieb laufen hat. Dafür ist ein Zeitraum von vier Monaten geplant. Weiter ausstehende Tiefbaumaßnahmen seien von der Witterung abhängig. Außerdem liefen zurzeit noch Untersuchungen anlässlich der Sanierung eines vorhandenen Schachtbauwerkes des EVS.

Dieses liege im Bereich der Einfahrt des ehemaligen Accord-Marktes. Nach all diesen Arbeiten soll eine Geschwindigkeitsmessung stattfinden. Hiernach soll mit dem LfS eine Auswertung erfolgen und dann die weitere Vorgehensweise eruiert werden.

Da erneut keine Pläne vorlagen und auch seitens der Verwaltung niemand zur Sitzung des Ortsrates erschienen war, zeigten sich sowohl Ortsräte als auch anwesende Bürger tief enttäuscht. "An uns hat's nicht gelegen", entschuldigte sich CDU-Fraktionssprecher Jörg Schuh, der den Antrag auf erneute Aufnahme als Tagesordnungspunkt gestellt hatte. Auch Ortsvorsteher Roland Weber zeigte sich ernüchtert. Dies vor allem, weil das "Haus Singer" mittlerweile an eine Privatperson verkauft wurde. Dieses hätte seiner Ansicht nach die Stadt kaufen sollen, um es abzureißen und so eine gelungene Umgehung umzusetzen. Das Geld dafür wurde auch bereits im Budget zum Umbau des ehemaligen IX-Marktes zurückgehalten. Es sei immer die Absicht des Ortsrates gewesen, so zu verfahren, erklärte der Ortsvorsteher.

Nun befürchten einige Anwohner, dass die Umsetzung der Planungen zu ihren Ungunsten verlaufen. So zählte Anwohner Helmut Heib die zwei verbliebenen Varianten auf, eine "südliche", die links und eine nördliche Variante, nach der die Umgehung rechts am "Haus Singer" vorbei führt. Die "Süd-Variante" führe nach seiner Ansicht direkt an den Häusern der Anwohner vorbei.

Durch die Straßenführung in Form einer unübersichtlichen S-Kurve sei diese umständlich zu befahren, besonders für die Lkw, die die Gewerbeflächen beliefern. Außerdem sei mit erhöhtem Feinstaub und weiteren Giftstoffen zu rechnen. Zu favorisieren sei seiner und der Meinung weiterer Bürger nach die "Nord-Variante", die zwar 200 Meter länger sei, aber letztendlich sowohl den Verkehr als auch die Anwohner entlaste. Die beste Lösung sei jedoch der Abriss des "Haus Singer" gewesen. "Diese Möglichkeit ist nun hin", echauffierte sich Helmut Heib.