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Juz St. Ingbert
Das St. Ingberter Juz sucht neuen „Bufdi“

Das Jugendzentrum in St. Ingbert wird ab April nur noch an zwei Tagen pro Woche geöffnet werden können.
Das Jugendzentrum in St. Ingbert wird ab April nur noch an zwei Tagen pro Woche geöffnet werden können. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Koalition aus CDU, Familien-Partei und Grüne verweigert dem Jugendzentrum eine „Notlösung“ mit Honorarkräften.

Ende Februar hat der Dachverband juz-united dem St. Ingberter Rathaus mitgeteilt, dass die Bundesfreiwilligenstelle im Jugendzentrum St. Ingbert ab dem 1. April 2018 unbesetzt bleibt, sollte sich kein Nachfolger für den „Bufdi“ finden. Keine guten Aussichten, denn ohne den Bundesfreiwilligendienstleistenden kann das Jugendzentrum seine derzeitigen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, 16 bis 19.30 Uhr, nicht stemmen.


Von der Stadt wird für besagte Stelle 216 Euro monatlich aufgewendet. Mit den vorhandenen Ehrenamtlern kann der Verein laut Aussage von juz-united das Juz zukünftig nur noch an zwei Tagen pro Woche öffnen. Eine Lösung gäbe es allerdings: Die zuständige Rathaus-Abteilung für Soziales schlug dem Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales vor, die Übergangszeit mit dem Einsatz von Honorarkräften zu unterstützen, bis ein neuer „Bufdi“ gefunden ist. Der Einsatz einer Honorarkräften für je 3,5 Stunden an drei Tagen pro Woche könnte die derzeitigen Öffnungszeiten im JUZ gewährleisten.

Also beantragte die Stadt St. Ingbert beim Jugendamt des Saarpfalz-Kreises 50 Prozent der Honorarkosten im Jugendzentrum St. Ingbert zu übernehmen. Analog zur Finanzierung der Bundesfreiwilligendienststelle. Dem Antrag wurde stattgegeben. Unter der Bedingung, dass der Saarpfalz-Kreis in die Personalauswahl einbezogen wird. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Soziales und Bildung am vergangenen Dienstag beendete dieser Tagesordnungspunkt den öffentlichen Teil der Sitzung. Unerwarteterweise stieß die Koalition aus CDU, Familien-Partei und Grünen Oberbürgermeister Hans Wagner vor den Kopf und stimmte mit acht zu fünf Stimmen dagegen. Wagner nahm in einer Pressemitteilung zu dem Sachverhalt Stellung: „Wir sind ja bereits einiges gewohnt, was die destruktive Politik der Mehrheitskoalition angeht, aber am Dienstag waren die Gesichter auf der Verwaltungsbank des Sitzungssaales besonders ungläubig. Ab April wird das Jugendzentrum nur noch an zwei Tagen in der Woche öffnen können.“ Die monatlichen Gesamtkosten beliefen sich auf 460 Euro. Die Hälfte dieses Zuschusses werde vom Saarpfalz–Kreis refinanziert. Der Zuschuss der Stadtverwaltung hätte sich somit auf 230 Euro monatlich belaufen, heißt es in der Pressemitteilung. Gerade einmal 14 Euro mehr als bisher. Dennoch erfolgte die Ablehnung. Sowohl der Oberbürgermeister als auch die Sozialverwaltungen bei Stadt und Kreis nehmen diese Entscheidung mit großem Unverständnis zur Kenntnis: „Wegen eines marginalen Geldbetrages und der Sturheit eines Mehrheitsbündnisses im Stadtrat haben die Jugendlichen in St. Ingbert nunmehr auf unbestimmte Zeit das Nachsehen. Der Verwaltung sind vorerst die Hände gebunden und sie weiß nicht einmal warum: Eine Begründung für die überraschende Entscheidung gab trotz mehrfacher Nachfrage keine der drei Mehrheits-Fraktionen ab. Das bringt für die Jugendlichen zudem einen arroganten Beigeschmack“, sagt Wagner.



Gegenüber der SZ äußerte sich Jürgen Berthold (Grüne) im Anschluss an den öffentlichen Teil der Sitzung. Er begründete die Entscheidung damit, dass die Selbstverwaltung des Vereins Jugendzentrum, um die dieser sich immer bemühte habe, erhalten bleiben solle. Dazu gehöre auch, dass keine Honorarkräfte von außerhalb im Juz beschäftigt werden. „Das Jugendzentrum ist seit Jahrzehnten selbstverwaltet und sollte sich nun auch selbst darum bemühen“, so Berthold.

Der Dachverband juz-united sucht weiterhin einen geeigneten Bewerber für die Bundesfreiwilligenstelle. Kontakt unter Tel. (0681) 63 53 59 oder E-Mail: zentrale@juz-united.de.