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Unsere Woche
Das Duell der jungen Männer in Gersheim

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Auch in der Gemeinde Gersheim wird am 26. Mai 2019 der Bürgermeister gewählt. Hier treffen zwei Kandidaten aufeinander, die sich aus dem Wahlkampf von 2009 schon bestens kennen. Die Neuauflage verspricht spannend zu werden.

Wenn an diesem Wochenende die Walsheimer ihre Kirb feiern, steht der Ort einmal mehr Kopf. Ob die Walsheimer im Frühjahr kommenden Jahres einen der Ihren als neuen Bürgermeister feiern können, ist indes ungewiss. Der Walsheimer Michael Clivot hat für die SPD erneut seinen Ring in den Hut geworfen und tritt wie 2009 gegen Alexander Rubeck (CDU) an. Das wird gewiss kein Spaziergang für den Amtsinhaber, wenn der dann 44-Jährige am 26. Mai 2019 sich erneut als Bürgermeisterkandidat dem Votum der Wähler stellt. Denn der SPD-Herausforderer kommt aus dem „Machtzentrum“ der Sozialdemokraten im Bliesgau. Die Neuauflage im Duell der Jungen wird spannend. Rubeck ist bekannt und hat fast zehn Jahre Erfahrung als Verwaltungschef. Ihm wird es wohl erspart bleiben, wie im Jahr 2009 als Newcomer Klinken zu putzen. Doch auch Clivot ist gewiss kein Anfänger, ist er doch schon in jungen Jahren in die SPD eingetreten und hat dort bis heute etliche Ämter bekleidet. Derzeit sitzt er im Kreistag und ist Gemeindeverbandsvorsitzender der SPD Gersheim. Nicht zuletzt durch seine Frau Christine Streichert-Clivot, die Staatssekretärin im saarländischen Kultusministerium ist, und den Walsheimer SPD-Fraktionschef im Landtag, Stefan Pauluhn, ist der 40-Jährige glänzend vernetzt und aufgestellt. Doch um die Wähler zu überzeugen, dass er der Richtig an der Spitze der Gemeinde ist, muss er wohl noch etwas konkreter werden, als er es bei der Vorstellung vor der Presse war. Dort hatte er unter anderem beklagt, dass die Bürgerinnen und Bürger wegen der katastrophalen Finanzsituation der Gemeinde sehr stark belastet worden seien, ohne dass sich die finanzielle Situation danach verbessert habe. Doch wenn– und das weiß auch Clivot – das hochverschuldete Gersheim aus den Miesen kommen soll, die nicht zuletzt auch wegen der horrenden Kreisumlage nicht aus eigener Kraft zu tilgen sind, ist Hilfe von außen nötig. Die soll ja bald aus Saarbrücken kommen und dann wohl eher Amtsinhaber Rubeck Rückenwind bescheren. Vielleicht gibt es ja in Gersheim auch noch einen dritten Kandidaten, raunen politische Beobachter. Schließlich stammt ein AfD-Landtagsmitglied aus Reinheim.