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Dabeisein ist das Wichtigste

 Bei den Special Olympics im St. Ingberter blau waren 141 Schwimmer am Start – eine Rekordbeteiligung. Foto: Cornelia Jung
Bei den Special Olympics im St. Ingberter blau waren 141 Schwimmer am Start – eine Rekordbeteiligung. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Special Olympics, so nennt sich ein Schwimmwettstreit an dem Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung teilnehmen. Im St. Ingberter „blau“ beteiligten sich jetzt 141 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Von SZ-MitarbeiterinCornelia Jung

. Enttäuscht waren diejenigen St. Ingberter, die am vergangenen Mittwochvormittag ins "blau" kamen, um ein paar Bahnen zu schwimmen, denn um diese Zeit stürzte sich eine "geschlossene Gesellschaft" in die Fluten, die sich umso mehr darauf freute, das Schwimmbad nutzen zu dürfen. Bei den aufgeregten Schwimmern, die vor dem Eintauchen ins nasse Element alle bunte T-Shirts trugen, handelte es sich um Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung aus dem Saarland, die hier ihren ureigensten Schwimmwettkampf, die Special Olympics, austrugen. Dabei ging's gar nicht so sehr um gestoppte Zeit, die die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus den verschiedensten Schulen und Einrichtungen für die 25 Meter brauchten, sondern ums Dabeisein und den Spaß.

Das spiegelt sich auch beim olympischen Eid wider, der vor der Veranstaltung abgelegt wurde: "Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben." Geschwommen werden durfte, wie sich die Teilnehmer am sichersten fühlten, so dass auch Hilfsmittel wie Flossen, Schwimmflügel, Schwimmgürtel oder die bunten Schwimmnudeln keinen Disqualifikationsgrund darstellten. Als Meike Duppé, eine der für das Schwimmfest Verantwortlichen, gegen 10 Uhr "Seid ihr schon alle fit?" in die Halle rief, kam aus dutzenden Kehlen ein freudiges "Ja" zurück. Waren es im vergangenen Jahr noch rund 40 Schwimmer, vermeldeten die Organisatoren für 2013 einen absoluten Rekord.

Inklusionsgedanke umgesetzt

Nicht mitgezählt die mitgebrachten Kameraden, Fans und Eltern, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten, gingen 141 Schwimmerinnen und Schwimmer an den Start, von denen jeder Einzelne von den Zuschauernangefeuert wurde. Besonders gut kam die erstmals ausgetragene Gaudi-Luftmatratzen-Staffel an, die dem Inklusionsgedanken Rechnung trug. Denn die Gymnasiasten des St. Ingberter Leibniz-Gymnasiums, die als Zeitnehmer die Veranstaltung unterstützten, "pflügten" gemeinsam mit den gehandicapten Teilnehmern durchs Wasser. "Das kam bei beiden Seiten gut an. Das ist auch zukunftsorientiertes Denken. Wir wollen solche aktuellen Gelegenheiten nutzen, um zusammenzufinden", so Meike Duppé.

Ein besonderer Dank der Organisatoren ging an die ehrenamtlichen Helfer, Betreuer, Trainer und Sponsoren, ohne die die Special Olympics, die sich augenscheinlich immer größerer Beliebtheit erfreuen, in dieser Form nicht hätten stattfinden könnten. Den großen silbernen Pokal für den Gewinn der Gaudi-Staffel durften sich übrigens die Schüler der Biedersbergschule mit nach Neunkirchen nehmen.