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Festivalbüro eröffnet
Der junge Film geht in die zweite Runde

 Jörn Michaley (vorn) und Fabian Roschy freuen sich als Leiter des Filmfestivals darüber, dass die Stadt dem Organisations-Team ein Festivalbüro zur Verfügung gestellt hat. Es befindet sich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Ingobertushalle.
Jörn Michaley (vorn) und Fabian Roschy freuen sich als Leiter des Filmfestivals darüber, dass die Stadt dem Organisations-Team ein Festivalbüro zur Verfügung gestellt hat. Es befindet sich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Ingobertushalle. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Das Bundesfestival junger Film findet wieder in St. Ingbert statt. Da die Veranstaltung gewachsen ist, benötigte sie eine andere Arbeitsbasis. Deshalb wurde ein Festivalbüro eingeweiht.

Die zwei „filmverrückten St. Ingberter Jungs“ Jörn Michaely und Fabian Roschy holten im vergangenen Jahr das Bundesfestival junger Film von der Ostsee nach St. Ingbert. Sie und auch die Stadt waren überwältigt vom Zuspruch der Filmemacher und des Publikums. Eine Wiederholung stand im Raum. Allerdings war ursprünglich angedacht, das Festival aller zwei Jahre stattfinden zu lassen, denn mit ihm ist ein enormer organisatorischer Aufwand verbunden. Die Organisation fresse einen förmlich auf, so Michaely, der an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar studiert.


„,Das geht gar nicht, habe ich damals gesagt“, so Oberbürgermeister Hans Wagner. Denn so etwas habe neben dem Kleinkunstpreis „St. Ingberter Pfanne“ und dem Jazzfestival als dritte tragende Säule des jährlichen Kulturprogrammes in der „heimlichem Kulturhauptstadt des Saarlandes“ gerade noch gefehlt. Deshalb wurde mit Unterstützung des Stadtrates Geld locker gemacht, um die jungen Filmschaffenden bis 29 Jahre auch in diesem Jahr wieder in die Mittelstadt einladen zu können. „Schließlich sollen ja auch internationale Stars nach St. Ingbert kommen“, lautet für den Oberbürgermeister einer der Gründe für das städtische Engagement.

Am 28. Februar war Deadline für die Einsendung der Wettbewerbsfilme. 541 Filme aus der ganzen Republik wurden eingereicht, insgesamt 4961 Minuten Material, das die Organisatoren komplett sichten mussten, um die ersten Einladungen zum Festival „filmreif!“ aussprechen zu können. Es seien 200 Filme mehr als 2018 eingeschickt worden – insgesamt benötige man laut Michaely dreieinhalb Tage am Stück, will man alles sichten. Er als künstlerischer und Roschy als organisatorischer Leiter fragten bei der Stadt nach einem freien Raum, von dem aus das Team mit seinen Helfern agieren kann. Mit der alten Hausmeisterwohnung in der Ingobertushalle wurde eine solche Basis gefunden. „Wir haben den Antrag gestellt und Glück gehabt. Die Räume liegen in der Nähe des Marktes und des Kulturamtes. Da haben wir kurze Wege“, so Roschy, „das stärkt unsere Arbeit und macht Vieles leichter.“



In Vorbereitung des zweiten Filmfestes sei man gewachsen und müsse sich nun auch besser aufstellen. Dazu gehört jetzt auch das Büro, das am Dienstag im Beisein des OB, der Leiterin des Kulturamtes, Andrea Kihm, und der Leiterin des Geschäftsbereichs Kultur bei der Stadt, Marika Flierl, offiziell eröffnet wurde. Nun ist das Team, das noch aktive Helfer und Sponsoren sucht, in der heißen Phase.

Für die ersten Besucher des neuen Festivalbüros gab es schon mal einen filmischen Vorgeschmack, was Filmbegeisterte ab dem 30. Mai an vier Spielstätten erwartet. „Wir freuen uns total drauf“, sagt Jörn Michaely im Namen des Teams, das aus bis zu 70 Leuten besteht. Dass im Projekt „filmreif!“ Potenzial stecke, habe man im Rathaus schon im vergangenen Jahr schnell erkannt, so Hans Wagner. Doch man wollte zu diesem Zeitpunkt erstmal abwarten, wie die Veranstaltung angenommen werde. „Die jungen Leute sollten erst mal losmarschieren. Wir wollten euch da nicht bremsen“, sagte der OB zu den Machern, „mit der Organisation des ersten Festivals habt ihr uns mit eurem Eifer und eurer Kreativität überzeugt. Da konnte man erkennen, ihr könnt das. Und dass sich in diesem Jahr so viele beworben haben, zeigt, dass ihr in eine Lücke gestoßen seid und diese gefüllt habt. Ich würde mich nicht wundern, wenn einige der Teilnehmer später ihre Fingerabdrücke auf dem Walk of Fame in Hollywood hinterlassen.“

Nach den Veranstaltungen habe das Team außerdem für Ordnung gesorgt – auch das sei ein Pluspunkt für die ehrenamtliche Mannschaft. All das habe professionell und perfekt gewirkt. Für die Stadtverwaltung sei es also keine Frage gewesen, den Jungs und Mädels mit dem zur Verfügung stellen eines Raumes unter die Arme zu greifen, denn ein „zentrales Büro ist wichtig“. Hans Wagner freut sich schon jetzt darauf, das Festival als Gast genießen zu können.

Das Organisations-Team ist stolz darauf, dass ihm von Seiten der Stadt so viel Vertrauen entgegen gebracht wird und dass das Festival in St. Ingbert in die zweite Runde geht. „Wir wollen mit dem Festival vor allem Filmemacher, die sich gerade auf dem Weg in die Professionalität befinden, unterstützen“, so Michaely über den Wettbewerb, der vom Bundesverband Deutscher Film-Autoren begleitet wird. In diesem Jahr gebe es auch einige Neuerungen: Mehr Open Air-Veranstaltungen, eine neue Spielstätte, es wird ein Musikvideo-Preis ausgelobt und es gibt eine extra Sparte für Filme aus Schulen.