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Brandalarm in der Autowerkstatt forderte ganzen Einsatz

St Ingbert. Bei den Montags-Übungen der St. Ingberter Feuerwehr werden die Kameraden vor immer neue Situationen gestellt. Diesmal gab es einen fiktiven Brand in einem Autohaus. Die anspruchsvolle Übung wurde gut gemeistert. Cornelia Jung

. Die Autos auf der Saarbrücker Straße in Höhe des Autohauses Weiland fuhren am Montagabend kurz nach sieben Uhr langsamer als sonst. Denn schon von weitem sahen die Fahrzeugführer blaues Licht, das von mehreren Feuerwehrfahrzeugen herrührte, die sich vor, hinter und neben dem Geschäft in Stellung brachten. Gegen 19.05 Uhr hatte ein Mitarbeiter starken Brandgeruch bemerkt, der im Werkstattbereich mit einer starken Rauchentwicklung einherging. Umgehend wurde über die Telefonnummer 112 ein Notruf abgesetzt, der zum Schluss rund 45 St. Ingberter Feuerwehrleute zum Ausrücken veranlasste.

Auch wenn das Szenario mit Brand und mehreren vermissten Personen nur angenommen und Teil der montäglichen Übung war, könnte ein Einsatz so oder ähnlich jeden Tag vorkommen. Dementsprechend ernsthaft und engagiert gingen die Kameraden an ihre Aufgabe heran. Priorität hatte das Bergen der Personen, von denen eine vom rückwärtigen Werkstattbereich in die vordere Einfahrt gebracht wurde, um sie auf eine Trage zu legen. "Festschnallen wäre nicht schlecht", werden die Helfer auf ihren Fehler hingewiesen. Dann das nächste Problem: ein Fahrzeug kann nicht beifahren, weil die "verletzte" Person im Weg liegt. Der Fahrer eines Löschfahrzeugs steht neben dem Löschbezirksführer und erwartet Anweisungen. "Warum fragt ihr nicht über Funk an?", so Wolfram Zintel. Das Funkgerät war wohl nicht an seinem angestammten Platz. Diese drei Beispiele zeigen exemplarisch, warum solche Übungen, egal welchen Schwierigkeitsgrades, so sinnvoll sind. Lieber die "Generalprobe" verhauen als im Ernstfall Zeit verstreichen zu lassen.

Die unter anderem von Patrick Weißenauer, Mitarbeiter dieses Autohauses und ehrenamtlicher Feuerwehrmann, ausgearbeitete Übung ist anspruchsvoll. Neben der Bergung der Personen im vernebelten Raum, gibt es noch einen Atemschutznotfall bei den Rettern. Verstärkung wird angefordert, ein zweiter Trupp setzt sich von der Wache aus in Bewegung. Die Dunkelheit gilt es auszuleuchten, die große Drehleiter kommt ebenfalls zum Einsatz. Mit ihr geht es aufs Dach des Autohauses, nach Glutnestern schauen. Hier ist sie im Oberflur-Betrieb, wie es heißt. Doch sie muss umgesetzt werden und in den Unterflur-Betrieb gehen, also abgesenkt werden. Eine Person, die in angenommener Panik in den Großbach gefallen ist, muss dort herausgeholt werden. Die Trage wird an den Ausleger gebunden. Ein Kamerad muss sich gesichert abseilen.

Trotz kleiner Schwierigkeiten sind Löschbezirks- und Wehrführer zufrieden mit der Übung. Einmal mehr wurde das Zusammenspiel aller Einsatzkräfte geübt. "Die Übung war gut vorbereitet und am Abstellen der Defizite arbeiten wir", so Zintel.