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Botschafter für den Frieden

Das Chor- und Orchesterkonzert „Peacemakers“ von Karl Jenkins, das die Leibniz-Chöre präsentierten, sorgte in der voll besetzten Franziskus-Kirche für Emotionen. Foto: Cornelia Jung
Das Chor- und Orchesterkonzert „Peacemakers“ von Karl Jenkins, das die Leibniz-Chöre präsentierten, sorgte in der voll besetzten Franziskus-Kirche für Emotionen. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Zu Ehren von Friedensstiftern wie Nelson Mandela oder Mutter Teresa komponierte Karl Jenkins das Oratorium „Peacemakers“. In der Franziskus-Kirche führten die Leibniz-Chöre das anspruchsvolle Werk auf – und ernteten begeisterten Applaus. Cornelia Jung

. Gerade in Zeiten, in denen in der Ukraine Kriegszustand herrscht, der Islamische Staat mit Gräueltaten von sich Reden macht und in Deutschland und den europäischen Nachbarländern die Angst vor Terror umgeht, ist der Wunsch nach Frieden täglich präsent. Im Jahr 2012 komponierte Karl Jenkins das Oratorium "Peacemakers", in dem Friedenstifter wie Gandhi, Nelson Mandela , Martin Luther King, Mutter Teresa, Albert Schweitzer oder Anne Frank "zu Wort kommen" und religiöse Texte aus der Bibel, dem Koran, von Franz von Assisi sowie poetische Zeilen von Terry Waite und der walisischen Musikerin Carol Barratt, der Ehefrau Jenkins, einfließen. Dieses Stück haben sich die Chöre des Leibniz-Gymnasiums ausgesucht, "um die Gedanken dieses anspruchsvollen Werkes zu verinnerlichen und weiter zu verbreiten", wie es auf der Homepage der Unesco-Projektschule heißt.

Berührende Klänge




Schon vor längerer Zeit wurde von den Sängern und Instrumentalisten viel Werbung für das Chor- und Orchesterkonzert gemacht, dass bereits im vergangenen Jahr aufgeführt werden sollte. Doch schnell war klar, dass die Probenzeit nicht ausreichen würde, um dem Anspruch gerecht zu werden. "Was lange währt, wird gut", heißt es in einem Sprichwort, das nicht immer zutrifft. Im Fall des Auftritts in der Franziskuskirche am Sonntag stimmte das geflügelte Wort allerdings. Auch wenn manche Instrumentalbesetzung, das Projektorchester (Leitung: Daniel Paul/ Herrmann Müller) setzte sich aus Musikern der Musikschule St. Ingbert zusammen, kurzfristig geändert wurde oder nicht bei allen Proben anwesend sein konnte, tat das dem Gesamteindruck des eingängigen Werkes keinen Abbruch. Die hellen Stimmen der Leibniz-Kids (Leitung: Judith Braun-Gräff) harmonierten perfekt mit den kraftvollen Lautmalereien des Leibniz-Chores (Leitung: Timo Uhrig), dem Sopran von Lena Maria Kosack und den Solisten des Orchesters. Eingängige Melodien, aufrüttelnd, marschähnlich oder auch ganz empfindsam ergaben eine Mischung, die es in sich hatte, die ans Innerste rührte.

Der verdiente Schlussapplaus schien kein Ende nehmen zu wollen und die Zugabe war wohl auch für die Sänger und Instrumentalisten nicht nur ein Lob für ihre hervorragende Leistung, sondern auch ein Dankeschön an alle Mitwirkenden und wohl auch an den Komponisten des Werkes, dem es gelungen war, Gefühle gekonnt in Musik zu verpacken. Während sich auf den Gesichtern der Sänger und Dirigenten Zufriedenheit über das gelungene Konzert spiegelte, hatten einige Zuhörer Tränen in den Augen.

Weiteres Konzert am Sonntag

Ein berührendes Stück, das auch von den Ausführenden trotz, oder gerade wegen des hohen Anspruchs, geliebt wurde. "Das ist schon ein Stück, das uns gefällt. Anders ist es kaum zu erklären, dass sich die Leute innerhalb von elf Tagen jeweils für drei Stunden getroffen haben, um intensiv zu proben", verriet ein Sänger des Leibniz-Chores.

Und wer das Musik-Erlebnis in St. Ingbert verpasst hat, kann die "Peacemakers" auch am Sonntag, 8. März, um 16 Uhr in Saarbrücken im Kloster am Rande der Stadt hören.