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Bob braucht Botschafter in St. Ingbert

Roland Rosinus und Joachim Frenzel-Paal (von links) stellten die Aktion Saar-Bob bei einem Besuch in unserer Redaktion vor. Foto: Cornelia Jung
Roland Rosinus und Joachim Frenzel-Paal (von links) stellten die Aktion Saar-Bob bei einem Besuch in unserer Redaktion vor. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Mit einem gelben Bob-Schlüsselanhänger weist sich der Fahrer des Abends aus. Dafür bekommt er vom Wirt ein alkoholfreies Getränk umsonst. Die Aktion Saar-Bob startet nun auch in St. Ingbert und wirbt um teilnehmende Gaststätten. Von SZ-RedaktionsmitgliedPatricia Müller

Bob kommt in seine Heimat. Mehr als vier Jahre, nachdem das Projekt Saar-Bob gestartet wurde, kehrt es zu seinem Ursprung zurück. Denn von St. Ingbert aus zieht Roland Rosinus vom Landesinstitut für präventives Handeln die Fäden. Der Saar-Bob - ein Projekt, das aus Belgien stammt - soll Jugendliche davon abhalten, sich mit Alkohol in der Blutbahn ans Steuer zu setzen. Dafür erhält der Fahrer beim Vorzeigen seines gelben Bob-Schlüsselanhängers ein kostenloses alkoholfreies Getränk in teilnehmenden Gaststätten. Als Gegenleistung zeigt er Verantwortung und bringt seine Freunde sicher mit dem Auto nach Hause. Nachdem Bob schon in Saarlouis, Neunkirchen, St. Wendel, Merzig Wadern, im Köllertal, in Völklingen und Großrosseln, sowie im Saarpfalz-Kreis angestoßen wurde, ist nun gezielt St. Ingbert an der Reihe.

Mit einer Auftaktveranstaltung am 27. März soll Bob auch hier Jugendliche animieren, Bier und Schnaps auch mal abzulehnen und stattdessen die Verantwortung für den Heimweg auf sich zu nehmen. Gastgeber wird an diesem Tag das Berufsbildungszentrum (BBZ) St. Ingbert sein. Mit seinen nahezu 19 000 Schülern ist es eine gute Anlaufstelle, Bob vor Ort publik zu machen. Gerade die 450 "Auto-affinen" Jugendlichen, die einmal Kraftfahrzeugmechatroniker werden wollen, seien eine besondere Zielgruppe, sagt Joachim Frenzel-Paal, Lehrer am BBZ.

Mit einer "Rausch-Brille", die Betrunkenheit simuliert, können Schüler bei der Veranstaltung eine negative Seite des Alkoholkonsums kennenlernen. Ein Reaktionstester soll verständlich machen, wie Alkohol den Körper einschränkt und lähmt. Üblicherweise übergibt an diesem Tag der vorherige Bob-Stützpunkt, in diesem Fall der Landkreis Neunkirchen, seinen "Staffelstab" weiter, erklärt Roland Rosinus.

Doch bevor es soweit ist, müssen noch viele Klinken geputzt und Menschen motiviert werden. Denn ohne die Unterstützung von Jugendorganisationen, Fahrschulen, Vereinen und vor allem spendablen Gaststätten kann Bob nicht überleben. "Die Gaststätten sollten mit Herzblut dabei sein", rät Rosinus. Auch die Fahrschulen als "letzte erzieherische Instanz" haben "große Verantwortung" und können zum Erfolg des Projekts beitragen.

Für Rosinus ist St. Ingbert mit "wesentlich mehr Energie verbunden" als andere Städte, die schon vor vier Jahren freiwillig die Hand gehoben haben, um am Bob-Projekt teilzunehmen. Doch auch in St. Ingbert gibt es bereits Unterstützer wie das Schmitteinander, Molly Malone's, Zum Mühlehannes und Perplex sowie der DJK St. Ingbert und Jugendtreffs.

Bob-Gaststätten erhalten zu Beginn ein Starterpaket mit den unverbindlichen Spielregeln und den gelben Schlüsselanhängern, die sie an Gäste verteilen können. Und je mehr Unterstützer und Botschafter Bob in St. Ingbert findet, desto mehr trägt die Stadt dazu bei, alkoholbedingte Unfälle von jungen Fahrern zu verhindern.