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Bläse-Stiftung für Wohlfahrtspflege
Das Bläse-Haus erfreut sich großer Nachfrage

Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurde gestern das „Bläse-Haus“ in der St. Ingberter Kaiserstraße vorgestellt, als Ort von altersgerechtem Wohnen.
Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurde gestern das „Bläse-Haus“ in der St. Ingberter Kaiserstraße vorgestellt, als Ort von altersgerechtem Wohnen. FOTO: Thorsten Wolf
St. Ingbert. Die altersgerechten Wohnungen in der Kaiserstraße wurden vorgestellt: Wer sie beziehen darf, wird im November entschieden.

Elf Wohnungen, 70 Bewerbungen: Ohne Zweifel, das „Bläse-Haus“ in St. Ingbert als Ort von altersgerechtem Wohnen ist schon jetzt in Sachen Nachfrage ein Renner. Getragen von der Erich-Ferdinand-Bläse-Stiftung für Wohlfahrtspflege sollen im Dezember die ersten Mieter einziehen. Am Dienstag stellte St. Ingberts Oberbürgermeister Hans Wagner, in Personalunion auch Vorsitzender des Stiftungsrates, den nahezu komplett fertigen Bau in der Kaiserstraße vor.


In nackten Zahlen sind in den zurückliegenden Monaten in einem Niedrig-Energie-Konzept elf Wohneinheiten mit unterschiedlichen Flächenzuschnitten entstanden. Der Mietpreis soll bei Baukosten von 3,3 Millionen Euro pro Quadratmeter bei durchschnittlich 12,30 Euro liegen, so Stiftungsgeschäftsführer Michael Quiring. „Dieser Preis gleicht sich aber dadurch aus, dass die Mieter kaum noch Nebenkosten bezahlen müssen.“ Dies liege am hohen energetischen Standard des Gebäudes.

Um letztlich zu entscheiden, wer ins neue „Bläse Haus“ einziehen wird, gebe es, so Quiring, derzeit drei Auswahlkriterien. So müssten Mieter älter als 60 Jahre sein, sie sollten aktuell St. Ingberter Bürger sein oder „jemand, der mal hier gewohnt hat und wieder zurück will“. Das dritte Auswahlkriterium, dies sei allerdings kein „Muss“, sei der Ehrenamtsbezug. „Wenn jemand lange ehrenamtlich aktiv war, dann wird das mit Sicherheit honoriert werden“. Mit den schriftlichen Bewerbungen von Interessenten werde man im November in den Vorstand gehen, beschließe dann die Netto-Kaltmiete und werde auch entscheiden, wer die Mietverträge bekommen wird.



Hans Wagner zeigte sich am Dienstag beim „Tag der offenen Tür“ im neuen Bläse-Haus anlässlich dessen, was die Mieter ab Dezember erwarten wird, sichtlich stolz über das Geleistete. Wagner erinnerte vor den Gästen aber auch daran, mit welchen Schwierigkeiten sein Amtsantritt als Stiftungsrats-Vorsitzender qua Amt als Oberbürgermeister im Jahr 2012 verbunden gewesen sei. So hätten die rechtlichen Querelen mit seinem Vorgänger im Amt des Oberbürgermeisters (wir berichteten mehrfach) dazu geführt, dass man erst mit Verzug und nach vielen Recherchen zum eigentlichen Stiftungsvermögen habe aktiv werden können. „Man konnte eigentlich erst 2014 mit der Arbeit richtig beginnen.“

Das nun als Ergebnis dieser Arbeit entstandene Bläse-Haus nannte Wagner ein Pilotprojekt für St. Ingbert. Das Besondere an dem Bau sei dabei, neben der kompletten Barrierefreiheit, vor allem das energetische Konzept. „Zum einen haben wir eine Niedrig-Temperatur-Fußbodenheizung, die man auch im Sommer als Kühlung benutzen kann.“ Zudem greife der Bau auf eine Wärmepumpe zurück, mit dem man sehr energiesparend Wärme erzeugen könne. „Nur wenn es richtig knackig kalt ist, mit richtigen Minusgraden, werden wir wohl mit 15 Prozent Gas nachheizen müssen. Alles andere wird über diese Wärmepumpe erledigt“, so Wagner. „Auf dem Dach haben wir eine 15-KW-Photovoltaikanlage installiert, die den Strom liefern soll, der hier im Haus in den allgemeinen Räumen verbraucht wird.“

Komplettiert werde das Konzept durch eine besondere Lüftungsanlage, die mittels eines besonderen Austauschverfahrens zwischen Abluft und Frischluft ihren Teil zur energetischen Bilanz des Bläse-Hauses beitrage. Wie sich die energetische Situation abseits der gegenwärtigen Berechnungen tatsächlich gestalte, werde man nach einem Jahr „Probebetrieb“ wissen. Dann werde man auch darüber entscheiden, ob man zusätzlich auch noch einen Stromspeicher installieren wird.

Ebenfalls mit Blick in die Zukunft verdeutlichte Wagner auch, dass man immer noch damit befasst sei, ein eher unschönes Nachbarhaus zu erwerben. „Das ist eine Sache, die uns noch nicht so gefällt.“ Bislang habe man aber noch nicht in „gute Vertragsverhandlungen“ eintreten können, bleibe aber dran.