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| 19:12 Uhr

Biosphärenregion sorgt für Pluspunkte

Das Biosphärenreservat Bliesgau kann man gut bei geführten Fahrradtouren kennen lernen. Auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten. Teile der Biosphäre kann man auch über die Blies – im Kanu oder per Floß – erkunden. Foto: Katja Pieter/Saarpfalz-Touristik
Das Biosphärenreservat Bliesgau kann man gut bei geführten Fahrradtouren kennen lernen. Auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten. Teile der Biosphäre kann man auch über die Blies – im Kanu oder per Floß – erkunden. Foto: Katja Pieter/Saarpfalz-Touristik FOTO: Katja Pieter/Saarpfalz-Touristik
Blieskastel/St Ingbert. Das Biosphärenreservat Bliesgau im Saarpfalz-Kreis gibt es nun auch schon wieder sieben Jahre. Und die Beliebtheit dieser Region steigt immer weiter an. Wie eine Blitzumfrage unserer Zeitung ergab, identifiziert sich ein Großteil der Saarpfälzer mit der Einrichtung der Unesco. Peter Neuheisel

Der Biosphären-Zweckverband Bliesgau hat sich gerade erst neu aufgestellt. Ab sofort ruht die Geschäftsführung auf zwei Schultern: Gerhard Mörsch von Saarpfalz-Kreis und Holger Zeck vom Umweltministerium. Sie ersetzen gemeinsam den bisherigen ersten Mann, Walter Kemkes, der das eben ins Leben gerufene Biosphärengebiet Südschwarzwald aufbauen soll. Mörsch betont nach seiner Wahl gegenüber unserer Zeitung, dass er den Kontakt zu allen beteiligten Kommunen und den Bürgern verstärken möchte. "Die Leute, die im Biosphärenreservat wohnen, sollen sagen: Es ist gut, dass wir diese Anerkennung haben." Wir nehmen die Neuausrichtung und die Aussage des Geschäftsführers zum Anlass, unsere Leser zu fragen, wie sie das Biosphärenreservat Bliesgau sehen. 226 Personen aus dem gesamten Kreis haben sich an unserer kleinen Umfrage beteiligt, die natürlich nicht repräsentativ ist, aber durchaus wichtige Hinweise geben kann. Das Ergebnis ist relativ deutlich: Der überwiegende Teil der Befragten äußerte sich positiv zur Einrichtung. Aber es wird auch klar, dass viele Leser noch Fragen zur Biosphäre haben. Dass es das Reservat gibt, ist bekannt - was dahinter steckt bei manchen weniger.

Bei Frage 1 wollten wir Folgendes wissen: "Ist es für Sie ein besonderes Gefühl, in (oder neben) einem der 15 deutschen Biosphärenreservate zu wohnen?" 61 Prozent waren sich einig, dass sie sich hier wohl fühlen und antworteten mit "Ja". 25 Prozent der Befragten ist das Thema eher egal, sie antworteten mit "Nein". 14 Prozent haben keine Meinung.

Frage 2 lautete: "Seit 2009 ist ein Teil des Saarpfalz-Kreises anerkanntes Biosphärenreservat. Hat sich für Sie in diesen sieben Jahren innerhalb des Reservates etwas zum Positiven verändert?" Hier war das Ergebnis nicht so deutlich. 41 Prozent antworten mit "Ja", immerhin 36 Prozent mit "Nein", 23 Prozent mit "Weiß nicht". Da ist von Seiten der Verantwortlichen also noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Darauf hebt auch unsere dritte Frage ab. Die lautete: "Werden Ihrer Meinung nach die Naturlandschaft, die Produkte und die touristische Möglichkeiten der Biosphärenregion ausreichend nach außen dargestellt?" 46 Prozent antworteten hier mit einem "Ja". Mehr als ein Drittel der Befragten, 37 Prozent, sieht das anders. 17 Prozent sind sich nicht sicher und antworteten mit "Weiß nicht".

Bei Frage 4 waren die Leser aufgefordert, uns unsere Meinung zu sagen. Wir wollten wissen: "Worin liegt für Sie der Nutzen des Unesco-Biosphärenreservats? Sollte man es eher ausdehnen und noch attraktiver gestalten? Wo soll das Biosphärenhaus stehen? Oder empfinden Sie diese Einrichtung als überflüssig?". So meint Thomas Baltes aus Blieskastel: "Der Nutzen liegt in der Erweiterung des Bekanntheitsgrades unserer Region." Dadurch werde auch die touristische Nutzung größer. Den Tourismus sieht auch Werner Peter aus St. Ingbert durch die Biosphäre gestärkt. Sie motiviere zum ökologischen und biologischen Einkauf und Verhalten. Für Joachim Morsch aus Mandelbachtal steht die Natur an erster Stelle. Bei allem sei der Erhalt des Mandelbachtals wichtig. Ingrid Benn-Marx aus Kirkel: "Ich sehe den Hauptnutzen der Biosphäre im Bewusstsein, dass hier eine besondere schützenswerte Region ist." Auch Ortrud Eisel aus Bexbach sieht durchaus Chancen in der Einrichtung: "Ich finde sie nicht als überflüssig", sagte sie, man solle sie außerhalb des Saarpfalz-Kreises allerdings besser vermarkten. Klaus Wessel steht der Biosphäre ebenfalls positiv gegenüber, er sieht aber Nachholbedarf in Sachen Marketing, "die Verantwortlichen müssen sie künftig attraktiver gestalten". Diese Meinung teilt im Übrigen ein Großteil der Befragten. Auch der Bekanntheitsgrad, vor allem über die Kreisgrenzen hinaus, ist nach Auffassung vieler Leser ausbaufähig.

Der "bewussteren Umgang mit der Umwelt" sei eines der Hauptziele des Biosphärenreservats, ist sich Gerhard ter Braak aus Blieskastel sicher. Er sieht die Einrichtung weiter als "Plattform für regionale Produkte". Aber es gibt auch andere Meinungen zum Thema. So ist sich Bert Zilles aus Mandelbachtal bei der Einschätzung des Biosphärenreservates nicht ganz sicher: "In Zeiten knapper kommunaler Kassen gibt es Wichtigeres", meint er. Wolfgang Herges aus Kirkel glaubt, dass die Biosphäre "nur Steuergelder kostet und lediglich grüne Ideologien befriedigt". Es behindere zudem private Wanderer. Und wo soll das Biosphärenhaus sein Zuhause finden? Hier spricht sich ein Großteil für Blieskastel aus, aber auch Gersheim wird genannt.

Zum Thema:

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Die beiden Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes: Gerhard Mörsch (l.) und Holger Zeck, rechts Landrat Theophil Gallo, der Verbandsvorsitzende des Zweckverbandes. Foto: Maack/SZ
Die beiden Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes: Gerhard Mörsch (l.) und Holger Zeck, rechts Landrat Theophil Gallo, der Verbandsvorsitzende des Zweckverbandes. Foto: Maack/SZ FOTO: Maack/SZ