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Jazz-Festival
Big Band-Sound und Fado-Melancholie

Die Formation „Silent Explosion Orchestra“ eröffnet das St. Ingberter Jazzfestival.
Die Formation „Silent Explosion Orchestra“ eröffnet das St. Ingberter Jazzfestival. FOTO: Esther Degen
St. Ingbert. Das 32. Internationale Jazzfestival findet vom 19. bis 22. April in der St. Ingberter Stadthalle statt. red

Europa und der Wandel des Jazz: So könnte das Motto des 32. Internationalen Jazzfestivals St. Ingbert lauten. Polen, Portugal und Frankreich, drei ganz unterschiedliche Länder mit individueller Entwicklung des Jazz stehen im Mittelpunkt des Programms. Wobei ein Ausflug in die USA und ein Verweilen in Deutschland erlaubt sein dürfen. Am Donnerstag, 19. April, 19.30 Uhr ist Auftakt zum viertägigen Festival. Dabei wird es ebenso schwungvoll wie turbulent zugehen. Denn Big-Band-Sound eröffnet die 32. Ausgabe der St. Ingberter Traditionsveranstaltung. Die im Saarland beheimatete Formation „Silent Explosion Orchestra“ unter Leitung des Saarlouiser Schlagzeugers Kevin Naßhan präsentiert in großer Besetzung und mit zwei Sängern ihre neueste CD mit dem Titel „Prologue“.


Kontrastreich wird es am Freitag, 20. April, der unter dem Motto „Jazz or No Jazz“ steht. Eröffnen wird die US-amerikanische Sängerin Indra Rios-Moore mit ihrem Trio. Die Gewinnerin zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem des „BMW Welt Jazz Award 2016“, stellt in St. Ingbert ihr neuestes Album mit dem Titel „Carry My Heart“ vor. Zum zweiten Mal ist die französische Formation „No Jazz“ im Anschluss zu Gast beim Festival. Seit 2004 hat sich bei den Vertretern des Dancefloor-Jazz viel getan, und man kann sich auf einen entspannten und turbulenten Abend mit echter Partystimmung nicht nur für Jazzfreunde freuen.

Der dritte Tag am Samstag, 21. April steht unter der Überschrift „Polski Jazz“. Die Blue Notes haben zum einen eine herausragende Stellung im Musikleben des östlichen Nachbarlandes. Zum anderen hat der Jazz dort eine ganz eigene Entwicklung genommen, die ihn weltweit einzigartig macht. An diesem Abend werden zwei wichtige Künstler aus Polen mit ihren Bands auf der Bühne stehen. Zunächst das 2015 gegründete „Adam Jarzmik Quintet“, dessen Bandleader zu den innovativsten Jazzpianisten unseres Nachbarlandes gehört. In Polen ist Leszek Mozdzer, der den zweiten Teil des Konzerts bestreitet, ein großer Star, der ganze Stadien füllt. Er wird beim Internationalen Jazzfestival St. Ingbert wahrhaft meisterhafte Leistungen am Flügel vollbringen. Unterstützung erfährt er dabei von der Saarländerin Susan Weinert und ihrer Band. Die Neunkircherin und ihr Mann Martin haben schon seit vielen Jahren enge Kontakte nach Polen und auch schon zahlreiche Auftritte mit Leszek Mozdzer absolviert. Dennoch wird man in der Stadthalle ganz neue Töne hören.



Der vierte und letzte Festivaltag am Sonntag, 22. April entführt in den Süden Europas, nach Portugal. Von dort kommt die Sängerin Carminho, die nebst ihrer Band und der Schweizer Formation „Klassik Nuevo Orchestra“ die Bühne betreten wird. Carminho – mit bürgerlichem Namen eigentlich Maria do Carmo de Carvalho Rebelo de Andrade – gilt als aktuell bedeutendste Botschafterin des Fado, der typischen Musik ihrer portugiesischen Heimat. Wenn man Sehnsucht und mitreißende Melancholie in Musik fassen will, kommt man am Fado nicht vorbei. Abgeleitet vom portugiesischen Wort für Schicksal entwickelte sich der Fado zunächst in den Armenvierteln von Lissabon, ausgehend von der Musik der Seefahrer. Was zunächst Musik in eher anrüchigen Lokalitäten war, fand im 19. Jahrhundert den Weg in die bürgerlichen Salons. Heute ist Fado aus der Kultur Portugals nicht mehr wegzudenken. Und er hat neue Interpreten gefunden, die frenetisch gefeiert werden. Auch außerhalb ihrer Heimat. Denn sowohl in der Hamburger Elbphilharmonie, der Philharmonie Köln, in Berlin, München und der Philharmonie Luxembourg sorgte Carminho für ausverkaufte Veranstaltungen.

Es gibt Eintrittskarten sowohl für die einzelnen Abende als auch im günstigen Abonnement. Die Festivalpässe garantieren einen festen Platz, sind jedoch nicht an eine Person gebunden, können also auch während des Festivals weitergegeben werden. Der zentrale Vorverkauf und Postversand der Tickets läuft über Reservix-Vorverkaufsstellen oder unter www.reservix.de.

Carminho
Carminho FOTO: Leo Aversa
Leszek Modzer
Leszek Modzer FOTO: Rafal Maslow / R.MASLOW 2014
Die französische Formation „No Jazz“ ist am Freitag, 20. April, in St. Ingbert zu Gast.
Die französische Formation „No Jazz“ ist am Freitag, 20. April, in St. Ingbert zu Gast. FOTO: Jean-Louis Paris
Susan Weinert.
Susan Weinert. FOTO: Rich Serra
Indra Rios-Moore.
Indra Rios-Moore. FOTO: Pierrick Guidou