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Stadtbusverkehr
Bald grüne Welle für die Ingo-Busse

An verschiedenen Ampelanlagen zwischen St. Ingbert und Rohrbach soll es demnächst eine Vorrangschaltung für die Ingo-Busse geben.
An verschiedenen Ampelanlagen zwischen St. Ingbert und Rohrbach soll es demnächst eine Vorrangschaltung für die Ingo-Busse geben. FOTO: Manfred Schetting
St. Ingbert. Stadtrats-Ausschuss befasste sich mit Verbesserungen für das Stadtbus-System. Viele Haltestellen werden erneuert.

Schon zu lange müssen Buskunden in St. Ingbert darauf warten, dass eine Busbeschleunigung bei den Ampelschaltungen und in den Ingo-Bussen kommt. Das monierte der Beigeordnete Adam Schmitt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt des St. Ingberter Stadtrates, als auf Antrag der Grünen über aktuelle Verbesserungen im Ingo-Bus-System gesprochen wurde. Die Stadtverwaltung bestätigte dabei, eine Vorrangschaltungen für die Ampeln zwischen dem Rendezvous-Platz in St. Ingbert und Rohrbach hätten sowohl sie als auch die Firma Saar-Mobil GmbH als Betreiber inzwischen beantragt.


Dass diese Vorhaben nicht früher umgesetzt wurde, begründete Thomas Diederichs, Mitarbeiter der Abteilung Straßen und Verkehr der Stadt, so: „Siemens hat uns hängen gelassen.“ Will heißen: Das Unternehmen Siemens habe die neuen Ampelanlagen in der Mittelstadt installiert und sei deshalb auch der Lieferant, wenn an diesen etwas geändert werden soll. Ein Angebot des Unternehmens, das zwingend notwendig war, um Zuschüsse zu beantragen, habe sehr lange auf sich warten lassen. Nachdem der Antrag gestellt sei, rechnet die Verwaltung zeitnah mit einer Entscheidung und dann auch einer zügigen Umsetzung. Die Vorrangschaltung für Linienbusse soll an zehn bis elf Ampeln, auch Fußgängerampeln, auf der ehemaligen Bundesstraße zwischen St. Ingbert und Rohrbach erfolgen. Die entstehenden Kosten schätzt die Stadt auf 110 000 bis 120 000 Euro.

Bis dahin werden die Verbesserungen im Ingo-Bus-System aber zunächst den „Komfort“ der wartenden Nutzer betreffen. In diesem Jahre werden im St. Ingberter Stadtgebiet eine Vielzahl von Bushaltestellen neu gestaltet. Hintergrund dieses Baubooms ist ein Sonderprogramm des Verkehrsministeriums zum „Barrierefreien Ausbau von Haltestellen im Saarland“. Hierdurch werden bis zu 90 Prozent der Ausgaben vom Land gefördert. Von den maximal zehn Haltestellen, für die die Stadt im Vorjahr einen Förderantrag stellen konnte, wurde 2017 lediglich eine barrierefrei und mit einer Wartehalle umgebaut: die Haltestelle „An der Kolonie“ an der ehemaligen Glashütte in St. Ingbert-Mitte. Bei weiteren neun Haltestellen, die schon im Vorjahr umgebaut werden sollten, ist die öffentliche Ausschreibung inzwischen erfolgt. Hier sollen die Haltepunkte nach Angaben der Stadt im Frühjahr dieses Jahres umgebaut werden. Die Liste umfasst: je die beiden Haltestellen Am Kaisereck, in der Wollbachstraße und am „blau“ sowie jeweils eine Haltstelle in der Gehnbach- und der Rockentalstraße in St. Ingbert sowie in der Reichenbrunner Straße in Oberwürzbach.



Weitere zehn barrierefreie Bushaltestellen sollen darüber hinaus in den kommenden Monaten mit Zuschüssen aus dem Fördertopf für 2018 entstehen. Ein barrierefreier Umbau mit Wartehallen ist dabei vorgestehen für zwei Haltestellen am Leibniz-Gymnasium in der Albert-Weisgerber-Allee sowie In der Lauerswiese in St. Ingbert, am Hasseler Friedhof und am Schindtal in Oberwürzbach. Zudem an der Pirminiuskirche in St. Ingbert, Am Fichtenkopf in Rohrbach sowie In der Brunnenwiese und in der Talstraße in Oberwürzbach. Weiterhin ist laut Stadtverwaltung in Oberwürzbach geplant, eine Wartehalle an der Haltestelle „An der Pump“ zu errichten. Das soll im Frühjahr passieren. In Hassel wiederum soll im Rahmen der Umgestaltung des Marktplatzes die Wartehalle an der dortigen Bushaltestelle umgebaut werden. Dominik Schmoll (Wir für St. Ingbert) wertete all diese angekündigten Maßnahmen an den Haltepunkten als „gute, aber auch nur kleine Verbesserungen“. Viele Probleme, die die Attraktivität des Personennahverkehrs im Saarland schmälerten, seien noch ungelöst. „Hier müssen die Kommunen das Land an seine Verantwortung erinnern.“ Eine weitere Verbesserung für die Ingo-Bus-Nutzer zeichnet sich bereits ab durch einen Beschluss, den der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt im anschließenden nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung beschlossen hat. Nach der Kritik am aktuellen Fuhrpark der Ingo-Busse sollen künftig wieder kleine Stadtbusse auf dessen Linien unterwegs sein.

An verschiedenen Ampelanlagen zwischen St. Ingbert und Rohrbach soll es demnächst eine Vorrangschaltung für die Ingo-Busse geben.
An verschiedenen Ampelanlagen zwischen St. Ingbert und Rohrbach soll es demnächst eine Vorrangschaltung für die Ingo-Busse geben. FOTO: Manfred Schetting