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Parken auf dem Hobels
Autofahrer sollen Rücksicht nehmen

Nicht nur auf dem Hobels wird, wie hier in der Kohl-Weigand-Straße, zum Teil so geparkt, dass die Fußwege von gehbehinderten Menschen oder solchen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen schlecht oder gar nicht benutzt werden können.
Nicht nur auf dem Hobels wird, wie hier in der Kohl-Weigand-Straße, zum Teil so geparkt, dass die Fußwege von gehbehinderten Menschen oder solchen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen schlecht oder gar nicht benutzt werden können. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. St. Ingberts Seniorenbeirat hat sich einer auch in der Mittelstadt verbreiteten Unsitte angenommen: dem Parken auf den Gehwegen.

Im Januar hatte die Saarbrücker Zeitung darüber berichtet, dass in der Eichendorffstraße Fahrzeuge teilweise auf dem Gehweg parkten. Bis zur Straßenerneuerung vor einigen Jahren war dies durch entsprechend eingezeichnete Parkbuchten auch möglich. Doch ohne diese Markierung gilt heute auch dort, wie in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben, ein generelles Halte- und Parkverbot auf den Gehwegen. Da sich aber wenige dran hielten, trat ein von diesem Zustand genervter Nachbar auf den Plan und informierte das Ordnungsamt, was unter den anderen Anwohnern für Unmut sorgte. Den SZ-Artikel und die dort geschilderte Situation nahm der Seniorenbeirat zum Anlass zur generellen Diskussion über das Fußgänger behindernde Parken auf den Bürgersteigen.


Man wolle als Gremium generell auf die Park- und Verkehrssituation in den Wohngebieten aufmerksam machen, denn die Eichendorffstraße sei nur ein solcher Bereich unter vielen in der Stadt. „Wir haben den Eindruck, dass das irgendwie totgeschwiegen wird“, so Michael Müller vom Beirat. Er bezieht sich speziell auf das Wohngebiet auf dem Hobels, wo die Fahrbahn vielfach nur durch eine andere Farbe der verlegten Steine vom Fußweg zu unterscheiden ist. Fahren rot, gehen gelb. Heißt es zumindest in der Theorie.

Doch in der Walther-Weis-Straße oder in der Kohl-Weigand-Straße halten sich selbst die Anwohner nicht immer daran. „Sie parken möglichst nah an ihren Häusern. Die Autos werden so abgestellt, dass die eine Wagenseite mit dem Vorgarten abschließt. In anderen Seitenstraßen, wo nur eine Fahrbahn und ein Bürgersteig sind, wird der Gehweg komplett zugeparkt, es müssen ja noch die Zulieferer und die Müllabfuhr durchkommen“, weiß Müller aus Erfahrung. „Als älterer Mensch mit Rollator, als Behinderter mit Rollstuhl oder als Mutter mit Kinderwagen ist es unmöglich, dort zu laufen. Also sind sie gezwungen, auf die Fahrbahn auszuweichen. Hier frage ich mich: Wo ist der Schwerbehindertenbeauftragte, wo der Sicherheitsbeauftragte und wo das Ordnungsamt der Stadt St. Ingbert?“ Überall an den Garagen, die aber ein paar Meter vom Haus entfernt seien, gebe es davor noch Stellplätze, die benutzt werden könnten. „Es ist mir unverständlich, dass die Leute hier einfach nicht mitdenken. Muss zuerst jemand angefahren werden, bevor etwas unternommen wird?“, fragt sich das Mitglied des Seniorenbeirats. Keinesfalls wolle man als Seniorenbeirat eine Welle von Ahndungen dieser Ordnungswidrigeiten auslösen, jedoch zum Nachdenken anregen. Und man wolle vor allem einen Appell an die zuständigen Behörden richten, die Leute dafür zu sensibilisieren, dass es auch Menschen in der Stadt gibt, die zu Fuß und nicht mit dem Auto unterwegs sind. Diese sollen nicht der gefährlichen Situation ausgesetzt werden, Slalom zwischen Fußweg und Fahrbahn gehen zu müssen.

Werde dann aber, weil sich wirklich jemand mühsam an einem auf dem Gehweg abgestellten Fahrzeug vorbeiquetscht, dieses beschädigt, sei das Geschrei groß, so Müller. Das Wohngebiet auf dem Hobels sei bei der Parksituation hier nur exemplarisch genannt. Es gebe aber noch viele andere Wohngebiete in St. Ingbert, auf denen sich ein ähnliches Bild biete, so auf dem Roten Flur oder in der Karlstraße.