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Kulturausschuss
Ausschuss befasst sich mit längeren Öffnungszeiten für Kitas

St. Ingbert. Während die Eltern arbeiten, besuchen die Jüngsten den Kindergarten. So kennt man es zumindest von früher. Sind jedoch beide Elternteile voll berufstätig, wie es inzwischen immer häufiger vorkommt, kann diese so einfach klingende Regelung schnell zu einem komplexen Problem werden. Nicht nur Krippenplätze sind gefragt, sondern auch die Betreuung an Nachmittagen. Und was erst, wenn Schichtzeiten oder Wochenendarbeit außerhalb der Öffnungszeiten der Erziehungseinrichtung liegen?

Das Thema Flexibilisierung der Betreuungszeiten beschäftigte auch den Ausschuss für Bildung und Kultur bei dessen jüngster Sitzung. Auf Wunsch der SPD-Stadtratsfraktion stellte Rolf Weber, der Geschäftsführer der Kinderland im Kreis Saarlouis gGmbH, seine Einrichtung vor und beantwortete Fragen zur Planung, aber auch zur Umsetzung und Finanzierung eines solchen Projekts.


Seit mehreren Jahren erfahren die Kindertageseinrichtungen von Kinderland wachsenden Zuspruch. Ausschlaggebend ist das Angebot kindgerechter Betreuung und Förderung zu besonderen Zeiten, um Eltern mit Schicht- und Wochenendiensten die Berufstätigkeit zu ermöglichen. Betreuung an sechs Tagen in der Woche, in den Ferien und das im Zeitraum von fünf bis 22.30 Uhr. Dabei passt sich die Einrichtung an die Bedürfnisse der Arbeitstätigen an und spricht sich mit den Firmen ab, deren Mitarbeiternachwuchs die Einrichtung besucht. Die tatsächliche Zeit, die die Jüngsten in der Kita verbringen, unterscheidet sich dabei kaum von der anderer Kinder. An fünf Tagen die Woche für maximal zehn Stunden verbringen sie ihre Zeit in der Einrichtung. Lediglich die Tageszeit passt sich dem Arbeitsrhythmus der Eltern an. Die Fünf-Tage-Woche gilt genauso für die Mitarbeiter, deren Dienstzeiten ebenfalls durch einen Schichtplan geregelt werden.

Dahinter steckt ein komplexes System. Das erweiterte Öffnungszeitenmodell in Rand- und Ferienzeiten bedurfte genauer Vorausplanung und speziellen Regelungen. Angefangen mit einer Bedarfsanalyse über die Kooperation mit dem Landkreis und verschiedenen Unternehmen. Organisation ist das A und O des Angebots. So müssen die Eltern zum Beispiel den Bedarf für einen Platz nachweisen oder aber auch am Anfang jeden Jahres einen Urlaubsplan einreichen, damit auch die Mitarbeiter von Kinderland ihre freien Zeiten rechtzeitig planen können. Und das sind nur ein paar wenige Einblicke. Der Aufwand lohne sich jedoch. Über die Jahre habe sich alles sehr gut eingespielt und sich das Konzept sehr bewährt, sagte Weber. Seit 2010 gibt es das Kinderland im Kreis Saarlouis – und es hat sich seitdem stetig erweitert. Mehrere neue Standorte sind bis Ende 2019 geplant. In welcher Form das System in St. Ingbert umgesetzt werden könnte, wird nun durch eine Arbeitsgruppe geklärt.