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Breitbandausbau
Oberwürzbach bald schnell im Internet

Mit einem Spatenstich wurde der Breitbandausbau offiziell gestartet. Mit dabei Arbeiter der Baufirmen, Ortsratsmitglieder sowie Ortsvorsteherin Lydia Schaar (rechts) und Bruno Stolz (links) von der Deutschen Telekom.
Mit einem Spatenstich wurde der Breitbandausbau offiziell gestartet. Mit dabei Arbeiter der Baufirmen, Ortsratsmitglieder sowie Ortsvorsteherin Lydia Schaar (rechts) und Bruno Stolz (links) von der Deutschen Telekom. FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach. Die Oberwürzbacher hatten lange darauf gewartet: Jetzt erfolgte der offizielle Spatenstich zum Breitbandausbau der Deutschen Telekom. Von Cornelia Jung

Die Oberwürzbacher hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass der Breitbandausbau zu ihnen in den Ort kommt. Denn in einer ausführlichen Infoveranstaltung im Ortsrat war der Baubeginn mit Anfang des Jahres in Aussicht gestellt worden. Immer wieder hob der Ortsrat dieses Thema auf die Tagesordnung. Doch das wird nun Geschichte sein, denn die Bagger rollten an und die ersten Gräben sind schon wieder verfüllt. Ortsvorsteherin Lydia Schaar freute sich mit dem Ortsrat so sehr über den Beginn des Breitbandausbaus, dass sie diesem mit einem offiziellen Spatenstich die Bedeutung zukommen lassen wollte, die er für den Ort im Würzbachtal hat. „Hier gibt es einen riesigen Nachholbedarf. Der Breitbandausbau ist ein wichtiger Standortfaktor. Wir müssen einfach schneller werden“, sagte die Ortsvorsteherin, „wir sind von den Bürgern immer wieder darauf angesprochen worden. Nun geht es endlich los.“ Bruno Stolz von der Deutschen Telekom war zweimal im Ortsrat, um über den Ausbau zu informieren. Auch beim Spatenstich war er dabei. Er berichtete noch einmal über die Ausbaupläne, die auf eine bundesweite Initiative zurückgehen. Man spreche in Oberwürzbach von einem „Kombi-Ausbau“. Einen Teil würde der Projektausbau des Saarlandes ausmachen, der andere Part werde der Eigenausbau der Deutschen Telekom sein. Während für die meisten „Ecken“ Oberwürzbachs mit einer Fertigstellung im Verlauf des kommenden Jahres gerechnet wird, werden die Einwohner der bisher am schlechtesten mit Internet versorgten Gebiete, darunter Rittersmühle, sich bereits Ende 2018 über eine größere Surfgeschwindigkeit freuen können. Die Glasfasertechnologie werde bis an die Verteilerkästen gebracht, von dort gehe es per Kupferleitung in die Haushalte. Die „grauen Kisten“, wie sie Stolz nennt, werden größer ausfallen als die altbekannten. Wer sich einmal einen Eindruck davon verschaffen will, kann dies bei einem Dummy neben dem Brunnen an der Kreuzung Würzbach-/Hochscheidstraße tun, wo er derzeit nur als „Platzhalter“ fungiert. Während das Fundament schon den künftigen Ausmaßen entspricht, wird es im Endausbau noch um ein Verteilerschrank von rund 1,50 Meter Höhe ergänzt. In diesem werde dann die „aktive Technik“ untergebracht, wie Stolz sagte. Es werde zwar auch künftig mit der neuen Technik noch kleinere „Verluste“ in der Bandbreite geben, diese würden jedoch auf ein Mindestmaß reduziert, denn die lange Kabel-Strecke von St. Ingbert bis Oberwürzbach werde mit Glasfasern ausgebaut, was ein Riesenfortschritt sei. „Wir verbauen schon Technik, die perspektivisch sogar bis 250 Mbit/s möglich macht. Wir wollen ja nicht irgendwann nochmal die ganze Straße aufreißen müssen“, sagte der Mitarbeiter der Deutschen Telekom. Künftig werde es dann nur noch eines Software-Hubs bedürfen, um auch in Oberwürzbach mit „Lichtgeschwindigkeit“ unterwegs zu sein. Damit rechne man bereits für das Jahr 2020. Gute Nachrichten auch für Oberwürzbacher Firmen, die für ihren Beruf eine höhere als die angebotene Geschwindigkeit benötigen. Der Kunde könne sich, allerdings auf eigene Kosten, auch auf die letzten Meter vom Verteilerkasten bis ins Haus Glasfaser legen lassen. 96 Fasern befinden sich in einem Strang des Kabels, obwohl man derzeit eigentlich nur zwei bräuchte, wie Stolz sagte. Damit sei der Bedarf der nächsten Jahre abgedeckt, denn es kann Erweiterungen geben. „Wenn das Ganze in Betrieb geht und wir den roten Knopf für die Inbetriebnahme drücken, passiert allerdings für die Kunden erstmal gar nichts“, informiert er weiter. Vielfach seien die vorhandenen Router nicht vectorfähig und deshalb nicht für diese Technologie ausgelegt. „Würden wir einfach umschalten, hätten wir wahrscheinlich 80 Prozent Störungsmeldungen.“ Die Kunden müssten aktiv werden und die breitere Bandbreite bestellen. Dazu werde es aber rechtzeitig eine Infoveranstaltung im Ort und Handzettel in die Briefkästen geben.