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St. Ingbert
Aus Konfirmanden werden Konfirmierte

Pfarrerin Michelle Scherer feiert mit den sechs Konfirmanden der Martin-Luther-Kirche am Sonntag erstmals das Abendmahl.
Pfarrerin Michelle Scherer feiert mit den sechs Konfirmanden der Martin-Luther-Kirche am Sonntag erstmals das Abendmahl. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. In der Martin-Luther-Kirche führte Pfarrerin Scherer sechs Jugendliche in die Gemeinde ein.

Sechs junge Leute wurden am vergangenen Sonntag in der Martin-Luther-Kirche konfirmiert. Eineinhalb Jahre hatten sich die drei Mädchen und drei Jungen auf diesen Tag vorbereitet, an dem sie nun Teil der Gemeinde wurden. „Vermissen werde ich euch“, sagte Pfarrerin Michelle Scherer in ihrer Predigt, „so ein Donnerstagnachmittag mit euch war gar nicht zu verachten.“ Zuerst habe in der Vorbereitung betretene Stille geherrscht, vor allem, wenn Scherer Fragen stellte. Doch wenn es im Gespräch um die Schule, den Alltag, die neuesten Trends und auch um Gott und die Welt gegangen sei, sei die kleine Gruppe im Austausch „ganz groß“ gewesen. Noch nie habe die Pfarrerin eine Gruppe gehabt, in der auch so viel gelacht wurde.


„Es war mir ein Vergnügen, mit euch einen Teil eurer Jugendzeit geteilt zu haben“, so Scherer zu den Jugendlichen, deren „Konfizeit“ nun offiziell zu Ende ging. Es sei ein Übergangsritus, in dem aus Kindern Leute werden. „Das ,Ja’ zur Taufe, zum Bündnis mit Gott ist eure Entscheidung und Verantwortung. Da hat euch niemand reinzureden“, hieß es in der Predigt. Mit einem Pop-Song von Adel Tawil beantwortetete die Pfarrerin die Frage, ob da jemand ist, „der dein Herz versteht und der mit dir bis ans Ende geht, wenn du selber nicht mehr an dich glaubst“. Ja, da seien Familie und Freunde, die die jungen Leute in den Arm nehmen, trösten und mit ihnen lachen. Es gehe aber auch ums „gehen lassen“, darum, eigene Erfahrungen zu machen, auch mal zu scheitern. „Es geht für euch darum, auf eigenen Füßen zu stehen und auf eigene Verantwortung zu handeln“, sagte die Pfarrerin, „es wird auf eurem Weg auch Steine, Enttäuschungen, Fragen geben, auf die ihr Antworten sucht.“ Die sechs hätten für sich erkannt: „Ja, da ist jemand. Gott erforscht dein Herz und weiß genau, wie du es meinst. Er bewahrt nicht vor allem, aber in allem.“ Er brauche mutige Menschen, die den Mund aufmachten und sich für andere einsetzten. Gerade in Zeiten, in denen es „immer schneller, höher, weiter und mehr“ sein muss, sollten gerade die Jungen überlegen, wofür sie ihre Energie einsetzen.

„Erkennt eure Stärken und nutzt sie“, gab Scherer den Kofirmanden mit, „weicht Hindernissen nicht aus, geht auch mal unbequeme Wege.“ Mit den Bekenntnissen, der Einsegnung, der Bestätigung und dem Abendmahl wurden aus Konfirmanden Konfirmierte, die eingeladen wurden, „sich an den Aufgaben der Gemeinde zu beteiligen“.