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Lidl-Ansiedlung
Aus dem Industriegebiet in die Ortsmitte

Der bisherige Lidl-Markt in der Industriestraße (Bild) wird an den Stegbruch verlagert, wo 2019 ein Neubau entstehen soll.
Der bisherige Lidl-Markt in der Industriestraße (Bild) wird an den Stegbruch verlagert, wo 2019 ein Neubau entstehen soll. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Seinen alten Standort in Rohrbach will Lidl aufgeben und einen Neubau Im Stegbruch beziehen, ohne Bäckerei und ohne Metzgerei.

Die Katze ist aus dem Sack. Seit der jüngsten Ortsratssitzung ist klar, welcher Supermarkt im Stegbruch gebaut werden soll. „Lidl ist unser Favorit. Die stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Clemens Dahlem. Der Projektentwickler erfuhr von einem


Gespräch beim zukünftigen Betreiber des Marktes, dass dieser Thema im Rat sei und kam spontan ins Bürgerhaus. Um direkt die Fragen der CDU-Fraktion zu beantworten, die diese im Antrag zur Tagesordnung formuliert hatte.

Wie Dahlem ausführte, laufe das Ansiedlungsprojekt in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Mit ihr schloss Investor Dahlem einen Planungskostenübernahmevertrag. Für die Bauleitplanung ist das Büro Firu in Kaiserslautern zuständig, das in enger Abstimmung mit der Stadt einen Vorentwurf erstellt. Sobald dieser vorliege, sollen der Aufstellungsbeschluss sowie die Billigung des Vorentwurfs des Bebauungsplans mit Bürgerbeteiligung und vorgezogener Trägerbeteiligung dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden. Dies werde nach Auskunft der Verwaltung in der Stadtratssitzung am 3. Mai dieses Jahres erfolgen. Fachausschuss und Ortsrat seien involviert.

In der Sitzung sagte Dahlem, dass es im Mietvertrag mit Lidl eine Vereinbarung gebe, nach der der Altstandort im Industriegebiet zugunsten des Neubaus geschlossen werde und dass im Vorkassenbereich, entsprechend dem Wunsch der Rohrbacher Gewerbetreibenden, kein Bäcker oder Metzger platziert werde. „Obwohl es für solch ein Angebot auch Interessenten gab, wollten wir uns an den Ortsratsbeschluss halten“, so Clemens Dahlem. Das Fachgutachten sei Ende der vergangenen Woche eingereicht worden, so dass man nun alles getan habe und in den Startlöchern stehe: „Von uns aus könnten wir weiter sein und die Bagger schon rollen.“

Positiv seien auch alle entsprechenden Gutachten ausgefallen. Bei den Untersuchungen zum Verkehr, dem Biotop- und Gewässerschutz und den Altlasten habe es keinerlei Auffälligkeiten oder Probleme gegeben. Lediglich im Ergebnis des Schallgutachtens werde eine Auflage erfüllt. So würde die rückwärtige Rampe, an der die Waren angeliefert würden, eingehaust, um Lärmemissionen für die Wohngebäude zu vermeiden. Es werde aber sowieso keine Anlieferungen zwischen 22 und 6 Uhr geben. „Handwerklich läuft das Projekt, die Investition ist gesichert“, berichtet Dahlem.



Dahlem führte aber nicht nur mit Lidl Gespräche, sondern auch mit den Bewohnern der Eckstraße, um diese an den künftigen Marktstandort anzubinden. Hier habe es bisher keine Bereitschaft der Grundstückseigentümer gegeben, entsprechende Flächen zu veräußern. Ortsvorsteher Weber sagte, dass der Ortsrat an diesem Thema dran bleibe: „Es ist in unser aller Interesse, dass die Zuwegung stattfindet.“

Im Gespräch war auch, im Zuge der Baumaßnahmen eventuell die Bushaltestelle aus der beengten Eckstraße in den Stegbruch zu verlegen. Zum Zeitplan gab Dahlem folgende Informationen: Man rechne im Herbst mit der Planreife und den ersten Rodungen. Ab dem Tag der Erteilung der Baugenehmigung dauere es dann erfahrungsgemäß sechs bis neun Monate, bis der Markt fertig ist. Am Gebäude würden nach dessen Fertigstellung auch bis zu drei Ladestationen für Elektrofahrzeuge errichtet.