| 19:09 Uhr

Auf zur nächsten Herausforderung

Caroline Meier (am Ball) war bisher für Gegenspielerinnen nur schwer zu stoppen. Foto: Pfitzner
Caroline Meier (am Ball) war bisher für Gegenspielerinnen nur schwer zu stoppen. Foto: Pfitzner FOTO: Pfitzner
St. Ingbert. 1,80 Meter groß und mit viel Talent gesegnet: Caroline Meier vom TV St. Ingbert ist bereit für den nächsten Schritt in ihrer Karriere. Die 15-Jährige geht zur kommenden Saison zu den Saarlouis Royals in die Bundesliga. Ehrgeizig ist sie nicht nur im Basketball. Lucas Jost

Die Bundesliga-Basketballerinnen des TV Saarlouis haben vor Kurzem die Verpflichtung eines großen Talents aus dem Saarland bekannt gegeben. Nach der Verpflichtung von Jugend-Nationalspielerin Helena Eckerle stößt mit Caroline Meier vom TV St. Ingbert eine weitere Nachwuchsspielerin zu den Royals. Die 15-jährige Meier wohnt in Neunkirchen und stammt aus einer basketballbegeisterten Familie. Vater Juri Meier, ehemaliger Diplom-Sportlehrer in der Sowjetunion, kam 1996 ins Saarland.


Bei der SSV Wellesweiler begann er bald, nebenberuflich als Trainer zu arbeiten. Über ihn kam auch seine Tochter mit dem Basketball in Berührung. "Schon mit drei Jahren habe ich Caroline ins Training mitgenommen", erinnert sich Juri Meier. In der Halle konnte sie sich früh einige Tricks bei ihrem älteren Bruder Matthias abschauen. Der Forward und Allstar der Nachwuchs-Bundesliga hat es bis in die 2. Liga Pro B geschafft, wo er aktuell bei den BIS Baskets Speyer unter Vertrag steht.

Die eigene Laufbahn startete Caroline im Alter von sechs Jahren. Die ersten sechs Jahre verbrachte sie bei ihrem Heimatverein in Wellesweiler, bis sie 2013 zum TV St. Ingbert wechselte. Bei den Saints gelang ihr umgehend der Sprung in die Saarauswahl. Anschließend wurde sie für die gemeinsame Jugendauswahl aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland nominiert. Seit vergangenem Oktober läuft Meier auch für diese südwestdeutsche Auswahl auf. Die besteht aus den besten Nachwuchsspielerinnen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland.



Sogar die internationale Bühne ist für die Schülerin kein Neuland. Mit dem "Team Saarland" meldeten die Vereine SG BBF Dillingen/DJK Saarlouis-Roden, TV Saarlouis und TV St. Ingbert eine gemeinsame U19-Mannschaft, die in der Saison 2015/2016, parallel zum saarländischen Spielbetrieb in der luxemburgischen Liga antrat. Und das mit Erfolg. Denn in den vom Niveau deutlich stärkeren Ligen gewann das Team zweimal hintereinander die Meisterschaft und stieg so in die zweithöchste Liga, die Division II, auf. Abgeschlossen wurde die Runde auf Rang fünf.

Jetzt steht Meier vor dem bisher größten Schritt ihrer noch so jungen Karriere . Die 1,80 Meter große Basketballerin wechselt zur kommenden Saison zum amtierenden deutschen Vizemeister. Für die Saints ist es natürlich ein großer Verlust, aber auch Anerkennung der guten Jugendarbeit.

In Saarlouis wird die 15-Jährige Training und Spiele komplett mit der Bundesliga-Mannschaft bestreiten. Darüber hinaus soll die Neunkircherin aber auch in der zweiten Mannschaft (Regionalliga) zum Einsatz kommen. Meier glaubt: "Es wird schwer für mich. Das Körperliche kann ein Problem werden. Außerdem habe ich bisher als Center gespielt, in Saarlouis soll ich auf dem Flügel spielen." Gleichzeitig stellt sie aber klar "Ich wollte wechseln. Im Saarland gibt es keine so gute Mannschaft wie Saarlouis." Ihr Vater meint: "Wenn man wirklich hochklassig spielen möchte, gibt es im Saarland nur eine Möglichkeit."

Auch abseits des Courts ist Caroline ehrgeizig. Sie spielt Klavier, ist eine gute Schülerin, kommt nach den Sommerferien in die zehnte Klasse des Neunkircher Gymnasiums am Krebsberg. Dort arbeitet sie auf ihr Abitur hin. "Ich möchte Medizin studieren", weiß sie schon jetzt. Der Spagat zwischen Sport und Schule gelang bisher ebenfalls gut: "Lehrgänge sind für mich kein Problem. Solange es nicht zu viele werden."