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Auf Medaillenjagd mit aller Kraft

 Nicht nur die Schwimmer waren aufgeregt, auch die Betreuer am Beckenrand fieberten mit. Foto: Jung
Nicht nur die Schwimmer waren aufgeregt, auch die Betreuer am Beckenrand fieberten mit. Foto: Jung FOTO: Jung
St Ingbert. Geradezu ideale Bedingungen für die Ausrichtung des sechsten Special Olympics Schwimmfestes bot das St. Ingberter „blau“. Mehrere Förderschulen aus dem Saarland nahmen daran teil. Trotz des Wettkampfs stand der Spaß im Vordergrund. Cornelia Jung

. Zum sechsten Mal ist gestern im St. Ingberter "blau" das Special Olympics Schwimmfest veranstaltet worden. Sieben Förderschulen aus Saarbrücken-Dudweiler, Heusweiler, Neunkirchen, Dilligen, Homburg, Namborn-Baltersweiler und Saarwellingen sowie die Werkstätten Blieskastel und Spiesen-Elversberg nahmen daran teil.

Zum Schwimmwettstreit von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung kamen rund 150 Schwimmer . Vom sechsjährigen "Seepferdchen" bis zur 48-jährigen "Wasserratte" waren alle Altersgruppen vertreten. Erstmals war mit der Lebenshilfe Prüm auch Rheinland-Pfalz mit von der Partie, es war sozusagen ein Wettkampf über die Landesgrenzen hinweg. "Wir sind mit unseren saarländischen Teams auch oft bei den Nachbarn zu Gast", so Meike Duppé, eine der Organisatorinnen des Schwimmfestes, "wir versuchen immer, vernetzt zu arbeiten".

Da passte es gut, dass im Schwimmbad auch erstmalig die "Special Olympics FUNfitness" zu Gast war, eine Disziplin der Aktion "selbstbestimmt gesünder". Dieses vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt, bei dem es um Fitness, Kraft, Bewegung, Ausdauer und Kondition geht, wie Projektleiterin Britta Mies sagte, gäbe es im Saarland nicht. Die Saarländer fragten deshalb bei nationalen Spielen, wo man sich gelegentlich trifft, die Mitarbeiter von Rheinland-Pfalz, ob sie in St. Ingbert dabei sein wollen. Mit angehenden und ausgebildeten Physiotherapeuten waren sie vor Ort, "checkten" die Athleten, maßen die Winkelstellung der Gelenke, um später gezielte Trainingstipps zu geben oder auch einen Arztbesuch zu empfehlen.

Doch die Hauptsache war das Schwimmen: Freistil, Rücken, Brust, auf 25, 50 oder 100 Metern mit oder ohne Hilfsmittel sowie die Gaudistaffel kosteten einige Schwimmer das letzte Quentchen Kraft. Mancher hatte sich nach 25 Metern so verausgabt, dass er, als er mit beiden Beinen auf dem Beckenrand stand, fast nochmal ins warme Nass zurück plumpste. Der Spaß miteinander stand trotz des Wettkampfcharakters im Vordergrund. Dass es ein solches Fest gibt, ist laut Veranstalter vor allem dem Lions Club St. Ingbert und vielen fleißigen Helfern zu verdanken.