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„Als wir träumten“ und „Night on earth“

St Ingbert. Die Zeit nach der Wende und deren Auswirkungen auf Erwachsene und Jugendliche, aber auch die Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King sind Themen, der Filme, die die Kinowerkstatt St. Ingbert am Wochenende im Programm hat. bea

Der neue Film von Andreas Dresen "Als wir träumten" (ab 12 Jahre, 117 Minuten) begleitet eine Clique von Jungs und spielt kurz nach dem Ende der DDR und läuft noch einmal am Sonntag, 28. März, um 20.15 Uhr. "Die Kraft" von Andreas Dresens ("Sommer vorm Balkon", "Halbe Treppe","Wolke 9") Film um eine Clique von Jugendlichen in der Nachwendezeit, liegt in dem Zulassen des Bildes von Anarchie, die entstehen kann, die aufscheinen darf in der Geschichte, wenn für die Eltern mit dem Ende der DDR aller Halt, alle Brückengeländer verloren gegangen sind, aber für die Jugendlichen wirkt dies alles um so schwerwiegender: Drogen, Eifersucht, Verrat, dazu ein Technoclub, der den Halt für einen Moment gibt. Aber wer wird diese Zeit überleben, wer wird weitergehen? Wer wird sich nur im Rausch zurückerinnern an eine Zeit, die eben in dieser Erinnerung so kraftvoll und schön scheint."

Die Kinowerkstatt zeigt am Wochenende, Samstag, 28. März, um 18 und 20 Uhr, am Sonntag, 29. März und am Montag, 30. März, jeweils um 18 Uhr "Selma" (USA 2014). ""Selma" ist ein großer Film" - so Filmkritiker Hartwig Tegeler in Deutschlandradio Kultur: "Die Kraft, die wunderbare, die erschütternde, die eigentliche Kraft von "Selma" liegt darin, dass das Historische und das Aktuelle, die Vergangenheit und das, was sich beileibe nicht erledigt hat von damals, 1965, permanent in unserer Wahrnehmung miteinander kommunizieren, wenn wir "Selma" sehen. Indem das eine erzählt wird, ist das andere immer gegenwärtig. Die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung mit ihrem charismatischen Führer Martin Luther King an der Spitze bei ihrem Kampf um das reale Wahlrecht, das formaljuristisch, aber nicht in der faktischen Realität des Rassismus der USA des Jahres 1965 existiert. Schon gar nicht im Süden, in Alabama. Von wegen "my home sweet Alabama", wenn du die falsche Hautfarbe hast!" Dass "Selma" entstanden ist, ist die gute Nachricht, dass 2015 nicht 1965 ist, die Binsenweisheit. Immerhin: "Black Man" Obama ist im Oval Office. Aber gerade in den letzten Monaten wurde sie weitererzählt, die "Selma"-Geschichte, mit den Namen von Michael Brown, Eric Garner, Trayvon Martin und Tamir Rice, durch weiße Polizeigewalt gestorbene Afroamerikaner.

Noch einmal zeigt die Kinowerkstatt am Montag, 30. März, um 20.15 Uhr Jim Jarmuschs "Night on earth" (USA 1991, 123 Minuten). Darsteller sind in L.A: Winona Ryder , Alan Randolph Scott, Gena Rowlands , in NY: Armin Mueller-Stahl, Paris: Isaach De Bankolé, Béatrice Dalle , in Rom: Nicola Facondo & Camilla Begnoni, Roberto Benigni , in Helsinki: Matti Pellonpää, Kari Väänänen.

Die Musik und die Lieder stammen von Tom Waits - wir erinnern uns: Kompositionen von Tom Waits sang auch die norwegische Sängerin Rebekka Bakken zusammen mit der Bigband des Hessischen Rundfunks am ersten Tag des diesjährigen Jazzfestivals. In dem Film "Night on earth" erzählt Jim Jarmusch fünf Geschichten an fünf Orten der Welt, alle in derselben Nacht, zur selben Zeit, jedoch in unterschiedlichen Zeitzonen: In Los Angeles, New York, Paris, Rom und Helsinki ist jeweils ein Taxifahrer beziehungsweise eine Taxifahrerin unterwegs, die in das Schicksal ihrer Fahrgäste eingreifen oder deren Fahrgäste das Schicksal der Fahrer beeinflussen...

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